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PersonalwechselMathe-Matura an AHS wird auf neue Beine gestellt

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) hat dafür die Leitung des entsprechenden Referats im Ministerium ausgetauscht, außerdem sollen andere Lehrer die Aufgaben erstellen. Die Aufgaben sollen sich auch stärker an den Bedürfnissen der Hochschulen orientieren, so Faßmann bei einer Pressekonferenz am Montag.

PK BUNDESMINISTERIUM FUeR BILDUNG, WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG (BMBWF) 'MATURA - ERGEBNISSE 2020 UND AUSBLICK 2021': FREBORT / FASSMANN
© APA/HELMUT FOHRINGER
 

Auslöser der geplanten Umstellungen sind die heuer erneut stark schwankenden Klausurergebnisse an den AHS: Wie schon vor zwei und vor vier Jahren wurde rund ein Fünftel der Arbeiten mit einem Fünfer bewertet. Außerdem schafften nur sieben Prozent einen Einser und 13 Prozent einen Zweier. An den berufsbildenden höheren Schulen (BHS) war die Notenverteilung dagegen viel gleichmäßiger. Zwar hätten die Einberechnung der Jahresnote und die Kompensationsprüfungen viele Fünfer wieder ausgebessert, so Faßmann - das Grundproblem bleibe aber.

An den AHS gliedert sich die Mathe-Zentralmatura in einen Grundlagen- und einen vertiefenden Teil. In beiden sind jeweils 24 Punkte zu erreichen. Für ein "Genügend" müssen im Grundlagenteil 16 Punkte erreicht werden (wobei auch vereinzelte "Bonuspunkte" in Teil 2 gesammelt werden können), die genaue Ausdifferenzierung der positiven Note ergibt sich dann im vertiefenden Teil.

Faßmann: Latte für bessere Noten zu hoch

Faßmann ortet das Hauptproblem auch weniger bei den "Nicht genügend": "Der Teil eins ist grundsätzlich lösbar, ein Genügend ist machbar." Der zweite Teil sei dagegen "ausgesprochen schwierig", die Latte für bessere Noten zu hoch. Dieses Problem habe er schon in seiner ersten Amtszeit gemeinsam mit dem ehemaligen Wiener Stadtschulratspräsidenten Kurt Scholz angehen wollen - nach dem Platzen von Türkis-Blau sei dies aber vorübergehend nicht möglich gewesen: "Der Druck für eine faire und verständliche Matura war weg. Ist die Katze aus dem Haus...."

Personalwechsel stehen an 

Man habe sich die Frage gestellt, warum die Mathe-Matura an den BHS besser funktioniere als den AHS, so Faßmann. Einerseits seien dafür im Ministerium unterschiedliche Personen zuständig. Als Reaktion wurde daher der bisherige Referatsleiter für die Mathematik an den BHS, Martin Hofer, mit der Führung eines zusammengelegten AHS- und BHS-Referats betraut. Außerdem werden die sogenannten "Item-Writer" für die AHS ausgetauscht - das sind jene Personen (meiste Mathe-Lehrer), die die Maturaaufgaben erstellen. Darüber hinaus soll diese Gruppe sich künftig regelmäßig erneuern.

BHS-Aufgaben eher berufspraktisch orientiert

Dazu komme noch, dass die BHS-Aufgaben ein klareres Ziel haben, meinte Faßmann. "Sie orientieren sich an der berufspraktischen Realität." An den AHS trete diese dagegen in den Hintergrund. "Man hat sich auch nicht an den Hochschulen als Hauptabnehmer orientiert, sondern an der imaginierten und vielfältigen Lebensrealität eines reflektierenden Bürgers in der demokratischen Gesellschaft. Das ist zu allgemein." Die Item-Writer hätten daher ihre eigenen Vorstellungen vom "richtigen" Maturabeispiel umsetzen müssen. Dazu seien offenbar noch "gruppendynamische Prozesse" gekommen: "Wer kann es noch gefinkelter machen?"

Beratungsgruppe gegründet

Als Reaktion wird daher eine Beratungsgruppe unter der Leitung des Mathematikers Michael Eichmair (Uni Wien) installiert. Das AHS-Maturakonzept soll überarbeitet und den Anforderungen der Hochschulen angepasst werden - "damit die Item-Writer klarer wissen, was sie machen sollen", so Faßmann. "Wir müssen auch über die Frage nachdenken, wieviel Technologieeinsatz es geben soll."

Als weiteres Ziel nannte Faßmann die Angleichung der Grundlagenteile in BHS und AHS - wobei das aber nicht bedeute, dass in beiden Schultypen komplett die gleichen Aufgaben zur Matura kommen. Die meisten Änderungen würden sich bis zum nächsten Matura-Haupttermin 2021 ausgehen, betonte der Minister. "Was wir sicher nicht wollen, ist die Mathe-Matura als Okkasion anzubieten. Es geht nicht um eine 'Verbilligung'." Es müsse aber möglich sein, dass gute Schüler in Mathematik auch eine gute Matura-Note erreichen können.

Kommentare (9)

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Patriot
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Wie sehr das Niveau der Maturant/innen und zum Teil auch der Uni-Absolvent/innen gesunken ist,

sieht man am Beispiel der Corona-Verordnungen, die von den Juristen des Gesundheitsministeriums erstellt wurden.
Nicht nur, dass sie inhaltlich der Prüfung des Verfassungsgerichtshofes nicht standgehalten haben, strotzten sie auch vor Rechtschreib- und Grammatikfehlern!
Und auch im Finanzministerium steht man mit den Nullen auf Kriegsfuß!

berndhoedl
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Interessant

Wenn ich es richtig verstehe heißt das, wenn Maturanten (Schüler) zu schwach sind den Stoff zu verstehen, welcher im Laufe der schulischen Jahre sich angesammelt hat und anschließend eine Zusammenfassung dessen (Matura) vergeigt, dann ist da Niveau zu hoch und es wird beim Stoff gedreht und nicht beim Schüler bzw. Lehrer.

Vielleicht a bisserl mehr lernen würd ich empfehlen - würde sich auch bei der Pisa Studie positiv auswirken

umo10
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Endlich

Dieser kreuzerltest verleitet doch nur zum Raten. Die Grundkompetenzen kann man auch am Rechengang und den Nebenerscheinungen erkennen und beurteilen

umo10
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Nebenrechnungen

Druckteufel

Zapfenstreich
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An die zuständigen Beamten,

macht doch die Mathematik-Matura in den 4 Grundrechnungsarten, garniert mit einer Prozent- und einer Textaufgabe, dann gibt es bestimmt wieder eine zufriedenstellende Anzahl von positiven Abschlussnoten - und alle (Schüler, Eltern Lehrer und vor allem die Politiker) sind zufrieden und stolz auf die erbrachten Leistungen

klickme
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das kleine 1 x 1

bis dahin und nicht weiter. 75 % Erfolgsquote!

tenke
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Latte zu hoch??

Eher: Lehrer besser ausbilden und nicht jedes Kind zur Matura durchbringen müssen - sonst ist sie dann gar nichts mehr wert!

Patriot
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@tenke: Fehlendes Talent (Intelligenz, Fleiß) von Schüler/innen kannst nicht mit einer besseren Ausbildung der Lehrer/innen kompensieren!

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calcit
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Auch das wird nichts bringen wie schon alle anderen Maßnahmen davor...

...90% der Schüler und Schülerinnen interessieren sich nicht für Mathematik und haben auch nicht die Begabung dafür. Reduziert die Mathematik in den Schulen auf das Notwendigste so, dass ein Großteil der Schulabgänger wenigstens die Grundrechnungsarten beherrschen - die die es wirklich interessiert und auch die Begabung dazu haben lerne das dann eh auf der Uni oder der FH...