Bei der Stimmabgabe von Heinz-Christian Strache am Freitag im dritten Wiener Gemeindebezirk ist es zu einer Störaktion von Anhängern der Partei Links gekommen. 

Während der Spitzenkandidat des Team HC Strache sich im Anschluss an die Abgabe seiner Wahlkarte gegenüber Medien äußerte, machte die Personengruppe mit Rufen und Plakaten auf sich aufmerksam. "HC in Häfn, Links ins Rathaus", lautete ihre die Nachricht.

Straches Kommentar dazu: "Die Art und Weise, wie sie sich darstellen, ist genau das, was Kommunisten ausmacht." Er bezeichnete die Demonstranten als "Gesinnungsterroristen", die politische Gegner am liebsten einsperren würden. Kurz darauf wurde die kleine Demonstration durch die Polizei aufgelöst.

Strache warnte bei seinem Auftritt außerdem einmal mehr vor dem politischen Islam und wetterte gegen die "katastrophalen" Corona-Maßnahmen der Bundesregierung. Er hofft auf ein zweistelliges Ergebnis für seine Liste, also für eine "starke rot-weiß-rote Koalition", wie er sagte. 

"Wir haben mit einem Minimalbudget den Wahlkampf möglich
gemacht", versicherte der Ex-FPÖ-Chef und betonte, dass er nur mehrere hunderttausend Euro zur Verfügung hatte, während andere Parteien ein Vielfaches davon ausgegeben hätten. Trotz des vergleichbar kleinen Budgets seien Erfolge sichtbar. "Bei uns haben die Menschen gespürt, bei uns ist eine Bürgerbewegung da, die für die Rechte der Bürger eintritt", sagte er.

Strache rechnet mit zweistelligem Ergebnis

Danach teilte Strache gegen die amtierende Wiener Stadtregierung aus, die dem radikal politischen Islam den roten Teppich ausrollen würde. Sein Rat an Abdelati Krimi - den Kandidaten der Grünen, der unlängst in einem arabischsprachigen Interview das österreichische Eherecht kritisiert hat - sei zudem klar: "Da wird er noch zu lernen haben, dass das österreichische Recht vor der Scharia steht", sagte Strache.

Sich selbst sieht Strache als Teil der 1848er-Freiheitsbewegung. Deshalb kritisiere er die Maßnahmen der Bundesregierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie. "Heute werden Grundrechte und Freiheitsrechte mit Füßen getreten", sagte er. Aus diesem Grund unterschrieb er im Anschluss seiner Rede auch das Volksbegehren "Wiedergutmachung der COVID-19-Maßnahmen". Darin wird unter anderem gefordert, dass alle Gesetze im Zusammenhang mit dem Coronavirus zurückgenommen und Strafen aufgehoben bzw. zurückgezahlt werden.

Abschließend formulierte Strache noch sein Wahlziel: "Ich bin davon überzeugt, wir werden in den Wiener Landtag einziehen." Er rechne mit einem zweistelligen Ergebnis, "damit eine starke rot-weiß-rote Koalition gegen die rot-grüne Allmacht" entstehen könne. Laut den Umfragen ist ein Einzug Straches zwar möglich, aber keineswegs fix.