Der steirische Onlinehändler hat sich mit seinem Unternehmen niceshops auf Onlineshops für Nischenprodukte spezialisiert und sich in der E- Commerce-Branche einen internationalen Namen gemacht.
Herr Fink, eine interessante Aussage von Ihnen lautet: „Das Businessmodell von Amazon wird irgendwann in sich zusammenfallen, weil das bekanntermaßen Arschlöcher sind“.
ROLAND FINK: Ja, so denke ich. Es ist bewundernswert, was dieser Onlineriese an Serviceleistungen bietet, aber man weiß auch, auf wessen Kosten das geht. nice-shops macht es nicht nur wegen Amazon anders: Uns ist der Umgang mit uns selbst, der Umwelt und der Gesellschaft eine echte Herzensangelegenheit. Unser stilles Motto lautet daher: Nice and happy employees lead to nice and happy clients. Nette und glückliche Angestellte führen zu netten und glücklichen Kunden. Ich denke, wenn man anders bzw. differenzierter denkt und es wirklich anders macht, kann man wirtschaftlich womöglich noch erfolgreicher sein als bisherige Branchenriesen.
niceshops ist auf die Entwicklung von Onlineshops für Nischenprodukte spezialisiert. Das Portfolio reicht von Naturkosmetik über Aquaristik bis zu Pferdefutter. Warum ausschließlich Nischenprodukte?
Mag sein, dass unser Portfolio nicht superklug durchdacht ist, aber Branchenzuwachs entsteht bei niceshops schlicht durch Liebe und Leidenschaft für Produkte.
Einer Ihrer jüngsten Erfolge ist die Partnerschaft mit dem Drogeriekonzern Müller, einem der großen Handelskonzerne Europas. Ein Coup, der das Wachstum von niceshops beschleunigen wird ...
Müller hat 26 Prozent von nice-shops übernommen und will damit seinen eigenen Onlinehandel forcieren. Das wird die Schlagzahl von niceshops mit Sicherheit erhöhen und das ist auch gut so. Die Umsätze sind in den letzten Jahren aber ohnehin kontinuierlich gestiegen, zwischen 40 und 70 Prozent pro Jahr. Insgesamt hat niceshops mehr als eine Million Kunden aus über 150 Ländern, die in 14 Sprachen bedient werden. Die Exportquote beträgt rund 80 Prozent.
Online zu kaufen ist mit Karton- und Plastikmüll verbunden.
Das ist uns auch bewusst. Wir versenden daher in Kartons, die ohne Klebeband auskommen. Das vereinfacht das Recycling.