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Wer ist reich?Gewerkschaft startet Kampagne für "Millionärssteuer"

Bei den Zukunftssorgen der Österreicher rangiert die Schere zwischen Arm und Reich gleich hinter der Klimakrise. GPA startet Kampagne für Vermögensteuer. 95 Prozent der Bevölkerung wären von der geforderten Erbschafts- und Vermögensteuer nicht betroffen - weil sie nicht reich genug sind.

© APA (Symbolbild)
 

Angesichts der türkis-grünen Steuerreform startet die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) eine Kampagne für eine Erbschafts- und Vermögenssteuer. Zum Start hat GPA-Chefin Barbara Teiber vom IFES-Institut abfragen lassen, wie die Bevölkerung dazu steht. Vom Ergebnis sieht sie sich bestätigt: Bei den Zukunftssorgen rangiert die Schere zwischen Arm und Reich gleich hinter der Klimakrise.

Die GPA tritt schon länger für Steuern auf Erbschaften und Vermögen ab einer Million Euro ein. Auf Social Media und mit Kinospots will die Gewerkschaft nun weiter dafür werben. Für die Werbespots müssen zwei Klischee-Milliardäre - René und Fiona - herhalten, wobei allfällige Namensgleichheiten mit tatsächlich existierenden Personen angeblich rein zufällig sind. "Ziehen wir René bis auf die Unterhose aus, wenn wir ihm 1 Prozent Millionärssteuer nehmen?" lautet die rhetorische Frage.

Freigrenze von einer Million Euro

Die Antwort lieferte Teiber in einer Pressekonferenz am Montag nach: "Die Superreichen können sich entspannen - mit einem moderaten Steuersatz von einem Prozent müssten sie ihren Lebenswandel nicht einschränken." Und 95 Prozent der Bevölkerung wären von der geforderten Erbschafts- und Vermögensteuer ohnehin nicht betroffen, weil man erst ab einer Freigrenze von einer Million Euro ansetze.

Ab wie viel Geld ist man reich?

Eine Million Euro ist laut der IFES-Umfrage (1.000 telefonisch und online Befragte) auch jener Wert, ab dem für ein Viertel der Österreicher Reichtum beginnt. Ein knappes Viertel hält auch schon Personen mit einem Vermögen von bis zu 500.000 Euro für reich. Für 14 Prozent beginnt Reichtum dagegen erst ab fünf Millionen Euro. Mehr Einigkeit herrscht bei der Frage, wie man zu einem großen Vermögen kommen kann: 74 Prozent nennen Erbschaften, nur 18 Prozent "harte Arbeit" (der Rest machte keine Angabe).

Unter den sieben von der GPA abgefragten Zukunftssorgen rangiert die "zunehmende Schere zwischen Arm und Reich" gleich hinter der "Klimakrise" an zweiter Stelle. Dahinter folgen Einsparungen im Gesundheitssystem, hohe Lebenshaltungskosten und steigende Arbeitslosigkeit.

Größter ökologischer Fußabdruck

Im türkis-grünen Regierungsprogramm sieht Teiber "keine Maßnahmen, die zu mehr Steuergerechtigkeit führen würden". Im Gegenteil drohe nun die Abschaffung der Kursgewinnsteuer für Aktien. Von den Grünen hätte sie sich diesbezüglich mehr erwartet, meinte Teiber - "aber es kann ja noch werden". Die von der GPA geforderte progressive Vermögensteuer (0,5 Prozent ab einer Million, 1,0 Prozent ab zwei Millionen und 1,5 Prozent ab drei Millionen) würde laut Teiber 4,5 Mrd. Euro bringen, dazu 500 Mio. Euro durch eine Erbschaftsteuer. Finanzieren würde sie damit Investitionen in Pflege, Kinderbetreuung und Klimaschutz: "Eine Millionärssteuer wäre auch die gerechteste Ökosteuer, denn letztlich ist es so, dass sehr Reiche den größten ökologischen Fußabdruck hinterlassen."

Kommentare (14)

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Hieronymus01
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Die erste Million ist die schwerste.

Dieser Spruch kommt nicht von Irgendwo.
Mit schuldenfreier Wohnung/Haus, Fondvorsorge und Anlegerwohnung hat man ausgesorgt.
Jene die in Mietwohnungen leben müssen werden sie und ihre Kinder trotz Vollzeiterwerb nie in die Gelegenheit kommen nur annähernd die Million von der nähe zu sehen.

So braucht man sich nicht wundern dass die Armutschere in österreich immer grösser wird.

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fortus01
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wenn ihr es schon der Gewerkschaft nicht

glaubt, dann vielleicht der OECD. Dort wird schon über Jahre darauf hingewisen, dass in Österreich der Anteil von vermögensbezogenen Steuern am Gesam- Steuraufkommen zu niedrig ist, ja im Vergleich zu anderen Ländern, wo es Zunahmen gibt, sogar sinkt.
Man wird noch wohl nicht so naiv sein, zu glauben, die Superreichen spenden Millionen für einen Wahlkampf, ohne dass für sie was dabei rausspringt!
Die Mehrheit der Österreicher hat schon erkannt, dass die Reichen der Gemeinschaft durchaus mehr zurück geben sollten!

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stprei
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Haus

Ein Haus zum Wohnen im Speckgürtel, eine Wohnung in der Stadt als Vorsorge bzw. als Anlage für die Kinder, monatlich ein bisserl was aufs Aktiendepot für die Pension und Nebengeräusche wie 2 Autos und vielleicht ein Camper und ein paar Jahre Inflation und schon hat man die Million beisammen. Das ist eine Kampagne für eine klassische Häuslbauer-Steuer. Weil Rene und Fiona können umschichten, Otto Normalverbraucher, der sein Leben lang für vertretbaren Wohlstand gearbeitet hat, der zahlt zur Grundsteuer dann nochmal was drauf aus seinem versteuerten Einkommen. Super Idee der Gewerkschaft.

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Mein Graz
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@stprei

Also dann gehöre ich definitiv zu den 95%, die das nicht betrifft.

Wie viele haben tatsächlich Haus + Wohnung + Aktiendepot + 2 Autos + 1 Camper?
Ich kenn keinen.

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stprei
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Haus

Dass sie keine Familie mit Haus und 2 Autos oder einer Wohnung kennen, bezweifle ich. Und wenn man auf willhaben ein bisschen schaut, sieht man, dass man mit einem normalen Einfamilienhaus in Graz oder im Speckgürtel schon gut über den ersten 350.000 liegt, mit einer 75qm Stadtwohnung in Graz bei 250.000. Auch Leute die sparen kenne ich. Viele sogar. Aber ich kenne tatsächlich nur eine Person mit einem Camper.

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Mein Graz
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@stprei

Du schreibst NICHT von Haus ODER Wohnung. Du schreibst eine Aufzählung der Besitztümer, mit der man 1 Million erreicht.

Auch ich habe ein Haus, allerdings keine Wohnung zusätzlich, keine Wertanlagen - das Geld ist fürs Haus drauf gegangen, obwohl beide Partner gearbeitet haben. Ein bisschen Erspartes, ja - aber der Wert von einer Million ist nicht annähernd erreicht!

Und wenn ich mal zusammenzähle, dann kommst du mit Haus UND Wohnung auf 600.000 €, einen Camper gibst neu ab ca. 40.000 €, Autos ab weit unter 20.000 €.
Was bedeutet, dass da mindestens 300.000 auf dem Aktiendepot liegen müssen.

Du solltest mal ein bissl nachdenken, wie viel sich eine Familie mit durchschnittlichem Einkommen und 2 Kindern im Leben tatsächlich ansparen kann - und nicht fabulieren.

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Balrog206
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Es

Gibt auch fleißige Menschen die mehr als ihre 40 std arbeiten bzw haben !

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rand
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Der Neid

Dass hier mit dieser Besteuerung 4-5 Milliarden in die Staatskassen kommen sollen glaube ich nicht. Wenn das einmal beschlossen ist das Scheunentor geöffnet. Die jetzt sich so darüber freuen werden staunen wie schnell sie wenn sie einen Besitz haben diese Million erreicht haben. Es wird nie diese Million an den neuen Wert angepasst werden wie es in Österreich üblich. Werden dies 4-5 Milliarden nicht erreicht werden die Prozente angehoben. Bitte vorher denken dann erst Jubeln.

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rand
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Der Neid

Dass hier mit dieser Besteuerung 4-5 Milliarden in die Staatskassen kommen sollen glaube ich nicht. Wenn das einmal beschlossen ist das Scheunentor geöffnet. Die jetzt sich so darüber freuen werden staunen wie schnell sie wenn sie einen Besitz haben diese Million erreicht haben. Es wird nie diese Million an den neuen Wert angepasst werden wie es in Österreich üblich. Werden dies 4-5 Milliarden nicht erreicht werden die Prozente angehoben. Bitte vorher denken dann erst Jubeln.

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UHBP
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Das Leben ist hart!

Nimmt man den Armen etwas weg - dann ist es für die Türkisen Gerechtigkeit
Nimmt man den Reichen etwas weg - dann ist es Populismus
Das Lustige an der Geschichte ist aber, dass die meistern Türkisen weder von der einen noch von der anderen Sache betroffen sind - das ist dann vielleicht mangelndes Denkvermögen

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ronny999
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Peinlicher

Farbenposter ohne inhaltliche Substanz!

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pescador
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.

Populismus in Reinkultur.

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schulabteilung
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Irrtum

Leider irrtümlich verdrückt - ich meinte ROT statt GRÜN ;-(

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UHBP
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@pes...

Sagt einer, der einen kennt, der einen kennt, der reich ist und schon einmal ein Bier bezahlt hat. Super Typ.

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