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SPÖ erobert BregenzSchwarzer Sonntag für die ÖVP in Vorarlberg

Bei den Stichwahlen im Vorarlberg gingen gleich vier ÖVP-Bürgermeister verloren. Spektakulär ist der Machtwechsel in Bregenz, in Lech stolperte der Langzeitbürgermeister über ein Immobilienprojekt mit Rene Benko.

Sensation in Vorarlberg: Ritsch wird Bregenzer Bürgermeister
Sensation in Vorarlberg: Ritsch wird Bregenzer Bürgermeister © (c) APA/ELISABETH GUT (ELISABETH GUT)
 

Der Bürgermeister-Stichwahl-Sonntag in Vorarlberg hat mit einer Sensation geendet: Der ehemalige SPÖ-Parteichef Michael Ritsch (52) setzte sich bei seinem vierten Antreten in der Landeshauptstadt Bregenz durch und stieß Bürgermeister Markus Linhart (60, ÖVP) vom Sessel. Der aktuelle SPÖ-Chef Martin Staudinger machte mit seinem Erfolg in Hard am Bodensee den "roten Sonntag" perfekt. In Lochau am Bodensee gibt es mit Frank Matt (57) den ersten grünen Bürgermeister Vorarlbergs.

SPÖ drehte Bregenz

Sowohl in Bregenz als auch in Hard dürften die Stimmen der Grün-Wähler den Ausschlag gegeben haben. In Bregenz holte Ritsch einen Rückstand von knapp 900 Stimmen auf Langzeitbürgermeister Linhart (seit 1997) auf, obwohl Linhart in einem Brief an die Bürger versprochen hatte, im Falle eines Erfolgs die schwarz-grüne Koalition fortzusetzen. In Hard baute Staudinger seinen kleinen Stimmenvorsprung aus dem ersten Wahlgang zu einem Erdrutschsieg aus.

Suche nach neuem Parteichef

Sowohl Ritsch als auch Staudinger zeigten sich in ersten Stellungnahmen "überwältigt". Für die SPÖ bedeutet der Wahlerfolg von Staudinger, dass sie sich nach einem neuen Parteichef umsehen muss. Der 41-Jährige - erst seit zwei Jahren an der Parteispitze - wird sich wie angekündigt auf das Bürgermeisteramt fokussieren. Ob er als einfacher Abgeordneter im Landtag verbleiben wird, konnte er am Sonntag noch nicht sagen. Ritsch seinerseits stellte bereits klar, dass er aus dem Landtag ausscheiden werde.

Jüngster Gemeindechef im Ländle

Beinahe hätte in Bludenz SPÖ-Kandidat Mario Leiter das "Double" zu einem "Triple-Erfolg" ausgebaut, doch blieb er letztendlich 222 Stimmen hinter ÖVP-Newcomer Simon Tschann zurück. Der 28-jährige Tschann wird dadurch zum aktuell jüngsten Bürgermeister Vorarlbergs. Ungefährdet blieb ÖVP-Bürgermeister Wolfgang Matt in Feldkirch - ein kleiner Trost für die Volkspartei. Neben Feldkirch und Bludenz ist Dornbirn die einzige verbliebene Stadt mit einem ÖVP-Oberhaupt (Andrea Kaufmann). Vor fünf Jahren ging bereits Hohenems an die FPÖ (Dieter Egger) "verloren".

Erster grüner Bürgermeister in Vorarlberg

In Lochau am Bodensee holte Augenarzt Frank Matt beinahe sieben Prozentpunkte Rückstand auf Bürgermeister Michael Simma (ÖVP) aus dem ersten Wahlgang auf. Der vor zehn Jahren in die Politik eingestiegene Matt krönte sich damit zum ersten Bürgermeister der Grünen in Vorarlberg.

Umstrittenes Benko-Immobilienprojekt

Und auch in Lech am Arlberg standen die Zeichen auf Veränderung: Dort löste Stefan Jochum Langzeitbürgermeister Ludwig Muxel (seit 1993) ab. Muxel konnte zwar etwas von seinem Rückstand gegenüber Jochum aus dem ersten Wahlgang wettmachen, blieb letztlich aber doch deutlich um über sechs Prozentpunkte hinter Jochum zurück.  Muxel stolperte über die Pläne bei der Gestaltung des neuen Gemeindezentrums. Das bereits in Umsetzung befindliche Großprojekt mit Investitionskosten von 38 Millionen Euro spaltete die Gemeinde. Jochum punktete bei den Wählern insbesondere mit seiner Haltung, dass das Großprojekt in eine Richtung steuere, die ihm nicht gefalle.

Einen Höhepunkt erlebten die Auseinandersetzungen  im Juli: Die Händler schlugen in einem offenen Brief Alarm - sie schrieben, dass die KaDeWe-Gruppe des Tiroler Immobilieninvestors Rene Benko ein fertiges Konzept für ein Einkaufszentrum mit 2.510 Quadratmetern im Gemeindezentrum vorgelegt habe. Damit würde Lechs Handelsfläche um einen Schlag verdoppelt.

Als langjähriger Mitstreiter und Vertrauter von Muxel hatte sich Jochum - er ist der Standesbeamte von Lech - erst im Sommer zur Kandidatur bei der Bürgermeister-Direktwahl entschlossen. Beim ursprünglichen Wahltermin am 15. März, der aufgrund der Corona-Pandemie verschoben wurde, wäre Jochums Name nicht auf dem Wahlzettel gestanden.

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HB2USD
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Was macht ein Bürgermeister

ohne Mehrheit im Gemeinderat!

Irgendeiner
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Ich weiß nicht wen Du meinst,ich hab die Vorarlberger Daten nicht

und die Gsiberger sind mir doch ein bißchen weit weg,aber einer der Bürgermeister ist und keine Mehrheit hat,kann den Beweis antreten,daß er ein kompetenter, kluger, offener Verhandler ist und ein lupenreiner Demokrat,daß es lustig wird hatte ihm ja keiner versprochen als ers fürs Amt antrat.Nur Würstchen ohne Ideen brauchen eine restlose Machtbasis,etwa durch Arrogieren der Besetzungen ,um ihren Schmarrn durchzupeitschen,erwachsene Frauen und Männer können auch anders.

Civium
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Der rote September in

Vorarlberg wird im roten Oktober in Wien seinen Höhepunkt finden.
Die Menschen wollen Wahrheits und nicht Showpolitik!!

brosinor
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wo ist mein Kommentar?

wo ist mein Kommentar?
Darf ich es nicht gut finden wenn die Schwoazn einschaun?

mtp0206
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mtp

blödheiten haben hier keinen Platz

No-samro
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@brosinor, hier werden sogar USER gesperrt, wenn sie gegen Parteiposter auftreten.

Mehr ist hir nicht zu sagen. Das erinnert an die dunkelsten Zeiten vor 80 Jahren.

ordner5
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Nötigung.

Auch das andere Kleinformat fühlt sich bemüßigt
User nach Belieben zu sperren. Zeit wird's, dass Benko und die Funke Gruppe diesem Treiben ein Ende setzt.

No-samro
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Sorry "e" geschluckt". - hier

;-))

salem2708
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Echt lustig...

...die geifernden Kommentare ohne jegliche Kenntnis der Hintergründe...als ob es irgendeine bundespolitische bedeutung hätte wenn irgendwo ein Dorf Ortskaiser A gegen B tauscht :-)

cockpit
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salem

warum gleich so aggressiv?

No-samro
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@salem2708, klar, irgendetwas muss ein Türkiser ja auch schreiben.

Ein Umdenken ist in ganz Österreich zu spüren. Es erinnert mich soooo seeehr an die 2000er - Jahre. Auch Schüssel endete als Messias im Nirgendwo. Als Wahlverlierer zum BK mit falschem Nulldefizit und in Wahrheit mit Schulden, für die wir heute noch zahlen, in die Bedeutungslosigkeit verschwunden. - Und doch; - Doch war er noch ein Christlich-sozialer Mensch mit einer Ideologie der Menschlichkeit. - Kurz hat nicht einmal mehr das! Kurz hat überhaupt nichts, außer einer sensationell guten Propaganda-Politik und Message-Control. Es dauert eine Zeit lang, doch ein künstlich erzeugter Heiligenschein verblasst schnell!

BernddasBrot
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In Bregenz

steht die Ampel sofort auf ROT...

auer47
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Heute GR Wahlen in NÖ: 2 SPÖ Bürgermeister werden von der ÖVP mit großer absoluter Mehrheit abgewählt. Erstmals seit 1945 ÖVP Bürgermeister in Hochwölkersdorf, Schwarzau, Ausbau der absoluten ÖVP Mehrheit in Kottingbrunn.
Und das trotz Kurz?????????

No-samro
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Nein, wegen Mickl Leitner.

Und ML vertritt die ÖVP und nicht die Türkisen. Das ist ein großer, großer Unterschied. Als Demokrat muss man anerkennen, wenn auch andere Politiker/in und deren Partei gute Arbeit leisten und die Menschen in NÖ sind mit der Arbeit eben zufrieden. Kurz bekommt genügend Gegenwind aus NÖ. Das musste er schon absolut zur Kenntnis nehmen. Man erinnere sich. Kurz hätte es gereicht, wenn Strache gegangen wäre. Das war für NÖ und Co. nicht genug. Auch Kickl musste gehen, alles Weitere wissen wir ja noch, oder?

auer47
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Scherzbold

Mikl-Leitner ist geradezu das Urbild für türkis und eine der Vertrautestens unseres Kanzlers. Aber gut, No-samro, glaubs weiter und sei selig

blackpanther
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Danke Vorarlberg

dass ihr gezeigt habt, dass ihr euch nicht mehr von der Messagecontrol beeinflussen läßt, sondern wieder kritisch, wie in einer Demokratie üblich, abgestimmt habt. Das wird auch Kurz (hoffentlich) zu denken geben, dass er auch andere Meinungen akzeptieren muss und Teile seiner Politik neu denken muss. Denn wenn erst die Welle vom Ländle nach ganz Österreich schwappt, ist auch die KurzVP nicht mehr unantastbar.

Peter Salzkammer
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Langsam bröckelt die Unterstützung

Kurz glaubt mit seiner brachialen Anti-Ausländer Polemik seinen braunen instabilen Wählerrand bei der Stange halten zu können. Jetzt bröckelt aber der christlich-soziale Kern der ÖVP, der auf Dauer diese Politik nicht mehr ohne wenn und aber mittragen will.

Sogar die bislang treue CSU kann die Polemiken der HU-AT-PL-CZ Koalition nicht mehr ertragen. Jetzt rächt sich die Arroganz des Herrn Kurz: Die diversen deutschen Reisewarnungen für Österreich bringen uns dem wirtschaftlichen Ruin des Tourismus immer näher - nur leider stossen nun die österreichischen (kleinlauten) Anrufe bei Frau Merkel auf taube Ohren. Nur zu gut kann sich die Bundeskanzlerin an die Belehrungen des österreichischen Außenministers + späteren Kanzlers erinnern.
Die Vorarlberger sind ein kluges Volk und reagieren meistens früh auf Entwicklungen. Der Rest von Österreich wird folgen.
Der Krug geht so lange zum Brunnen bis er bricht.

Lodengrün
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Neugierig

bin ich wie unser Kanzler reagiert wenn der Stern sinkt. Jabber mit Niederlagen umgehen? Greift er seine Leute an , schiebt er die Schuld wie do oft auf andere?

leserderzeiten
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Na?

Bröckelt der Lack, der so schön glänzt?

dude
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Dem Benko wird's wurscht sein.

Bei seinem Megaprojekt im Zentrum von Lech gibt es kein zurück mehr. Das befindet sich bereits in der Umsetzung!
Wenn die Raumplanung schon mit Füßen getreten und das Zentrum des alpinen Lech durch einen urbanen Großbau irreparabel verschandelt wurde, gib es Gott sei Dank politische Konsequenzen! Wenn die Verantwortlichen direkt vom Wahlvolk aus der Amtststube gejagt werden, ist es noch schöner!

Lodengrün
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Schlägt Kleinwalsertal zurück

War ja auch nicht nett das die Bewohner den schwarzen Peter für das Aussteigen des Kanzlers aus dem Auto bekommen haben.

dude
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Ich denke, dass die Abwahl des Lecher BGM rein gar nichts...

... mit Wien, mit der Bundesregierung oder gar mit dem Bundeskanzler zu tun hat.

marcneum
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Lodengrün...

Wie immer keine Ahnung von Geografie, Politik, Corona oder sonst etwas, aber kommentieren...

Lodengrün
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Ich

weiß das ich nichts weiß bin aber froh wen Sie alles wissen denn dann bin ich doch gut aufgehoben. Dennoch kommen wir an der Tatsache nicht vorbei das Kurz dort den europäischen Grenzöffner spielen wollte und das gewaltig in die pants ging. Ansonsten sei mir mein Nichtwissen verziehen. Mit dem Unterschied vom tänzelnden, Studienversager kann ich doch auf zwei Abschüsse verweisen. Der Hinweis Ihrer Aufgeregtheit gibt doch Anlass das an der Sache was dran ist. Schönen obig würde der Schweizer sagen. 😆

Balrog206
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Loden

Trotzdem is er Kanzler und am Hebel ! Du im klz Forum ! Und du meinst dich nicht ernsthaft das die Bundespolitik nur irgendeinen einfluß auf eine Wahl in Gemeinden hat ? Das sag ich dir ohne dir Uni von innen gesehen zu haben ! Und ein Abschluss sagt was aus nix , nur das was du danach erreicht gemacht hast zählt !

Lodengrün
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Aber @Bali

was ich mache, mache ich gut und habe meine Anerkennung auf meinem Gebiet. Ich habe nie ein Strategiepapier entwerfen brauchen, meinem Chef in den Rücken treten, das tun was die Lobby will, also mich verbiegen. Ich denke, ich spüre, das hast auch Du ihm voraus. Und beides haben wir gemeinsam, - DEN Job wollen wir nicht. Warum? Weil wir beide zum Unterschied von ihm wissen was wir können und was nicht.

 
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