Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Ex-Minister zu Pensionspolitik"Die Jungen sind die Ang'schmierten"

Kurzzeit-Sozialminister Pöltner fährt schwere Geschütze gegen die Parlamentsparteien auf, die eine abschlagsfreie Frühpension nach 45 Arbeitsjahren ermöglicht haben.

Chef der Alterungssicherungskommission Pöltner
Chef der Alterungssicherungskommission Pöltner © APA/HERBERT PFARRHOFER
 

Mit scharfer Kritik an den jüngsten Nationalratsbeschlüssen zum Pensionsbereich meldet sich der Chef der neuen Alterssicherungskommission, Walter Pöltner, zu Wort. Eine abschlagsfreie Frühpension nach 45 Arbeitsjahren zu ermöglichen sei "unverantwortlich und arbeitnehmerfeindlich", die Pensionserhöhung über der Inflationsrate "völlig verfehlt", sagte der Kurzzeit-Sozialminister  im "Standard"-Interview.

Beschlüsse dieser Art seien "ein Populismus, der viel Geld kostet", dabei seien "die Jungen die Angeschmierten". Pöltner hält zwar das Pensionssystem "an sich" für finanzierbar und gegenteilige Aussagen für "künstliche Aufgeregtheit". Aber angesichts der steigenden Lebenserwartung - und damit auch steigender Kosten für Pflege und Gesundheit - müsste die Politik "alles tun, um die Menschen länger im Arbeitsleben zu halten". Im Nationalrat sei da mit der neuen "Hacklerregelung" "leider gerade das Gegenteil geschehen".

Schließlich falle der Anreiz, bis zum gesetzlichen Pensionsalter von 65 zu arbeiten, damit weg. Wenn die Lebenserwartung weiter steige, "wird die Politik irgendwann darüber reden müssen, das gesetzliche Pensionsalter zu erhöhen", meint Pöltner - wobei es vorrangig auch gelingen müsste, die Menschen länger im Erwerb zu halten. Dafür brauche es verschiedene Ansätze, von Altersteilzeitmodellen über Zuschüsse für Betriebe mit guter Alt-Jung-Balance bis zu flacheren Gehaltskurven.

Kommentare (16)

Kommentieren
Kariernst
0
7
Lesenswert?

Wahnsinn

Wie kann nur solchen Mist verzapfen hat selber keine 45 Beitragsjahre zusammen gebracht und spielt jetzt Alt und Jung gegeneinander aus. Selbst im Glashaus sitzen und Steine werfen 45 Jahre sind mehr als genug oder soll wir bis zum Sterben arbeiten? Ma muss nur den Föderungsdschungel durchforsten bei den Partei Finanzen und die Gehälter aller Politiker kürzen dann können wir uns damit doppelt so viele Hacklerpensionen leisten und eine saftige jährliche Erhöhung geht soch aich noch aus

516cea9308b34e0cab1d86460dd8f703
2
7
Lesenswert?

Irgendwie wird mir schlecht,

wenn ich diese Experten wahrnehmen muss, der hat mir vor 30 Jahren Sozialrecht gelehrt, damals zwar in einer anderen Fassung.

516cea9308b34e0cab1d86460dd8f703
2
16
Lesenswert?

Ich denke es reicht, definitiv.

Wir Deppen hackeln 45 Jahre durch und dann kommt irgenein fern jeder Realität gewifter Experte und erzählt mir, dass 45 Jahre nicht genug sind. Ich hoffe nur, dass alle 45 Jahre machen, auch wenn sie dabei dann 80ig werden.

Hildegard11
0
4
Lesenswert?

Das waren genau die Experten...

...und Minister, die in den 90er Jahren nix getan haben beim Pensionsantritt mit 55 bei Männern

Lodengrün
0
9
Lesenswert?

Wenn einer 45 Jahre hakelt

und das dann immer noch genug ist verstehe ich die Welt nicht mehr. Da hat er seit seinem 17. Lebensjahr Gas gegeben. Wer kommt heute noch auf 45 Jahre. Über 50 bist du zu teuer und hast es trotzdem bis 62 geschafft dann gehst Du am Zahnfleisch.

Miraculix11
3
6
Lesenswert?

Das Problem sind ja nicht die Arbeitsjahre

Sondern die Pension. Wenn die Leute früher am Zahnfleisch gehen ist es nicht sinnvoll sie zum Weiterarbeiten zu zwingen. Aber wenn wir früher in Pension gehen wird diese sinken. Das traut sich niemand zu sagen obwohl etwas weniger Pension für viele heute kein großes Problem wäre.

Armergehtum
1
22
Lesenswert?

Die Jungen sind die Ang'schmierten - Richtig

Nämlich jene Junge, die mit 15 Jahren ins Arbeitsleben starten und bis 65 Jahre auf 50 Beitragsjahre kommen.
Im Gegensatz Akademiker - keine Frage, die brauchen wir unbedingt, aber:
1. Arbeitsjahre: Akademiker starten ihre Berufslaufbahn 10 - 15 Jahre später und
2. Geld: studieren muss gratis bleiben, aber warum sollte nicht im späteren Berufsleben von den Akademikern ein kleiner Beitrag geleistet werden, damit dieses System aufrecht erhalten bleiben kann.
Weiters wären da noch die Amtsratswitwen, die > 3.000 Euro im Monat bekommen, und selbst nie gearbeitet haben. Nicht ausser Acht lassen darf man die Politiker und Ministerpensionen.
Wie kann ein Pensionistenvertreter, der jenseits der 12.000 Euro pro Monat kassiert, zu den Menschen ehrlich rüberkommen.
Ich glaube, es riecht nach einer Einheitspension, mit der jeder leben kann und wenn es die Menschen früh genug wissen, sich selbst darauf vorbereiten können.

crawler
14
8
Lesenswert?

Einheitspension

nur weil man es selbst nicht geschafft hat?

Armergehtum
1
12
Lesenswert?

@crawler

Wer es selbst schafft, braucht nicht bis 65 Jahre arbeiten und ist auf die Pension alleine nicht angewiesen.

Stadtkauz
3
19
Lesenswert?

Herr Pöltner

Nach Ihrer Wortspende tut es gut zu wissen, dass Sie nicht mehr Minister sind. Sie haben wirklich keine Ahnung, wie schwierig es für manche Pensionist(inn)en ist, mit dem zum Teil wirklich geringen Einkommen eine Familie ernähren zu müssen.

ARadkohl
3
33
Lesenswert?

Her Pöltner, tauschen Sie dann bitte einmal mit einem Fabriksarbriter, Bauarbeiter oder mit jemanden in der Gastronomie,

Es hat eben nicht das Glück ein Studium zu machen, sich körperlich nicht anstrengen zu müssen und trotzdem ein gutes Einkommen zu haben. Und was die jungen betrifft, die sollen es einmal den älteren nachmachen, 45 Jahre zu arbeiten und die Pension einzuzahlen. Und 45 Jahre sind genug!

516cea9308b34e0cab1d86460dd8f703
6
21
Lesenswert?

Herr Pöltner,

ihrer Ansicht nach sollten also alle Menschen 50 Jahre arbeiten und Beiträge bezahlen, damit ihnen nicht nach 45 Jahren Arbeit, 15 Prozent für den Rest des verbleibenden Lebens abgezogen werden. Ich denke Sie sollten sich in ihrem Eifer gedanken machen, mit was und wie das Umlagenprinzip ergänzend gestärkt werden kann. Dort sehe ich die wichtigen Schritte für die Zukunft.

b6f59ac9dcde3ccfd1b2869f43b2477
5
58
Lesenswert?

Sehr geehrter Herr Pöltner,

finden Sie nicht, dass 45 Jahre oder 540 Monate Arbeit und somit u. a. auch "Systemerhalter" ausreichen sollten, um eine anständige Pension zu bekommen?
Viel wichtiger als die ständige "Bastlerei" bei den PVA- Versicherten wäre eine ECHTE Vereinheitlichung der Pensionsysteme, dann aber auch für die (Spitzen)Beamten und Politiker.
siehe auch- Ausgaben des Staates für die Pensionen - Statistik Austria!

GustavoGans
3
29
Lesenswert?

Bitte korrigiert mich

falls ich falsch liege.
Aber jemand, der mit 15 Jahren zu arbeiten begonnen hat und mit 62 Jahren arbeitslos wird (also nach 47 Arbeitsjahren) wird doch automatisch in Pension geschickt, oder?
Arbeitslosengeld mit Suche nach einen neuen Job geht dann nicht mehr, oder?

GustavoGans
4
10
Lesenswert?

Dann ist es auch richtig

ohne Abschläge in Pension zu gehen.
Sonst ist man ja als ehemaliger Lehrling der Depp.
Weil meine drei Lehrjahre zählen ja als 36 Beitragsmonate. Allerdings wurde dort ins Pensionskonto so gut wie nichts gutgeschrieben. Um genau zu sagen, ca. 20 Euro für das erste Lehrjahr. 80 für das Zweite und 150 für das Dritte.
Also hab ich mit 62 zwar die Beitragsmonate zusammen und müsste deshalb in Pension falls ich keine Arbeit mehr habe, hab aber das Manko, dass in der Lehrzeit so gut wie nichts einbezahlt wurde.

GustavoGans
7
9
Lesenswert?

Jemand der erst später begonnen hat zu arbeiten

hat dann Glück gehabt. Weil der könnte dann bis 65 Arbeitslosengeld beziehen (falls er keine Arbeit mehr findet), weil er noch nicht die Beitragsmonate zusammen hat und geht dann mit 65 abschlagsfrei in Pension. Oder irre ich mich?