Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Familienbericht präsentiertRaab: Branchenöffnungen werden Familien entlasten

130 Millionen Euro wurden bislang aus dem Familienhärtefonds ausbezahlt. Im Juni werden die laufenden Maßnahmen evaluiert, erklärt Ministerin Raab.

Familienministerin Susanne Raab (ÖVP)
Familienministerin Susanne Raab (ÖVP) © APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)
 

Familienministerin Susanne Raab (ÖVP) verspricht sich von den angekündigten Branchenöffnungen im Mai auch eine "große Entlastung" für die Familien.

Bei einer Pressekonferenz zur Präsentation des "Familienberichts" erinnerte Raab auch an die finanziellen Hilfen für Familien in der Coronakrise. Um Familien auch beim "Comeback" zu unterstützen, werde man im Juni die laufenden Maßnahmen evaluieren und gegebenenfalls Unterstützungsleistungen anpassen.

Familien hätten in der Coronakrise "unglaublich viel geschultert", merkte Raab an. Vonseiten der Politik habe man versucht, bestmöglich zu helfen, nun wolle man das "Comeback" unterstützen. Neben Familienleistungen des Staates, die Armut verhindern sollen, sei natürlich das Familieneinkommen an sich zentral, betonte Raab.

Deshalb sei es das wichtigste, Menschen aus der Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit wieder in reguläre Beschäftigung zu bringen – dabei werde schon die geplante Öffnung (etwa Gastronomie und Tourismus) eine "große Entlastung" sein, hofft Raab. Auch die Öffnung der Schulen müsse unbedingt mitberücksichtigt werden und "so rasch wie möglich" erfolgen.

Raab: Österreich im EU-Spitzenfeld bei Familienleistungen

Gefragt, ob es auch zusätzliche Unterstützungsmaßnahmen für Familien für solch ein "Comeback" geben wird, verwies die Ministerin darauf, dass die bestehenden Hilfen noch bis Ende Juni laufen. So wurden beispielsweise aus dem Familienhärtefonds bisher fast 130 Mio. Euro an 97.000 Antragsteller ausbezahlt. Zum Auslaufen der Sonderhilfen werde man die Maßnahmen evaluieren und schauen, wie die Situation dann sei, um Hilfsmaßnahmen dementsprechend anzupassen, sicherte die Ministerin zu.

Generell befand Raab anlässlich der Präsentation des "Familienberichts", der die Jahre von 2009 bis 2019 abbildet, dass man in den letzten Jahren in der Familienpolitik einen sehr erfolgreichen Weg gegangen sei. Österreich befinde sich im Spitzenfeld für finanzielle Familienleistungen. So wurden etwa im Jahr 2019 mehr als sieben Milliarden Euro an Familienleistungen aus dem Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) ausbezahlt, davon rund 3,5 Milliarden Euro für Familienbeihilfe und rund 1,2 Milliarden Euro für Kinderbetreuungsgeld. Rund 1,1 Millionen Anspruchsberechtigte beziehen für rund 1,8 Millionen Kinder die Familienbeihilfe.

Der Mix aus Geld-, Sach- und Steuerleistungen sei letztlich treffsicher, betonte Wolfgang Mazal, Leiter des Österreichischen Instituts für Familienforschung. So machten die Familienleistungen 2015 über 40 Prozent des Einkommens von Familien im untersten Einkommenszehntel aus, im obersten unter fünf Prozent, heißt es im Familienbericht. "Es kann glaube ich niemand sagen, dass man es nur den Reichen 'hineinschiebt' - im Gegenteil, hier wird eine massive Umverteilung gemacht."

Raab hob auch besonders den deutlichen Ausbau der Kinderbetreuungsplätze in den letzten zehn Jahren hervor. Zwischen 2008 und 2018 habe der Bund 442 Mio. Euro in den Ausbau gesteckt, dadurch sei die Zahl der betreuten Unter-Dreijährigen von 14 Prozent (2008) auf 26,5 Prozent (2018) gestiegen. "Diesen Weg wollen wir auch weiter gehen", betonte Raab.

Kommentare (10)
Kommentieren
SoundofThunder
3
4
Lesenswert?

🤔

Wer gut verdient hat mehr davon. Wer wenig verdient,verdient sich eh keine Familienbeihilfe. 😏

mahue
2
5
Lesenswert?

Manfred Hütter: Einkommensstaffel

Ist ein Denkansatz, aber es war die SPÖ, die immer gesagt hat, bei der Familienbeihilfe müssen dem Staat alle Kinder unabhängig vom Einkommen der Eltern alle gleich wert sein. Bei manchen steuerlichen Begünstigungen z . B. außergewöhnlichen Belastungen gemäß § 34 EStG 1988 mit Selbstbehalt sind einkommensabhängig (allgemeine Krankheitskosten des Kindes). Aber bei pauschalen Steuerbegünstigungen nach §§ 34 (Studienkosten) , 35 EStG 1988 (bei Beeinträchtigung ab 50% und erhöhter Familienbeihilfe) für Kinder wider nicht.

mahue
0
2
Lesenswert?

Manfred Hütter: Entschuldigung wieder statt wider

für Kritiker wie RWR etc.

mahue
1
1
Lesenswert?

Manfred Hütter: komplexes Thema

Als Finanzbeamter seit einem Jahr im Ruhestand und als Vater und Alleinerzieher eines im Mai 13 jährigen Sohnes (wurde kurz vor meinem 50ziger erstmals Vater, war bei vielen Kolleginnen auch schon bei rund 40 Jahren). Könnte die vielen Familienleistungen des Bundes im FLAG 1967 und EStG 1988 aufzählen, für gemeinsam lebende Eltern oder getrennt lebend. Besser ist selbst auf Homepage des www.bmf.gv.at oder Homepage der Bundesländer, dort Förderungen nicht überall gleich, nachzulesen, welche es gibt. Nicht nur den AVAB oder Höhe der Familienbeihilfe. Dann kann man korrekt sagen, was kann man erhöhen. Wird aber kompliziert, wenn nicht vom Fach, mehr Geld wollen alle.

AMeinung
2
8
Lesenswert?

Anrechnung von Familienarbeit

Zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf gehört für mich auch eine bessere Anrechnung der geleisteten Familienarbeit für die Pension. Als Frau bin ich, sobald ich schwanger bin, gefährdet an die Armutsgrenze zu kommen. Vor allem in der Pension wird`s kritisch. Die Pensionsreform 2003 mit den langen Durchrechnungszeiten ist katastrophal für Frauen.
Das hat man bewusst in Kauf genommen und auch noch als Erfolg für die Frauen verkauft. Eine Frechheit sondergleichen.
Ich arbeite seit über 30 Jahren in der Pflege ( Alten- und Intensivbereich) und werde aufgrund der Teilzeitarbeit zu wenige Schwerarbeitsmonate zugebilligt bekommen. Bekomme natürlich ca 400€ weniger Pension als meine männlichen Kollegen und werde länger arbeiten.
Das ist die Realität. Jede Frau überlegt sich zu Recht ob sie Kinder bekommen soll.

isogs
5
5
Lesenswert?

Frage

Wer kann sich noch erinnern wann das letzte mal die Familienbeihilfe erhöht wurde. Oder die Höhe des Einkommens ab der, der Anspruch auf den Alleinverdienerfreibetrag fällt?

Freitag
0
3
Lesenswert?

Familienbeihilfenerhöhung

Die letzte Erhöhung der Familienbeihilfe war im Jahr 2018. Im selben Jahr wurde der Kinderbonus eingeführt, wirksam aber erst 2019.

mahue
1
0
Lesenswert?

Manfred Hütter: Korrektur

Der Familienbonus Plus ist im Einkommensteuergesetz 1988 § 33 als Absetzbetrag geregelt, und nicht im FLAG 1967 als Familienleistung, wie die Familienbeihilfe.

mahue
0
0
Lesenswert?

Manfred Hütter: Steuerreduktion

Absetzbeträge reduzieren die errechnete Steuer, daher stand in unseren Informationen klipp und klar bis 1.500,- Euro pro Kind, kann aber weniger sein, speziell bei mehreren Kindern und niedrigem Einkommen, je nach einbehaltener Jahressteuer.
Beihilfen laut Familienlastenausgleichsgesetz 1967 sind für Kinder Brutto für Netto gleich und Cash, ohne Einkommensbegrenzung. Geändert wurde hier das Gesetz für im EU-Ausland lebende Kinder mit Kaufpreisunterschied zu Österreich.

tim29tim
4
6
Lesenswert?

Familienhärtefonds

Gerade die hohe Arbeitslosigkeit in der Coronakrise macht finanzielle Hilfen für Familien notwendig, damit sich ein Jobverlust von Elternteilen nicht auf die betroffenen Kinder durchschlägt.
Nach den Anpassungen im Familienhärtefonds durch Familienministerin Susanne Raab, die Familien durch die Krise geholfen haben, müssen nochmal Adaptierungen kommen, damit Familien beim kommenden Aufschwung nicht zurückbleiben.