Ukrainische Politikerinnen und Politiker sind gefragte Gesprächspartner – das wissen allerdings auch Komödianten und Kriminelle. Einem solchen dürfte Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) aufgesessen sein, als er vergangene Woche mit Vitali Klitschko, seinem Amtskollegen in Kiew, videokonferierte.

Nur: Wie sich später herausstellte, war der Mann, mit dem Ludwig da rund eine halbe Stunde sprach, nicht Vitali Klitschko. Ludwig und sein Büro waren einer Täuschung aufgesessen – jemand, der sich als Mitarbeiter Klitschkos ausgegeben hatte, hatte einen Termin mit Videolink geschickt, hinter dem sich ein „Deepfake“ oder eine ähnliche Täuschung verborgen haben dürfte – ein Video, das wie der prominente Bürgermeister wirkte, aber jemand anderen verbarg.

Im Außenministerium hieß es zunächst, Ludwig habe einen Alleingang gemacht. Das stellte sich später als falsch heraus – sein Büro hatte vor dem Gespräch sehr wohl Kontakt mit dem österreichischen Botschafter in Kiew aufgenommen, auch dort schrillten keine Alarmglocken. Für die Zukunft empfiehlt das Ministerium, offizielle Termine nur selbst zu organisieren. Was Ludwig auch gelernt haben dürfte: Ein Gespräch mit dem echten Klitschko fädelt nun das Außenamt ein.

Eine weitere prominente Schaltung steht ebenfalls an: Am Donnerstag wird der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit Kanzler Karl Nehammer und Bundespräsident Alexander Van der Bellen sprechen – zugeschaltet zum „4Gamechangers“-Festival der Puls-Mediengruppe.

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