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Kleinwalsertal-AuftrittBürgermeister Haid bat um Verständnis

"Zusammenrücken war der Emotion geschuldet". Kleinwalsertaler Bevölkerung stand wochenlang unter "De facto-Quarantäne".

Bürgermeister Haid, Landeshauptmann Wallner, Kanzler Kurz
Bürgermeister Haid, Landeshauptmann Wallner, Kanzler Kurz © BUNDESKANZLERAMT/DRAGAN TATIC
 

Der Kleinwalsertaler Bürgermeister Andi Haid hat am Tag nach dem Besuch von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in seiner Talschaft bedauert, dass die Abstandsregel vielfach nicht eingehalten wurde. Gleichzeitig bat er um Verständnis für die Emotion der Bevölkerung, die für mehrere Wochen unter "De facto-Quarantäne" gestanden sei. Auch habe die Gemeinde im Vorfeld sehr wohl Vorkehrungen getroffen.

Haid betonte, dass der Kurz-Besuch von allem Anfang an als Arbeitstreffen geplant worden sei, nicht als öffentliche Veranstaltung. "Deshalb hat auch keine Musik gespielt, das wäre das Normale", sagte Haid gegenüber der APA. Man habe auch extra das Veranstaltungszentrum Walserhaus in Hirschegg als Ort für das Arbeitstreffen gewählt, weil dort entsprechende Räumlichkeiten vorhanden seien, um die Abstandsregel einhalten zu können.

Am Besuchstag selbst wurde an die anwesende Bevölkerung ein Flugblatt verteilt, mit dem gebeten wurde, "zum Schutz Ihrer Gesundheit und auch aufgrund der anwesenden Medien die geltenden Covid-19-Regeln [...] einzuhalten". In Fettschrift wurde der Abstand von mindestens einem Meter bzw. andernfalls das Tragen von Schutzmasken eingemahnt. "Zuerst haben sich die Leute auch daran gehalten. Als dann aber der Bundeskanzler eintraf, sind sie zusammengelaufen", schilderte Haid die Ereignisse. Er wies auch darauf hin, dass sowohl Kurz als auch Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) die Leute mehrfach aufgefordert hätten, Abstände einzuhalten. "Das Zusammenrücken war der Emotion geschuldet", betonte Haid.

Der Besuch von Kurz im Kleinwalsertal - dem ersten eines österreichischen Bundeskanzlers seit 1973 - bestand aus zwei Etappen: Zunächst gab es unmittelbar beim Grenzübergang zwischen Vorarlberg und Bayern eine - geplante - Ansprache an die zahlreich erschienen Medienvertreter aus Österreich und Deutschland. Dabei rackerten die TV-, Online- und Printjournalisten um die besten Plätze, ohne jede Rücksicht auf irgendeine Abstandsregelung. Während der Bundeskanzler vom Auto zum Mikrofon ging, rief er mehrmals "bitte Abstand halten", was die Medienvertreter aber ignorierten.

Nach dem Medientermin fuhren Kurz, Wallner und Haid sieben Kilometer weiter nach Hirschegg, wo der Bundeskanzler sich mit Gemeindevertretern besprechen wollte. "Als wir im Auto nebeneinandersaßen, trugen wir Masken, diese Fotos sind aber nicht so präsent", sagte der Bürgermeister. Vor dem Veranstaltungszentrum Walserhaus wurden die Politiker schließlich von einer begeisterten Menschenmenge in Empfang genommen, wieder wurde die Abstandsregel größtenteils ignoriert. Die Begeisterung für Kurz sei nicht parteipolitisch motiviert gewesen, so Haid, der im Namen einer Bürgerliste Politik macht. Die Bevölkerung sei einfach froh, dass die Zeit der Abriegelung nun vorbei sei: "Die Leute wären auch bei jedem anderen Bundeskanzler dort gestanden."

Seitens der Polizei hieß es auf APA-Anfrage, dass es sich beim Besuch von Kurz um einen Medientermin gehandelt habe. Deshalb habe man auch keinen Auftrag gehabt, den Termin zu überwachen.

Kommentare (4)

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georgXV
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???

wer von Euch war schon einmal im Kleinen Walsertal ?
Das Tal ist N U R über Deutschland mit dem Auto zu erreichen.
Das heißt, man hätte zusätzliche Polizisten nur mit dem Hubschrauber einfliegen können (österreichische Polizisten / Bundesheer dürfen im Dienst NICHT das österreichische Staatsgebiet verlassen).
Ich würde sagen, im ganzen Tal gibt es vielleicht 3, maximal 5, Polizisten.
Wer hätte hier für die Sicherheit und Einhaltung der Abstandsregelungen sorgen sollen ?
Ich habe im Video gesehen, daß es ein paar Männer von der Feuerwehr redlich versucht haben.

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wischi_waschi
3
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Die schwarze Regierung

Leute wacht auf, wir werden alle verar………
Auch in meinem Bekanntenkreis laufen Sie mit den Masken herum.
Wen der Messias sagen würde, so Leute jetzt springen wir mal alle ins Wasser, würde Sie auch springen.
Viele wissen wie ich zu dieser Regierung stehe...…..
Das was Herr Kurz Verzeihung der Messias gemacht hat , war einfach ein NO-Go .

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Geerdeter Steirer
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"Zusammenrücken war der Emotion geschuldet".

Da sollen Emotionen weggelassen und hinten angestellt sein und auch keine Argumentation wie "Ich trage im Freien keine Maske"...................

Es "geht einzig und allein" um das einhalten des Abstandes und dem tragen der Schutzmaske, wenn es richtig wie korrekt gewählt und eingehalten wird sind unnötige Gefahren minimiert.

Wenn man sich die Abstände und Vorgangsweisen bei dieser Veranstaltung der Vorarlberger und dem Kanzler zu Gemüte führt wird jedoch eine eklatante und fahrlässige Art und Weise ersichtlich welche ein totales "No go" bedeutet.
Es können nicht Gebote aufgestellt werden welche dann selbst im Tun als nichtig erscheinen, da ist ein Vertrauens und Verantwortungsbewusstsein welches mit Füßen getreten wird und keinerlei Vorbildwirkung beinhaltet, wenn diese Personen schon einer solchen Veranstaltung beiwohnen sollen sie die Abstände einhalten wie auch Schutzmasken tragen, alles ander ist reine Provakation dem Bürger gegenüber.
Das es Ignoranten und Besserwisser stets geben wird ist auch Fakt, jedoch von diesen Personen "muss" die Vorbildwirkung ausgehen da sonst alles andere nur hohle Phrasen und teils als Schikane gesehen werden muss !!

Eine menschlich vertretbare "Entschuldigung" ist da nun zu tätigen um nicht unglaubwürdig zu sein, es wird deswegen niemanden von den beteiligten Personen ein Stein aus der Krone fallen!!
Oder kommen sich jene Personen aus der Politikerriege als unfehlbar vor und denken sich dadurch alles erlauben zu können ?!?

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Isolde9
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Schweigen ist Gold ...

Herr Bürgermeister! Hättest du geschwiegen, wärst du ein Philosoph geblieben … So eine peinliche Erklärung und versuchte Rechtfertigung des nicht Rechtfertigbaren hab ich zuletzt vom Tiroler Gesundheitslandesrat Tilg zu Ischgl gehört...

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