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Bundesheer-ReformTanner enttäuschte, Soldaten wenden sich ab

Der Haussegen in der Regierung und beim Militär hängt schief, jetzt wurde der Nationale Sicherheitsrat einberufen. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner: "Ich wurde nicht Ministerin, damit alles so bleibt, wie es ist." Die Unteroffiziere reagierten mit harscher Kritik.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner mit den Wehrsprechern Reinhard Bösch (FPÖ), Michael Hammer (ÖVP) und Robert Laimer (SPÖ): Der Haussegen hängt schief, jetzt wird der Nationale Sicherheitsrat befasst
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner mit den Wehrsprechern Reinhard Bösch (FPÖ), Michael Hammer (ÖVP) und Robert Laimer (SPÖ): Der Haussegen hängt schief, jetzt wird der Nationale Sicherheitsrat befasst © APA/HERBERT PFARRHOFER
 

In der Aufregung um ihre Reformpläne zur Heeresstruktur hat Verteidigungsministerin Klaudia Tanner Kanzler Sebastian Kurz (beide ÖVP) nun gebeten, den Nationalen Sicherheitsrat einzuberufen. Die Sitzung findet binnen 14 Tagen statt. Einmal mehr betonte sie am Freitag entgegen den ursprünglich kolportierten Plänen, dass die militärische Landesverteidigung die Kernaufgabe des Heers bleibt.

Der Nationale Sicherheitsrat ist ein vertrauliches Beratungsgremium der Regierung in Angelegenheiten der Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Vertreten sind dort neben den zuständigen Regierungsmitgliedern auch Mitglieder aller im Hauptausschuss des Nationalrats vertretenen Parteien.

Die Unteroffiziersgesellschaft reagierte am Freitag sehr enttäuscht und mit harter Kritik. "Chance vertan und Vertrauen gebrochen", lautet der Titel einer Aussendung des Präsidenten der Österreichischen Unteroffiziersgesellschaft, Othmar Wohlkönig.

Soldaten wenden sich ab

Zunächst habe die aus dem Kabinett des Verteidigungsressorts verschossene "Nebelgranate" nicht wieder gut zu machenden Kollateralschaden bei den Bediensteten des Bundesheeres angerichtet. Angesichts dessen hätten unzählige Soldaten - darunter auch Führungskräfte - mit Spannung das Interview der Ministerin verfolgt. "Wir alle erhofften uns von der Bundesministerin Tanner klare Aussagen zur Zukunft des Bundesheeres", so Wohlkönig. Die Ministerin habe aber die Chance, "auf verständliche Fragen eindeutige Antworten zu geben und vor allem eine klare Botschaft an die tausenden Soldatinnen und Soldaten zu senden", vertan.

Die Soldaten hätten sich "nach dem herunterpredigen ihres vorgefertigten Textes enttäuscht wieder abgewendet". Die Soldaten seien in der Vergangenheit genug "hintangehalten und enttäuscht" worden. "Denn davon hatten wir in der Vergangenheit schon genug", schloss Wohlkönig.

Zurück an den Start

Tanners Kabinett hatte bei einem Hintergrundgespräch Pläne auf eine weitgehende Reduktion der militärischen Landesverteidigung bekannt gegeben - die Ministerin musste daraufhin zum Rapport beim Bundespräsidenten und ruderte insofern zurück, als sie die Reformideen nur noch als "Startschuss für einen Prozess zur Weiterentwicklung des Bundesheeres" verstanden wissen wollte. Diese Linie verfolgte Tanner nun auch am Freitag weiter: Mit der Einberufung des Nationalen Sicherheitsrates werde man diesen Prozess auch auf politischer Ebene starten, hieß es in einer Aussendung. "Am Ende werden wir unser Heer in das 21. Jahrhundert geführt haben", meinte sie. "Dabei ist klar: Die militärische Landesverteidigung ist und bleibt die Kernaufgabe des Bundesheeres", daneben müsse man sich auf neue Bedrohungen vorbereiten.

Die Weller der Empörung von allen Seiten - selbst der Grüne Koalitionspartner fordert eine Aussprache - nimmt Tanner offenbar gelassen: "Ich wurde nicht Ministerin, damit alles so bleibt, wie es ist."

Kommentare (10)

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Lodengrün
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Welche Soldaten?

Die die sich jetzt mit einer neuen Realität konfrontiert sehen. Es kommt eine Pensionswelle. Es bleiben noch eine Menge übrig für die wir dann keine Verwendung haben. Dort und auch sonst nicht. Daher wird sich das auch nicht durchsetzen. Diese Konfrontation wagen die Türkisen nie und nimmer.

JK1976
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Eine Verteidigungsministerin welche soviel Ahnung hat

Wie der Sportminister vom Sport. Genau die Richtigen Personen in dieser Regierung

pescador
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Fehlgriff

Wie kann Kurz nur so ein Fehlgriff passieren?

ordner5
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Unverantwortlich.

Weg mit ihr!

fidodido
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Weil Kurz

auch ein Fehlgriff ist, der durch seine Arroganz und Selbstüberschätzung unsere Demokratie mit Füßen tritt!

zweigerl
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Ratlosigkeitsfältchen in der Zib2

Ein Lehrvideo in kommandierter Polit-Rhetorik! Man möchte der Frau Tanner empfehlen, nur mehr in gemessenem Abstand vor "ihren Truppen" eine solche Stehsatzparade zu exerzieren. In Nahaufnahme jedes sich anbiedernde Ratlosigkeitsfältchen in die Kamera zu halten, war lächelnder politischer Selbstmord. Gegen dieses ohnehun zur Karikatur anheimelnde Gesicht sticht die makellos freundliche Physiognomie des Kanzlers wie eine überirdische Himmelserscheinung ab. Da reden wir noch gar nicht über das Gesagte.

unterhundert
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zurücktreten...

Diese Frau, ist Kompetent los, am falschen Platz. Warum diese diesen Job bekommen hat, bleibt ein immer währendes Rätsel. Nur Stehsätze und heisse Luft, das war die ZIB 2 am Do.
Das einzige was Sie zuwege gebracht hat war, unsere Landesverteidiger zu Firmen abzukommandieren, die aus Kostengründen Arbeiter auf das minnimum reduzieren, um bei Krankheit Fällen au das Heer zurück greifen dürfen.
Eigentlich gibt es nur noch eine Lösung: ein kleines Berufs Heer, das wären die Piloten, Pioniere mit Eisatzfähigem schweren Gerät, Flugzeug Mechatroniker ...und eben die normalen 6-9 Monate Einberufung für Grenzüberwachung und ähnliches.

Peterkarl Moscher
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Abgang aber rasch!

Wir hatten leider schon immer Verteidigungsminister
die das Heer kaputtgemacht haben, 169 Goldfasane und
System Erhalter ( Obstler, und Stabsoffiziere ) haben das
Budget verschlungen. Da konnte für die Truppe nichts mehr
übrig bleiben. Kein Material aber hohe Personalkosten und
jetzt haben wir die Superministerin !

SoundofThunder
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🤔

Den Großteil des Budgets fressen die Eurofighter. Wer hat die uns eingebrockt?

wjs13
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Es gibt nur eine Lösung

Diese schreckliche, inkompetente Person sofort ablösen. Wurde die Kurz noch von Pröll aufs Auge gedrückt?