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Wien-SalzburgÖBB reduzieren Zugangebot auf ihrer stärksten Strecke um die Hälfte

Weil eine Sonderförderung durch das Finanzministerium ausbleibt, streichen die Bundesbahnen das Verbindungsangebot Wien-Salzburg ab Montag schrittweise um die Hälfte.

++ ARCHIVBILD/THEMENBILD ++ OeBB
© APA/ROBERT JAEGER
 

Um den Bahnverkehr zwischen Wien und Salzburg auch während der Corona-Pandemie aufrecht zu erhalten, erhielten die staatlichen ÖBB und die mehrheitlich private Westbahn im November mittels Notvergabe durch das Verkehrsministerium staatliche Unterstützung in Höhe von 45 Mio. Euro. Weil diese Notvergabe am Sonntag (7. Februar) ausläuft und das Finanzministerium einer Verlängerung noch immer nicht zugestimmt hat, wollen ÖBB und Westbahn ihr Angebot auf der Strecke zurückfahren.

"Mit dem Auslaufen dieser Notvergabe werden die ÖBB ihr Verbindungsangebot zwischen Wien und Salzburg nach dem 8. Februar schrittweise um bis zu 50 Prozent reduzieren", teilten die ÖBB heute, Samtag, mit. Aufgrund der schwachen Auslastung wegen der Pandemie könne man das umfassende Verkehrsangebot eigenwirtschaftlich nicht weiter aufrechterhalten. "Mit dem reduzierten Angebot ab 8. Februar wird die aktuelle Kundennachfrage auf der Weststrecke gedeckt und weiterhin sicheres Reisen mit der Bahn ermöglicht", heißt es in der Mitteilung.

Gegenseitige Ticketanerkennung endet

Ab 8. Februar endet nach ÖBB-Angaben auch die gegenseitige Ticketanerkennung zwischen ÖBB und Westbahn - somit sind dann in den Zügen der ÖBB nur mehr ÖBB-Tickets gültig. Entsprechend den weiteren Lockerungsschritten bei den Coronamaßnahmen wollen die ÖBB ihr Verkehrsangebot in den nächsten Wochen und Monaten schrittweise wieder hochfahren.

Die Westbahn sieht die Absage der Verlängerung "gesundheitspolitisch kritisch", weil es trotz hoher Infektionszahlen und einer Verzögerung bei der Impfstrategie zu einer Lockerung des Lockdowns komme und mit einer steigenden Zahl von Pendlern und Schülern zu rechnen sei.

"Die Nachfrage wird natürlich deutlich geringer sein als vor COVID (und damit keine wirtschaftliche Tragfähigkeit für die Bahnunternehmen haben), aber höher als in der Zeit des vollständigen Lockdowns", heißt es in einer Mitteilung der Westbahn. "Um den Anforderungen an die Abstandsregeln einigermaßen gerecht werden zu können, müssten in dieser Situation sogar noch mehr Zugverbindungen bestellt werden. So aber muss der Zugverkehr umgehend reduziert werden." Die Ausdünnung des Verkehrs bedeute für Bahnreisende ein Gesundheitsrisiko.

Finanzministerium stimmt nicht zu

Auch das Verkehrsministerium von Leonore Gewessler (Grüne) drängt Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) zu einer Verlängerung der Staatshilfe für ÖBB und Westbahn. "Erteilt das Finanzministerium keine Zustimmung, müssen Zugverbindungen eingestellt werden. Leidtragende sind dann die auf den Zug angewiesenen Pendlerinnen und Pendler", heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme aus dem Verkehrsministerium gegenüber der APA.

Nach Informationen der APA wurde der Antrag auf Verlängerung der Notvergabe bereits am 7. Jänner an das Finanzministerium geschickt, die Zustimmung blieb bisher ohne Angabe von Gründen aus. Das Finanzressort spielt den Ball zurück: "Zuständig für das Thema ist das Verkehrsministerium", hieß es auf Anfrage der APA lediglich.

"Unter solchen Bedingungen kann nicht gewährleistet werden, dass gemäß der Corona-Schutzmaßnahmen ausreichend Abstand in den Zügen gehalten werden kann", warnt der Vorsitzende des Fachbereichs Eisenbahn in der Gewerkschaft vida, Günter Blumthaler. "Die Verlängerung der Notvergabe muss außerdem an Jobgarantien geknüpft sein", forderte der Gewerkschafter am Samstag laut Mitteilung. Als "unverantwortlich" kritisierte auch SPÖ-Verkehrssprecher Alois Stöger die fehlende Zustimmung aus dem Finanzministerium.

"Es ist nötig, dass gerade jetzt in Corona-Zeiten auch die Finanzierung für die Westbahnstrecke, die ja gewöhnlich rentabel ist, durch diese schwierige Zeit von der öffentlichen Hand getragen wird", forderte AK-Präsidentin Renate Anderl.

 

Kommentare (11)
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melahide
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Was ich

eher schade finde ist, dass man meistens zuerst nach Wien muss und man dann erst weiter fahren kann. Die Bahn gehört bitte einfach besser ausgebaut. Jede Landeshauptstadt müsste mit den Bezirkshauotstädten verbunden sein.

Bin früher sehr viel mit der Bahn gefahren. Wenn ich mal nach Wien muss, mach ich das immer per Zug. Sogar Graz-intern ist der Zug oft die schnellste Lösung

pregwerner
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Neuer Zungenbrecher:

Die Lockerung des Lockdowns wird locker den Lockdown lockern!
Locker lockert die Lockerung des Lockdowns den Lockdown.

georgXV
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Österreichische Bummel Bahnen

wer fährt schon in den Zeiten wie diesen mit der Sozialraupe ...
Außer wenn man unbedingt muß und nicht anders kann.
Fahrzeit Wien Salzburg = 249 km
Österreichische Bummel Bahnen > fast 3 Stunden
gleiche Streckenlänge international > maximal 1 1/2 Stunden

einmischer
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georgXV

Geh Schurl, verzapf nicht sooo einen Blödsinn.
Bin leidenschaftlicher Autofahrer.
Aber auf der Strecke WIEN – Salzburg - München ist der Railjet konkurrenzlos.
Einfach einmal ausprobieren.

SoundofThunder
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🤔

Wahrscheinlich fahrt der Georgi über 230km/h auf der Autobahn?

rolfruediger
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Na ja....

.... in Wahrheit fährt der Railjetexpress von Salzburg bis Wien Hbf exakt 2 Stunden und 22 Minuten, aber die Unwahrheit lässt sich ja hier wirklich lässig verbreiten.

ronin1234
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Reaktion

Dann fahren sie mal Zagreb - Split.

georgXV
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???

O.K., ich wußte gar NICHT, daß Österreich schon am Balkan liegt ...
Und ich wußte gar NICHT, daß man unser Österreich mit den Verhältnissen in den ehemaligen Ostblockländer vergleichen soll und hatte immer gehofft, daß es bei uns wesentlich besser ist und läuft ...

satiricus
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Der Balkan beginnt bereits östlich des Semmerings

:-)

Balrog206
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Georg

Beim IC Graz - Linz könnten man fast glauben mit dem Balkan Express zu fahren ! ( Optik Ausstattung )

ronin1234
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Reaktion

Gleiche Strecke " international"