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Kilometerlanger StauProtest gegen Abschiebung nach Afghanistan

Sitzblockade vor Polizeianhaltezentrum: Zehn abgelehnte Asylbewerber wurden nach Afghanistan abgeschoben.

DEMONSTRATION GEGEN ABSCHIEBUNGEN 'LASST SIE BLEIBEN! LET THEM STAY!'
Demo im Jahr 2016 - jetzt, nach der "Corona-Pause" in Sachen Abschiebungen wurde wieder protestiert. © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Eine Sitzblockade gegen die Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern nach Afghanistan hat am heutigen Dienstagnachmittag zu einem drei Kilometer langen Stau auf einer der wichtigsten Verkehrsadern Wiens geführt. Wie ein ÖAMTC-Sprecher der APA mitteilte, reichte der Stau von der Rossauer Lände in Wien-Alsergrund über die Nordbrücke bis auf die Donauuferautobahn (A22) zurück. Laut Polizei hatten 23 Personen das Polizeianhaltezentrum an der Rossauer Lände blockiert.

Der Protest konnte die Abschiebungen nicht verhindern. Zehn Personen seien wie geplant am heutigen Dienstag zum Flughafen Wien-Schwechat gebracht worden, um von dort nach Afghanistan abgeschoben zu werden, bestätigte die Polizei. Nach Darstellung der Gegner der Abschiebungen werden die Personen, die vor politischer oder religiöser Verfolgung aus dem Land geflohen seien, damit in Lebensgefahr gebracht.

Erste Abschiebung seit Corona

Es handelt sich um die erste Gruppenabschiebung seit der Corona-Krise. Der Grazer Menschenrechtsexperte Wolfgang Benedek hält dazu fest: "Da ist es von Interesse, dass eine Richterin des Bundesverwaltungsgerichts kürzlich subsidiären Schutz erteilt hat, weil ein afghanischer Asylwerber noch nie in Afghanistan war und weil sich dort aufgrund der Covid-19-Situation die Lage auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt so verschärft hat, dass der abgelehnte Asylwerber in eine ausweglose Lage geraten würde."

In einem anderen Fall wurde die Aberkennung des subsidiären Schutzes aufgehoben und dieser Schutz um zwei Jahre verlängert. Lange Zeit war in Österreich ein Gutachter vor Gericht aufgetreten, der die Lage in Afghanistan als sicherer beurteilte als sie tatsächlich ist und der letztlich auch seiner Funktion enthoben wurde.

Sicherheitslage fragil

Die Sicherheitslage in Afghanistan ist äußerst fragil. Zwar sind derzeit Friedensgespräche zwischen der afghanischen Regierung und den radikal-islamischen Taliban im Gange, doch kommt es laufend zu gewaltsamen Zwischenfällen. Viele davon werden auch von der IS-Miliz verübt, die versucht, in das durch den geplanten US-Abzug entstehende Sicherheitsvakuum vorzustoßen. Erst am heutigen Dienstag kam der Vizegouverneur von Kabul, Mahbubullah Mohebi, bei einem Bombenanschlag in der afghanischen Hauptstadt ums Leben.

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zweigerl
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Dauerkarawane

Keine Sorge, die sind bald wieder da. Das Nomadentum liegt ihnen im Blut, bei uns haben sie das Im-Kreis-Gehen von der Asylunterkunft in die urbanen Zentren, um die alltagsverhärmten Österreicher zu bedauern, die sich in die Arbeitsstelle hin/retour quälen, so weit perfektioniert, dass eine Abschiebung nur der Restart für den neuerlichen Aufbruch ist. Klar ist das nicht ihre persönliche Schuld. Woran's liegt, da gibt es viele Gründe, die alle irgendwie mit den dzt 7,7 Milliarden Menschen zu tun haben, die in den nächsten Jahrzehnten auf 10 Milliarden anwachsen werden. Plus klimabedingter Unbewohnbarkeit vieler Regionen ergibt das ein gigantisches nomadisches Szenario. Auch Demonstrationen werden dann zur Dauerkarawane.

limbo17
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Diese Demonstranten

gehören gleich mit nach Afghanistan gebracht.
Ihre guten Freunde dort werden sich rührend um sie kümmern und ihnen Geld zuschieben.

tomtitan
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Ziemlich einfache Rechnung - jeweils 2 Demonstranten übernehmen die Verantwortung für einen der Abzuschiebenden,

geben ihm ein Zuhause, kommen für sein Leben auf, suchen Arbeit für ihn, erledigen seine Behördenwege....

zweigerl
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Die Obsorgepflicht bedingungsloser Humanisten

Auf diese Formel läuft es hinaus: Ich verlange vehement die Behaltepflicht bei uns gestrandeter Migranten und sträube mich gleichzeitig gegen die bequeme Vergemeinschaftung der Kosten, indem ich ein deutliches persönliches Opfer bringe. Motto meinetwegen: "We are all immigrants!" Zu diesen Opfern zählen die Beherbergung eines voraussichtlich stark anwachsenden Familienclans, die Sorge um deren Fortkommen auf Generationen, die permanente Arbeit an der kulturellen und sozialen Integration trotz HUnderter Handicaps, denen diese Menschen ausgesetzt sind. Undsoweiterundsofort in alle Ewigkeit.

mcmcdonald
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An den Kommentaren merkt man...

...dass Weihnachten ist - ein für wahr christliches Fest.
[Ironie off]

zweigerl
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Fürwahr?

Orthographie off. Fürwahr legitimiert Weihnachten nicht ein Friede-Freude-Eierkuchen-Denken und ist daher auch keine Generalamnestie für Nichtaufenthaltsberechtigte. So sehr auch einem Bischof Glettler der Stall von Bethlehem als Willkommensmetapher willkommen sein mag. Dieses kurzsichtige Denken löscht die Lichter im Haus des Seins, ganz nach der sentimentalen Schnulze: "Es wird scho glei dumpa".

tomtitan
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Das hat mit Weihnachten nichts zu tun - unser Sozialsystem wurde nicht geschaffen

um die ganze Welt zu retten...

rand
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Die Demonstranten

sofort mit Abschieben.

Hapi67
3
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Schöne Geste

Dass die armen traumatisierten, wahrscheinlich größtenteils unbegleiteten minderjährigen männlichen Personen es noch rechtzeitig vor Weihnachten nach Hause schaffen und im Kreise Ihrer Liebsten feiern können.
Natürlich schade für Österreich diese hochbegabten und sympathischen Menschen zu verlieren.
Aber die Erfahrung zeigt ja, dass viele von ihnen wieder kommen wollen und werden.
Auch verständlich, wenn Sie Weihnachten bei uns das ganze Jahr haben können-in diesem Sinne ein frohes Fest und einen schönen Abflug.

georgXV
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bitte langsam

die allermeisten Menschen aus diesen Teilen der Welt sind KEINE Christen, also ist für sie Weihnachten nur ein "Fest der Ungläubigen / für Ungläubige".

wjs13
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Wenn schon protestieren

dann dafür dass es viel mehr Abschiebungen braucht.
Für alle die straffällig werden müßte die Abschiebung automatisch Teil des Urteils sein.
Stattdessen muß der österreichische Steuerzahler Großfamilien Jahrzehnte durchfüttern.

rontin
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Ja wenn es so entschieden wurde ...

... wir können wegen Corona nicht immer alles für alle gut machen ....

tomtitan
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Wieder einmal eine Chance vertan

und dringend benötige Fachkräfte müssen unser Land verlassen...

geto84
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Wie definieren Sie Fachkräfte?

Es gibt in Österreich Stand heute 472.157 arbeitslose Fachkräfte.