Klimaticket um 949 EuroÖsterreich-Ticket startet mit 26. Oktober - (noch) ohne Wien, NÖ und Burgenland

Der Verkehrsverbund Ostregion hat noch keinen Vertrag mit dem Klimaschutzministerium unterzeichnet, vor allem Wien soll sich querlegen. Trotzdem soll das österreichweite Ticket am Nationalfeiertag starten - notfalls als "Schmalspurvariante" ohne Regionalverbindungen in der Ostregion.

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Wird das 1-2-3-Ticket in der geplanten Form umgesetzt, dann kann man mit einem Jahresticket zum Preis von 1.095 Euro im ganzen Land mit allen Öffis fahren.
Wird das 1-2-3-Ticket in der geplanten Form umgesetzt, dann kann man mit einem Jahresticket zum Preis von 1.095 Euro im ganzen Land mit allen Öffis fahren. © Juergen Fuchs
 

Die Österreich-Stufe der ehemals als "1-2-3-Ticket" bekannten Öffi-Jahreskarte startet am Nationalfeiertag am 26. Oktober - fix ist vorerst aber nur die Gültigkeit in sechs Bundesländern sowie allen ÖBB-Zügen, der Westbahn und Regiojets, denn der Verkehrsverbund Ostregion, dem Niederösterreich, Wien und das Burgenland angehören, hat noch keine Vereinbarung mit dem Bund unterzeichnet. Regionalverbindungen in Niederösterreich oder dem Burgenland und besonders die Wiener Linien sind vorerst nicht inkludiert.

Kommt sie nicht bis 26. Oktober zustande, startet das "Österreich-Ticket" nur als "Schmalspur-Variante", bei der alle öffentlichen Verkehrsmittel in der Steiermark, Kärnten, Salzburg, Tirol, Vorarlberg und Oberösterreich sowie alle ÖBB-, Westbahn- und Regiojet-Zügs inkludiert wären.

Eine Fahrt von Graz nach Wien mit dem Zug etwa wäre also in dem Ticket inkludiert - wer dort aber mit der U.-Bahn weiterfahren will, muss ein eigenes Ticket der Wiener Linien erwerben.

Zum Start soll es statt den regulären 1095 Euro nur 949 Euro kosten, der Vorverkauf startet am 1. Oktober auf klimaticket.at sowie allen Schaltern von ÖBB und Verkehrsverbünden. Für Jugendliche bis 26, Pensionistinnen und Pensionisten wird das Ticket 699 Euro kosten. Sobald der VOR dem Ticket beitritt, werden auch seine Verbindungen in dem Preis inkludiert sein. "Die Zeit des Wartens ist vorbei", sagt Klimaministerin Leonore Gewessler (Grüne).

Dem Vernehmen nach ist das Infrastrukturressort auch schon einig mit Niederösterreich und dem Burgenland - Wien hat aber noch nicht zugestimmt und der Bindung im VOR wegen kann die Ostregion nur als ganzes dem Ticket zustimmen. Die Präsentation des Tickets heute, Mittwoch, soll wohl auch den Druck auf die Bundeshauptstadt erhöhen, dem Ticket doch noch zuzustimmen (wie in den anderen Ländern wohl verknüpft mit einer Vereinbarung über Bundesfinanzierung für weiteren Öffi-Ausbau).

Reaktion aus Kärnten

"Es ist erfreulich, dass das lang geforderte österreichweite Öffi-Ticket im Oktober endlich bei den Fahrgästen ankommt", sagt Kärntens Verkehrslandesrat Sebastian Schuschnig. Für ein Viertel der Kärntner Pendler werde bereits mit dem österreichweiten Klimaticket die Jahreskarte günstiger, für alle besser. "Leider ist der Start des Klimatickets aber denkbar holprig. Denn solange fast die Hälfte der Österreicher in drei Bundesländern davon ausgeschlossen ist, hat das Verkehrsministerium noch massiven Nachbesserungsbedarf, damit es nicht erst wieder zu einem Fleckerlteppich kommt", so Schuschnig.

Das günstige Öffi-Ticket sei ein Baustein für die Verkehrswende, aber nun müsse besonders in ländlichen Regionen massiv das Angebot ausgebaut werden, damit das Ticket auch genutzt werden könne. "Wenn nur zweimal am Tag ein Bus fährt, bringt das beste Ticket nichts. Es braucht daher auch mehr Mittel vom Klimaministerium für die Länder, um die Taktungen auszubauen", fordert Schuschnig.

123-Ticket kommt nicht in ursprünglich geplanter Form

Im ersten vollen Jahr (2022) sind dafür 150 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt vorgesehen. Die notwendigen gesetzlichen Grundlagen wurden im März beschlossen. Parallel dazu sollen auch regionale Klimatickets kommen.

Von der ursprünglichen Idee, in jedem Bundesland ein regionales Ticket um jeweils 365 Euro (bzw. eines für zwei Länder um 730 Euro) anzubieten, hat sich Gewessler nun aber verabschiedet. Stattdessen sollen die Länder-Verkehrsverbünde regionale Klimatickets erarbeiten. Oberösterreich hat heute ein landesweites Ticket um 695 Euro angekündigt.

Das grüne Leuchtturmprojekt 123-Ticket war in ähnlicher Form auch im SPÖ-Wahlprogramm zur Nationalratswahl gestanden.

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Danke für Ihr Verständnis.

Kariernst
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Fauler Kompromiss

Eine Schande versprochen wurde ein Bundesländer Ticket um 365 Euro das wollten viele Bundesländer nicht sehr egoistisch und engstirnig denn so werden viele nicht zum Umstieg zu bewegen sein schade
Der Faule Kompromiss wurde zudem in Linz präsentiert um die Wahl zu beeinflussen diese Regierung bricht jedes Versprechen .
365 Euro wäre für sehr viele Menschen leistbar und das müsste eigentlich an erster Stelle stehen um in den Bundesländern den öffentlichen Verkehr attraktiver zu machen.
Eigentlich sollte es so sein das der Bund bestimmt wo es lang geht immerhin stellt er auch 150 Millionen an Steuergeld zu Verfügung doch in Österreich gehen die Uhren schon immer anders.

melahide
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Komisch

Das die Kleine. Zeitung sich weigert, den Namen des Tickets zu nennen. „Klimaticket“. Fast schon verächtlich schreibt man von „Öffi Jahreskarte“. So ein Ticket hat niemand, nicht mal ansatzweise hinbekommen. Sagt einfach mal: „Gut gemacht“

Kleine Zeitung
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Antwort

Welchen Namen nennen wir nicht?

melahide
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Kleine Zeitung

Ihr nennt in 2 Artikeln den Namen des Tickets nicht. Der Name ist „Klimaticket”. Nicht “schmalspur Öffi Jahreskarte“ :)

Kleine Zeitung
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Antwort

In diesem Artikel können Sie bereits in der Überschrift den Namen "Klimaticket" erkennen. Auch unter der Überschrift "Reaktion aus Kärnten" können Sie beispielsweise den Namen "Klimaticket" lesen.

Lamax2
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Unausgegoren und im Grunde falsch

Dieses Ticket für ganz Österreich wird genauso floppen, wie die E-Autos, da es nur für ganz wenige etwas bringt aber dem Staat sehr teuer kommt, Wer fährt schon das ganze Jahr durch ganz Österreich? Wenn ich das einmal im Urlaub mache, ist der normale Preis allemal noch billiger. Die Jahreskarte für ein Bundesland, die sicher am öftesten gebraucht wird, wird wesentlich teurer. Frau Gewessler agiert stur dahin, als würden alle Menschen so denken wie sie.

neuer mann
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wenn sie immer nur ihre eigene perspektive haben,

können sie in diesem wunderbaren, einfachen und günstigen ticket natürlich nichts gescheites wahrnehmen.
meinereiner freut sich schon riesig, in ganz österreich unterwegs sein zu können, ohne mich um irgendein ticket kümmern zu müssen.

derdrittevonlinks
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Lass die Weichen zu Hause

Mit dem in Oberösterreich erhältlichen 695 € Ticket, statt 365 €, ist's mit der Urlaubsplanung klar, lieber ein Flug, statt Landesticket, nicht wahr?!

Gesamtsicht: Quasi, katapultiert in der Bezeichnung und
in der Ausführung ausschweifend.

neuer mann
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eine gute nachricht!

werde mir das ticket so früh wie möglich bestellen und bald in ganz österreich (region ost kommt sicher bald hinzu) supergünstig mit einem einzigen ausweis mobil sein können. wo immer ich einsteigen werde, kann ich das tun, ohne um mich um irgendetwas kümmern zu müssen.... tolle sache!

WSer
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Wenn Gewessler eine Schwarze wäre, hätten die Medien inklusive der ORF sie in der Luft zerrissen.

So ein Tamtam auf Staatskosten für eine halbfertige Sache, die nicht einmal so genial ist, wie sie angepriesen wird.

Meines Erachtens wäre es klüger und vor allem einfacher gewesen, wenn die Öffibenützer gegen Vorlage der Tickets einen spürbaren Betrag zurückerstattet bekommen hätten - egal, ob sie die Fahrt privat oder beruflich angetreten haben.

Die Pendlerpauschale hätte davon unberührt bleiben können.

UHBP
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@ws...

Wenn die Gewessler eine Schwarze wäre, hättest du den Vorschlag ohne wenn und aber super gefunden, selbst wenn er dreimal so teuer gewesen wäre.

neuer mann
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super einfach ist ihr vorschlag nicht:

jedes mal beim bezahlen was rückerstattet bekommen, ist ein großer aufwand.
mit dem 1 22 3 ticket zahle ich 1 mal und nirgendwo in österreich brauche ich mich um weitere tickets zu kümmer. das ist suoer einfach!

Ragnar Lodbrok
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man braucht nur die Pendlerpauschale streichen und stattdessen einen

Zuschuss zum Zugticket zahlen.
Dann wird Graz vielleicht wieder aufatmen - denn derzeit pendeln Arbeitnehmer mit über 100.000 (!!!) Autos nach Graz - täglich.

UHBP
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@rag...

Gute Idee! Probeweise könnte man das ja für Grazer die aus Graz rausbendeln einmal einführen.

Kariernst
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Seifenblase

Das hat nichts mit Politikern und Pensionisten zu tun, denn die Politiker bezahlen schon immer nichts wenn sie mit der Bahn fahren und die Pensionisten fahren mit der Seniorenkarte weil viele diesen Preis nicht bezahlen können und so wird wieder einmal sinnlos Steuergeld verpulvert nur um sich profilieren zu können.
Ja es sind wieder einmal die Länder und die Vekehrslandesräte die alles blockieren, so will Oberösterreich 695€ für ein Bundeslandticket verlangen unerträglich wie die Länder vorgehen und der Bund ist zu schwach dich durchzusetzen denn immerhin bezahlt der Bund dieses Vorhaben mit Steuergeldern, wieder eine Chance vertan denn ein Bundeslandticket um 365€ würde tatsächlich etwas bewegen und müsste als 1: umgesetzt werden.
Die Not bei den Grünen muss sehr groß sein, endlich einen Erfolg zu landen und vom Versagen in der Asylpolitik (Stichwort Abschiebungen nach Afghanistan) oder beim Ibiza-Untersuchungsausschuss (auf Wunsch der ÖVP abgedreht) abzulenken. Für den wahlkämpfenden oberösterreichischen Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) ist das ein Geschenk, er profitiert von dem Schnellschuss, bei dem die größte Nahverkehrs- und Pendlerregion Österreichs bewusst zurückgelassen wird. Genau aus diesem Grund wurde die Präsentation in Linz gemacht!

Jahcity 1
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Was haben die Politiker in München vor 30 Jahren gemacht?

Sie haben einen 50 km-Radius um München gezogen und eine 20-Mnuteb-Taktung innerhalb dieses Radius beschlossen. Wie ist das nun mit der Steinzeit?

herwig67
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Was dagegen spricht

Wenn man z.B. um 16:00 Uhr einen Termin in Kapfenberg hat und in Graz ( Innenstadt) arbeitet, muss man die S-Bahn um 14:26 nehmen. Das heißt um 13:50 ausstempeln und ab zum Bahnhof. Mit dem PKW muss ich erst um 15:00 ausstempeln. Dies bedeutet, ich kann gut 70 min. länger arbeiten und dadurch weniger Minus Stunden. Für Pendler, die zu Hause ständig Therapien oder andere wichtigen Termine haben, ist nach wie vor der PKW alternativlos. Hofge, dass die Pendlerpauschale für diese Personengruppe (ab 50% Beinträchtigung sowie Benützung öffentl. Verkehrsmittel unzumutbar) unverändert bleibt.

Kaine
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terminplanung

wenn sie um den Termin um 16:15 hätten, könnten sie um 15:26 vom Bahnhof wegfahren... und sie könnten ja mit dem Rad zum Bahnhof fahren, wäre schneller als von der Arbeit hinzugehen?

UHBP
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@her...

Es wird bei allem immer irgendetwas dagegen sprechen, wenn man nur lange genug sucht.

Zwiepack
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also weils grad für Sie persönlich nicht perfekt ist,

ist es schlecht?

bond007
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So viele Dislikes...

weil hier niemand wirklich arbeitet. Darum verstehen die Leute das nicht, was sie schreiben. Ich verstehe es, ich arbeite. Leider sind viele hier sehr ignorant und nur auf grüne Publicity aus. Probleme wie früher aufhören oder Probleme durch schlechte Öffi Verbindungen sind denen egal. Hauptsache ich ich ich und alles andere böse böse böse.

UHBP
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@bond...

Wer "wirklich arbeitet" übernachtet im Büro :-)))

hans31
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Wer redet hier nur immer von sich...

Ich arbeite... Ich kann nicht weil.... Die sollen ja nicht's anders machen weil ich.....

owlet123
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Ansichtssache

Ich arbeite auch "richtig", pendle seit vier Jahren mit dem Zug, Verbindung geht nur einmal pro Stunde, brauche doppelt so lang wie mit dem Auto und trotzdem bin ich überaus zufrieden und finde dieses Ticket super, da man durchhaus Leute somit zum Umstieg bewegen kann. Dass der Umstieg nicht für jeden einzelnen möglich ist, ist schon klar, aber man darf immer Vor- und Nachteile nennen und wenn mich jemand entsetzt wegen meiner Pendlerei ansieht, erkläre ich halt meine Beweggründe und was genau mir daran so gefällt (der Umweltaspekt ist definitiv NICHT mein Hauptgrund), das ist dann nicht gleich grüne Publicity.

SagServus
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Für Pendler, die zu Hause ständig Therapien oder andere wichtigen Termine haben, ist nach wie vor der PKW alternativlos.

Die Masse der Pendler hat aber keine täglichen Therapien und ständig Termine.

Abgesehen davon, inwiefern sollen solche Einzelfälle irgendein Argument dagegen sein?

joektn
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Sehr gut :)

Mit dem neuen Ticket spare ich gleich mal 1500€ pro Jahr ein. Wird fix gekauft, aber dass es ausgerechnet Wien verhindert wundert mich schon. War Wien doch mit dem 365€ Ticket lang Vorreiter.

 
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