Das Vorhaben, die Ukraine in einem Blitzkrieg zu erobern und in Kiew eine Marionettenregierung einzusetzen, ist misslungen. Den Russen droht ein zweites Afghanistan. Auch der Versuch, der eigenen Bevölkerung Normalität vorzugaukeln, ist gescheitert. Nahezu alle westlichen Konsumtempel haben die Pforten geschlossen, Firmen wie Apple, IKEA, Swarovski, Nike, Zara, H&M haben sich aus Russland zurückgezogen. Wenn auch die Kreditkarten nicht mehr funktionieren und die sozialen Medien gesperrt sind, bricht die Fassade in sich zusammen.
In einem weiteren Punkt unterlag Putin einer fundamentalen Fehleinschätzung. Von 181 Staaten haben sich in der UNO nur vier (!) andere Länder (Belarus, Syrien, Nordkorea, Eritrea) mit Moskau solidarisiert. China, Kuba, Venezuela, Vietnam enthielten sich der Stimme. So isoliert war Russland schon lange nicht mehr. Seit zehn Tagen tobt der Krieg, niemand hat so viel für Europas Einigung getan wie Putin.
Leitartikel
Putin steht mit dem Rücken zur Wand, und das ist kein gutes Zeichen
Wenn jemand unter Berufung auf die eigene Geschichte Grenzen in Europa zu verschieben beginnt, kann kein Land schweigen – egal, ob es der Nato angehört oder neutral ist.