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"Frage der Gerechtigkeit"Pensionserhöhung im Ministerrat beschlossen

Für Finanzminister Blümel ist die Pensionserhöhung eine "Frage der Gerechtigkeit", für Sozialminister Anschober ein Impuls für jene, "die jeden einzelnen Euro brauchen".

Blümel, Anschober nach dem Ministerrat
Blümel, Anschober nach dem Ministerrat © (c) APA/ROBERT JAEGER (ROBERT JAEGER)
 

Die Regierung hat am Mittwoch im Ministerrat wie angekündigt die Pensionserhöhung für kommendes Jahr beschlossen. Kleine Pensionen bekommen prozentuell mehr. Für Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) handelt es sich um eine "Frage der Gerechtigkeit", wie er betonte. Sozialminister Rudolf Anschober (Grüne) meinte, man setze einen Impuls für Menschen, "die jeden einzelnen Euro wirklich dringendst brauchen".

Kleine Pensionen bis 1.000 Euro werden um 3,5 Prozent angehoben, auch die Ausgleichszulage wird auf 1.000 Euro angehoben. Bis zu einer Pensionshöhe von 1.400 Euro wird die Anpassung auf den Inflationswert von 1,5 Prozent abgeschmolzen. Diese gesetzlich vorgesehene Erhöhung gibt es bis zu einer Pensionshöhe von 2.333 Euro, darüber einen Fixbetrag von 35 Euro.

Der Kritik, dass die Senioren eigentlich in der Coronakrise nichts verloren haben, konterte Anschober damit, dass man die Generationen in dieser Situation "nicht auseinanderdividieren" sollte. Er sehe das genauso, pflichtete Blümel bei, etwas anderes wäre nicht gerecht gewesen, denn ein Drittel der Pensionisten profitiere auch nicht von der jüngsten Steuerreform. Letztlich solle die Erhöhung ja auch zur Kaufkraftsteigerung beitragen.

Dass der Vorsitzende der Alterssicherungskommission, Walter Pöltner, vor einer Aushöhlung des Versicherungsprinzips gewarnt hat, weil Personen, die mehr an Beiträgen eingezahlt haben, eine geringere Pensionserhöhung erhalten, sehen die Minister gelassen. Die einen sagten, es sei zu viel, die anderen, es sei zu wenig - das sei ein Indiz dafür, dass man richtig liege, befand Blümel. In den kommenden Monaten werde man mit der Kommission einen intensiven Dialog über die mittel- und langfristige Absicherung des gesamten Systems führen, erinnerte Anschober. Es sei auch Pöltners Verantwortung und Aufgabe, hier vorsichtig zu analysieren.

 

Kommentare (17)

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ReinholdSchurz
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Verdoppelt alles, 😐

Hoffentlich haut der Kurz bald hin, denn die grünen Dorfkasperl gehen schon derartig auf den Geist 👻
Löhne in der Metall Branche werden um einen Minimalbetrag erhöht und wer als Unternehmer will kann eine Zusatzzahlung gewähren.
Ich finde das alles geht zu weit Links und was ist mit den Duckmäusern der Gewerkschaft, sind alle sofort umgefallen und eingeschlafen.
Jeder Cent ist Schade für den unfähigen Haufen ÖGB🤷🏻‍♂️

leserderzeiten
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.

Die Gier is a Hund.
Von den Gstopften kannst des sporn lernen.
Nach unten treten, nach oben bücken.

ad 2020

dude
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Im Forum geht es ja zu...

...als ob eine große Zwangsenteignung im Raum steht! Dabei werden die niedrigsten aller Pensionen etwas stärker erhöht. Dabei geht's um Pensionen von weniger als € 1.000,--. Damit auch diese Pensionistinnen ein halbwegs würdiges Leben leben können (ist auch mit € 1.000,-- pro Monat schwer genug)!
Nicht jeder, der heute nur eine Mindestpension bekommt, war sein Leben lang faul und ein Sozialschmarotzer!
Der, der € 25.000,-- pro Monat als Pension bekommt, war auch nicht zwingend 30 x fleißiger im Leben als z.B. eine Witwe, die vielleicht nur ein paar Jahre erwerbstätig war, die 3 Kinder aufgezogen hat und danach ihr Leben als 24-h-Hilfe (Hausfrau) für die Familie aufgeopfert hat. Auch solche Fälle gibt es mehr als man denkt und für diese Menschen ist ein 3,5%ige Pensionserhöhung gewaltig! Und ob die Pensionist in mit € 25.000,-- pro Monat jetzt € 25.035,-- bekommt, merkt sie nicht einmal. Bei dieser Aussage ist kein Funke Neid dabei. Eventuell ein bißchen Unverständnis...

hhaidacher
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An die Jammerer...

An Alle, die hier von Ungerechtigkeit schreiben:
Der Abschluss ist höher als bei den Metallern!
Da wäre eher Zufriedenheit und Dankbarkeit angesagt.

GordonKelz
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Es ist eine Frage der Gerechtigkeit....

...man muss um Gerechtigkeit zu schaffen, das bestehende Pensionsgesetz umgehen, zeugt nicht gerade von einem " gerechten "
Gesetz, oder?!
Gordon Kelz

Weka
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Pension als soziale Gabe?

Die Pension ist keine Sozialunterstützung, sondern ein Ergebnis einer jahrzehntelangen Versicherungszahlung!
Natürlich ist es begrüßenswert, wenn die kleinsten Pensionen einen sozialen Zuschlag erhalten, jedoch müssten laut Gesetz ALLE Pensionen zumindest um die Inflationsrate von 1,5 % valorisiert werden. Wenn man wie ich gerade mal 0,71% erhält, ist dies eine schleichende Entwertung der Pension. Von Inflationsabgeltung oder gar -erhöhung zu reden, ist ja wohl ein schlechter Witz!
So befinden wir uns auf dem Weg zur Einheitspension als Sozialleistung an Stelle einer Pensionsversicherung ...

schadstoffarm
6
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Nein ist keine versicherungsleistung

Sonst würdest weniger pension bekommen. Es ist ein subventionierten umlagrsystem.

klaxmond
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ja genau

eine Frage der Gerechtigkeit: manche haben wenig Beitragsjahre, von denen oft nur halbtags oder noch weniger gearbeitet, andere haben über 40 Jahre Vollzeit zusammengebracht. Es ist mehr als gerecht, dass jene ersteren, mit den kleinen Pensionen + Ausgleichszulage mehr bekommen als jene, die die Beiträge dafür geleistet haben. Man muss schon a bissi sozial sein!

isogs
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Nicht verstanden

Sie haben nicht verstanden, dass es sich um eine Versicherungsleistung handelt, wer von einzahlt bekommt mehr heraus---- denkste! Bald ist's egal wieviel du einzahlst, lieber Schwarzarbeiten, die Regierung will es so!

chatrouge
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Welche Gerechtigkeit ist gemeint?

Pensionsbezieher zwischen 1.001 € und 2.332 € erhalten weniger als 35 €. Die zwischen 2.333 € und ASVG Höchstpension weniger als 1,5 %.
Nur bei der Mindestpension von 1.000 € gibt es 3,5% und 35 €, darüber bis 1.400 € gleitet der Prozentsatz und damit der Betrag der Erhöhung gleitend ab, ergibt € 1,5 % und 21 € bei 1.400 €.
Ab 1.400 € bis 2.333 € bleibt der Prozentsatz bei 1,5 %. Der Betrag der Erhöhung steigt entsprechend bis 2.333 € von 21 € auf 35 €. Ab 2.333 € wird diese Erhöhung gedeckelt und bleibt konstant für alle höheren Beträge, aber der Prozentsatz sinkt dementsprechend. Bei der ASVG Höchstpension beträgt der Prozentsatz nur mehr 1 %.

frako
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Höchstpension

1% Erhöhung bei der ASVG Höchstpension wird wohl genug sein.

Weka
8
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Gelb um die Nase?

Der Neid is a Hund ...

fwf
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Genug ?

Wie kommen diejenigen dazu. die jahrelang den Höchstbeitrag eingezahlt haben, dass sie bei jeder Pensionserhöhung mit einem Minibetrag abgespeist werden ? Ist das Geld der Höchstbeitragszahler weniger wert ? Sind sie etwa selbst schuld, dass sie mehr geleistet haben als der Durchschnitt ????

Himmelschimmel
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@fwf

Im Prinzip haben Sie wohl recht. Denn bei dieser Vorgangsweise werden die niedrigeren Pensionen langsam den höheren angeglichen, obwohl dafür überhaupt kein Anlass besteht - außer eben jener, dass die Pensionserhöhungen der letzten Jahre für die (ich sage es einmal so) Ärmeren die Lebensqualität verbessern können, während für die anderen die monatlichen Erhöhungen ohnehin jeweils nur so hoch ausgefallen sind, wie die Ausgaben für ein bescheidenes Restaurant-Mittagessen. Na, dann geht man halt einmal nicht ins Restaurant und speist zuhause. Die Lebensqualität der Höchstpensions-Bezieher ändert sich damit wohl nur marginal.

berndhoedl
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@Himmelschimml...

sehe ich nicht ganz so. Bin ein paar Jahre vor der Pension und bin jetzt schon nahe der Höchst ASVG - bis in 3-4 Jahren mach ich dann keine Sprünge mehr - so viel zu meinen Eckdaten.
Während viele meiner Bekannten um 16:00 Uhr Feierabend gemacht haben, hab ich grad einen schnellen Snack als Mittagsimbiss in mich geschlungen und hab dann mich auf weitere 3-4 Stunden Arbeit eingegrooved.
Freitags, als so ziemlich alle Bekannten am frühen Nachmittag sich in das WE vertschüssten, hab ich gewußt, das heute noch bis ca. 20:00 zu arbeiten sei und am Samstag auch noch.
Meine Wochenstunden waren nie unter 60-70 Stunden und das über mindest 25 Jahre.
Da ich im Export war (bin) waren bei der Mehrzahl von 70 Flügen jährlich, ein 20-30 Stunden Arbeitstag (bitte keine Belehrung von 24std...tag) normal.
OK - hab auch seit gut 25 Jahren gutes Geld verdient und deswegen auch SV Höchstbeiträge bezahlt.
Und jetzt frage ich mich - ohne unsozial zu sein - warum nicht gleiches Recht für alle - wo bleibt die Fairness?
Wie gesagt, jeder wählt seinen Weg - der Eine geht es gemütlicher an - der andere etwas härter.
Und genau so sollte es auch bei der Pension später bewertet sein!

walter5657
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Sorry

Aber ihrem Kommentar kann ich nicht zustimmen. Wenn sie schon zu den glücklichen Österreichern zählen die jahrelang nahe an der Höchstbeitragsgrundlage verdient haben, dann wird es ihnen wohl möglich gewesen sein etwas für die Pension auf die Seite zu legen. Und wenn nicht dann haben sie sowieso etwas falsch gemacht. Oder wollen sie etwa monatlich 5000 netto für nixtun. Nicht jeder hat die Möglichkeit viel zu verdienen

Oma2013
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Danke @walter5657

Aber der "Futterneid" wird wohl nie enden.