Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Alters- und PflegeheimeAnschober: Kinder dürfen Angehörige wieder besuchen

Laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober habe man sich mit den Ländern darauf geeinigt, Konzepte für weitere Lockerungen auszuarbeiten.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober
Gesundheitsminister Rudolf Anschober © APA/HANS PUNZ
 

Wie hat sich der Corona-Virus auf die Situation in den heimischen Alten- und Pflegeheimen ausgewirkt? Eine entsprechende Studie, die darüber Auskunft geben soll, wurde heute von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) präsentiert. Zudem verkündete der Minister weitere Lockerungsempfehlungen für Besuche in Alten- und Pflegeheimen sowie Behinderteneinrichtungen.

Was man laut Anschober bisher über das Virus weiß, ist, dass es vor allem älteren Menschen zum Verhängnis werden kann. Deshalb habe man vor allem in Alterns- und Pflegeheimen getestet. Nun wisse man: Die ersten Lockerungsschritte, die man Ende April gesetzt hatte, "haben sich nicht negativ ausgewirkt", so der Minister. Dies sei ein positives Zeichen. Deshalb habe man sich nun dazu entschieden, einen weiteren "großen Schritt" zu setzen.

Lockerungen in Alten- und Pflegeheimen

Kinder dürfen wieder besuchen

Künftig werde es weitere schrittweise Erleichterungen beim Besuchsrecht geben, darauf habe man sich mit den Ländern geeinigt. Aktuelle Hygienepläne und Schutzrichtlinien bleiben zwar aufrecht (Hände waschen, Abstand halten etc.), künftig dürfen aber auch Kinder wieder "ohne Angabe von besonderen Umständen" Familienmitglieder in den Heimen besuchen. Die Einrichtungen sollen dazu eigene Konzepte entwickeln, so Anschober. Regionale Unterschiede in den Infektionszahlen sollen dabei ebenfalls berücksichtigt werden.

Laut Studienautorin Elisabeth Rappold von der Gesundheit Österreich GmbH nehme die Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu sterben, in hohem Lebensalter deutlich zu. Ein Drittel der 90-Jährigen und jener, die noch älter sind und die erkranken, sind gestorben. In Pflegeheimen seien 70 Prozent der Infizierten weiblich gewesen - was jedoch auch an der Geschlechterverteilung in den Einrichtungen liege.

Laut Rappold entfalle ein Drittel aller Corona-Sterbefälle auf Altersheime, 0,3 Prozent aller Bewohner seien infiziert gewesen. Zum Vergleich: In Belgien liege der Wert bei 3,7, in Deutschland bei 0,4.

Quarantäne angedroht

Susanne Jaquemar von der Bewohnervertretung betonte, dass Bewohner und Bewohnerinnen in Alten- und Pflegeheimen "wesentlich stärker" als alle anderen in ihren Grundrechten beschränkt worden sind, als sich das Land im Lockdown befunden hatte. Zum Teil sei Bewohnern sogar angedroht worden, sie in Quarantäne zu nehmen, sollten sie spazieren gehen. Gesetzliche Grundlagen dafür habe es keine gegeben.

Die geplanten Lockerungen seien ein wesentlicher Schritt, um das Leben der BewohnerInnen deutlich zu verbessern, so Jaquemar.

Auch Diakonie-Chefin Maria Katharina Moser betonte das Spannungsverhältnis zwischen "Leben retten" und Isolieren. Es sei nachweislich schlecht für den Gesundheitszustand Betroffener, wenn wichtige Therapien oder auch Besuche von Verwandten ausbleiben. Es werde keine ideale Lösung geben, solange kein Impfstoff verfügbar sei, so Moser. Dennoch müsse die Frage der Gerechtigkeit im Zentrum stehen.

500.000 Tests

Anschober gab zudem erneut einen Überblick über die Ausbreitung des Virus, dieses breite sich nun vor allem in Lateinamerika und den USA stark aus. In Europa sei die Lage deutlich stabiler, auch in Österreich, wo in den vergangenen Stunden 21 Personen positiv getestet wurden. "Das ist noch immer eine sehr gute Zahl." Gestern sei erstmals die Grenze von 500.000 Tests überschritten worden, "damit sind wir weltweit eines der Länder, die man meisten testen".

Kommentare (21)

Kommentieren
fliegenpilz123
0
1
Lesenswert?

@Herr Genowitz

Habe damit ja nicht die Heimbewohner gemeint sondern den ausgebrochenen"Urlaubsnotstand"einiger Mitbürger.

fliegenpilz123
0
4
Lesenswert?

Ich freue mich

für alle Heimbewohner!Angesicgts der Debatten wegen Auslandsurlaub so schnell als möglich,bitte,es sind noch nicht mal Ferien!!Meine Oma hat mir vom Krieg erzählt,Mann und 2 Söhne im Krieg als Soldaten,sie mit dem 3.Sohn bei jedem Fliegeralarm im Luftschutzbunker,da liefen alle um ihr Leben!Ein Sohn und der Ehemann im Krieg gefallen,der zweite Sohn 4 Jahre in Sibirien in Gefangenschaft.Die Sorgen von heute nach der coronabedingten Haft und den Einschränkungen würden Oma ein kleines Lächeln abgewinnen.Damals dachte keiner an Urlaub,ja,heute gehört es zum Leben ist auch legitim,aber bitte etwas Selbstbeherrschung und Geduld wären angebracht.......

Wolfgang Genowitz
1
0
Lesenswert?

?

Trotz diesen widrigen Umständen "Die Mutter war gesund, konnte sich frei bewegen und hatte ihr drittes Kind".
Von den Personen über die wir hier sprechen hatten gut zweieinhalb Monate wenig bis keinen Kontakt zu ihren Angehörigen und waren mit unter krank!

Wolfgang Genowitz
0
5
Lesenswert?

Anschober

Ich bin glücklich das Herrn Anschober mittels einer Studie die Vorgehensweise bei Krankenhäusern und Altersheimen dargelegt wurde. Ich weiß das seit 11.März 2020, da durfte ich meinen 72 Jahre alten Bruder das letzte Mal im Spital besuchen. Freitag den 05.Juni 2020 wieder im Seniorenheim besucht!
Dazu kommen die Meldungen über Todesfälle in Heimen. Wie kam Covid-19 in Altersheime? Welche Schutzmaßnahmen wurden getroffen?
Wurde das Pflegepersonal getestet?

Monolog75
0
1
Lesenswert?

@Genowitz

Wären die Altersheime entsprechend vorbereitet gewesen, dann hätte es gar keine durch den Virus verursachte Todesfälle geben dürfen. Die getroffenen Maßnahmen kamen viel zu spät. Die Bewohner der Heime dürften hauptsächlich vom Personal angesteckt worden sein. Insofern ist die Begründung für den landesweiten Lockdown die Risikogruppen schützen zu wollen völlig daneben.

MKRAMM
8
15
Lesenswert?

Unter Einhaltung

von Mindestabstand und Verwendung eines MNS war es ja eh nie Verboten - aber ab Juni ist ohnehin wieder vieles erlaubt was nie verboten war.

Pollheim
0
10
Lesenswert?

@MKRAMM

Leider stimmt ihre Annahme nicht bzw. trifft für Kärnten nicht zu. Hier war es lange Zeit nicht möglich, als Familienmitglied seine engsten Verwandten in Kuranstalten, Pflegeheimen oder Krankenhäusern zu besuchen. Auch jetzt, sind die Besuchsmöglichkeiten noch sehr sehr beschränkt.

Nixalsverdruss
8
9
Lesenswert?

Der besondere Schutz der Pflegeheime war wichtig!

Ein hoher Prozentsatz der Todesfälle war in Italien in Pflegeheimen zu verzeichnen.
Es war daher wichtig, dass wir diese Personen einem besonderen Schutz unterstellt haben.
Es ist auch wichtig, dass die sozialen Kontakte jetzt wieder hochgefahren werden - aber bitte um Verständnis, dass das meiner Meinung nach so besonders wichtig war!

fliegenpilz123
2
18
Lesenswert?

Nein bitte

die Lockerung nicht in Frage stellen,die muss kommen.Wer keinen Besuch bekommt weil er keine Angehörigen hat ist sehr zu bedauern,das war aber auch vor Corona,so.Es gibt aber ehrenamtliche Besucher die sich um solche Heimbewohner kümmern.Die konnten wegen Virus auch nicht kommen,ist sehr wichtig dass alles wieder einfacher wird!!!!

wischi_waschi
0
17
Lesenswert?

Corona

Ich, muss auch mal was positives erzählen.
Das mit Corona war und ist sicher keine gute Sache, aber ich bin noch nie so oft in den Bergen gewesen. Habe mein Heimatland noch besser kennengelernt , aber das schönste war , mein Sohn war für Wochen auf Homeoffice und wir hatten Zeit zu reden.
Abgesehen von den Pleiten und den Verlust der Arbeit, kenne ich auch Hoteliere
die einfach einmal durchatmen konnten.
Mein Vorschlag wäre , 1 mal im Jahr für eine Woche für das Land eine Auszeit zu machen , wie in den 70iger die Energieferien. ( das haben wir ja auch bei- behalten) Vor allem für die Natur und für Leib und Seele tut es gut.

erstdenkendannsprechen
0
1
Lesenswert?

für viele waren die maßnahmen einschneidend,

traurig war es sicher für die pflegeheim-bewohner. andererseits ist es in den heimen, in denen man ausbrüche verzeichnete, noch trauriger zugegangen.
für die zukunft könnte man sich überlegen, wie man besuchen könnte, ohne dass man die bewohner oder mitarbeiter infizieren kann. besucherräume mit plexiglas-trennung sind zwar nicht schön, aber besser als kein besuch. und: auch die ältere generation kann sich teilweise mit den technischen möglichkeiten vertraut machen! in einigen fällen (meine familie) klappt das ganz gut! meine großtante kann videotelefonie! mit beinahe 90 zwar nicht leicht, aber ging.
ich persönlich kann ihnen zustimmen: für uns war der lockdown bis jetzte eine positive erfahrung. meine persönlichen finanziellen einbußen sind zwar ziemlich groß, aber ich kann wieder arbeiten. die zeit mit den kindern beim homeschooling habe ich eigentlich genießen können (gab schon schwierigkeiten, aber alles in allem leicht meisterbar). hatte viel mehr zeit für sport und für gespräche mit mir wichtigen menschen (gerade auch mit älteren verwandten - so viel zeit zum telefonieren hatte ich noch nie).

Monolog75
2
4
Lesenswert?

Auch in Spanien wird langsam

klar, wie das Gesundheitssystem versagt hat. In der Region Madrid waren von 8700 Toten 6000 Sterbefälle, die in Seniorenheimen untergebracht waren, landesweit sind ca
70 % der Covid Toten in Altersheimen zu verzeichnen!! Mittlerweile sind sogar Gerichtsverfahren anhängig, die den Vorwurf der Triage überprüfen. es soll den Insassen eine Behandlung verweigert worden sein. Auch bei uns sollte nachgefragt werden, warum so viele Menschen in Altersheimen durch Covid ums Leben gekommen sind.

NikoHorn
3
10
Lesenswert?

Was ist mit den anderen?

Oder gilt: wer keine Kinder hat (oder wer Kinder hat, die sich nicht um ihn kümmern), braucht eh keinen Besuch?

ernesto0815
26
31
Lesenswert?

Herr Anschober Ihnen und Ihren Kollegen von türkis und Grün glaube ich kein Wort

Lenken Sie nicht ab !
Dafür dürfen 50.000 Demonstranten machen was sie wollen
Das rechtliche „Corona-Chaos dieser Regierung ist unfassbar !!!!!!
Nehammer prahlt durch RECHTSWIDRIGE ERLÄSSE mit 10.ooo ten Strafanzeigen !!!
"Nur eine Empfehlung" und dergleichen begleiten uns täglich.......
sowas nennt man BETRUG mein lieber Prahlhans - Nehammer
Wir wissen alle das Sie keinen Beruf erlernt haben das merkt man bei jeden Ihrer Auftritte
Die türkisen haben mit Nehammer Blümel Edtstadler und Co. sowiso die unfähigsten unqualifiziertesten und präpotentesten "Freunde" in die Regierung gebracht siehe vergessene Nullen
oder das Ibiza Video,
Edtstadlers Rumänien Züge (wahrscheinlich mit einem Rumänischen Schaffner verhandelt) .
Die Grünen müssen sowieso zu allem Ja und Amen sagen um nicht aus der Regierung zu fliegen
Was aber völlig egal wäre da die Präsenz der Grünen sowieso schon länger fehlt
Die sind halt einfach in Deckung gegangen

checker43
2
8
Lesenswert?

Auch die FPÖ

hat demonstriert und zwar gegen MSN-Masken usw. Das hat Sie nicht gestört? Bei der Floyd-Demo haben 2/3 Maske getragen, was ein super Wert ist.

Nora
14
13
Lesenswert?

Sorry

Herr Anschober ist ausgebildeter Volksschullehrer! Und sonst haben Sie zu 10.000% Recht!!!

checker43
1
5
Lesenswert?

Und

HC ist ausgebildeter Zahntechniker. Was heißt das dann?

fliegenpilz123
0
30
Lesenswert?

Ein guter Schritt in die richtige Richtung

die alten Herrschaften haben sehr unter der Isolation gelitten,viele erlebten die Kriegsjahre haben also schon sehr viel negatives erleben und erleiden müssen.Die Besuche von Kindern und Enkerln lässt sie förmlich aufblühen,es ist so ziemlich das einzige aufbauende in der letzten Lebensphase.Hoffentlich wurd diese Lockerung rasch umgesetzt,viel Zeit bleibt den alten,gebrechlichen Angehörigen nicht mehr.

Monolog75
5
7
Lesenswert?

Pflegeheim? NEIN DANKE!!

Deutlich besser und flexibler und menschenwürdiger erscheint mir mittlerweile Privatinitiative in Form einer 24h Pflege. Wir haben unseren "Schützling" aus diesen Klauen herausgeholt und sind mit der neuen Form der Betreuung sehr zufrieden.

Plantago
3
1
Lesenswert?

Nur die Kinder, die brav demonstrieren waren,

oder auch alle anderen?

JK1976
10
5
Lesenswert?

Danke das sie uns das erlauben..

Grossmeister und weisester aller Weisen des Gesundheitsbereiches...