Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Das zerrissene Amerika. Eine Serie von Franz-Stefan Gady, Teil 2Trump und der Wilde Westen

Selbst Zehntausende Tote jedes Jahr können nichts daran ändern: Schusswaffen sind integraler Teil von Amerikas politischen Kultur. Ihr privater Besitz wird mit individueller Freiheit gleichgesetzt. Donald Trump macht sich das geschickt zunutze.

Militante Waffennarren posieren vor dem Kapitol in Lansing, Michigan
Militante Waffennarren posieren vor dem Kapitol in Lansing, Michigan © (c) AFP (JEFF KOWALSKY)
 

Lansing, Mitte April. Ein aufgebrachter Haufen dringt in das Staatskapitol, den Sitz der Regierung und des Parlaments in der Hauptstadt des US-Bundesstaats Michigan, ein. Die Demonstranten fordern ein Ende des Corona-Lockdowns. Die Situation droht zu eskalieren, als einige Schwerbewaffnete das Büro der demokratischen Gouverneurin Gretchen Whitmer besetzen wollen. Draußen, vor dem Amtssitz, hält ein Mann ein Schild hoch: „Tyrannen bekommen den Strick.“ Drinnen werden Abgeordnete, Sicherheitsbeamte und Journalisten angepöbelt. Ehe der Mob abzieht, posiert eine Gruppe Maskierter mit ihren Sturmgewehren stolz vor dem Büro der Gouverneurin. Angezettelt wurde die Besetzung womöglich von Donald Trump. „Befreit Michigan!“, hatte der US-Präsident ein paar Tage davor getwittert. Und: „Befreit Virginia, und rettet euren großartigen Zweiten Zusatzartikel. Er steht unter Beschuss!“

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung!
Kommentieren