AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

''Irres Ösi-Theater''FPÖ gegen Wolf: Das sagt die internationale Presse

"Demokraten aus Pappmaschee" oder "Irres-Ösi-Theater" - so wird das Zerwürfnis zwischen der FPÖ und dem ORF im deutschsprachigen Ausland kommentiert.

EU-WAHL: FPOe WAHLKAMPFAUFTAKT: VILIMSKY
Das Interview zwischen Wolf und dem FPÖ-EU-Spitzenkandidaten Vilimsky (im Bild) gab den Ausschlag. © APA/HERBERT PFARRHOFER
 

Die wilden Angriffe der FPÖ gegen den ORF-Journalisten Armin Wolf lassen auch Medienkommentatoren in den deutschsprachigen Nachbarländern nicht kalt. So heißt es etwa in der "Welt" unter dem Titel "Demokraten aus Pappmaschee":

"Dies verdeutlicht einmal mehr, auf welch dünnem demokratischen Pappmaschee die so überhaupt nicht Freisinnigen wandeln. (...) Das wundert kaum bei einer Partei, die sich konsequent und unnachgiebig als Hort von ekelhaften Dingen wie einem "Rattengedicht" oder von durch Wolf zu Recht hinterfragten klemmrassistischen Wahlplakaten institutionalisiert hat." Im Hinblick auf Kanzler Kurz heißt es: "Doch irgendwann stellt sich wohl auch für ihn, den bürgerlich Liberalen der Mitte, die Frage, ob es mit der FPÖ weitergehen kann." In Bezug auf Wolf meint die "Welt": "Wer ihn bedroht, bedroht uns alle. Wir Journalisten, privat oder gebührenfinanziert, streiten gerne - aber bleiben solidarisch, wenn es darum geht, die Pressefreiheit zu verteidigen."

Unter dem Titel "Zerrbilder" schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung":

"Für die FPÖ ist das ORF-Bashing offensichtlich ein Wahlkampfschlager für die Europawahl. Der Name Wolf dürfte dabei vor allem dazu dienen, dieser Kampagne ein (antagonistisches) Gesicht zu geben. Doch bedeutet diese Analyse keine Entwarnung, der ganze Vorgang ist hinsichtlich der Medienfreiheit hochbedenklich. (...) Die FPÖ agiert wie eine populistische Opposition, aber sie ist Regierung. Mit dieser Verantwortung ist ein solches Verhalten nicht vereinbar. Nebenbei hat sie sich ein weiteres Problem aufgehalst. Das beanstandete Plakat ist tatsächlich schlimm, schlimmer noch als das Braunauer "Rattengedicht", von dem sich die FPÖ-Spitze unisono distanzierte. Wie aber will die FPÖ hier die Kurve kriegen, nachdem sie sich deswegen so auf Wolf eingeschossen hat? Und wenn nicht, kann wiederum Kurz nach seinen früheren Interventionen jetzt still bleiben?"

"Alarmierend" findet die Kommentatorin der "Süddeutschen Zeitung" die Causa:

"Dass so etwas überhaupt möglich ist, zeigt, wie weit sich der Diskurs in Österreich nach rechts verschoben hat. Jahrzehntelang hat die FPÖ die Grenzen des Sagbaren immer weiter ausgereizt. Als Kanzler Sebastian Kurz von der ÖVP mit den Rechtspopulisten eine Regierung bildete, machte er sie endgültig salonfähig. Und er hat ihre rechtsradikalen Ausfälle weitgehend toleriert, um die eigene Agenda nicht zu gefährden. Das hat zur Folge, dass nicht nur rechtsextremes Vokabular kaum noch Aufsehen erregt, sondern auch Angriffe auf die Pressefreiheit schulterzuckend hingenommen werden. Mit den Attacken auf Wolf haben diese Angriffe ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" stufte Österreich zuletzt bei der Bewertung der Pressefreiheit von Platz elf auf Platz 16 herunter. Wenn die FPÖ weiterhin unbehelligt schalten und walten kann, dürfte es weiter nach unten gehen."

"Keine Sternstunde für Armin Wolf" kann dagegen die "Neue Zürcher Zeitung" erkennen:

"Vilimskys Ärger ist verständlich. Die Nebeneinanderstellung der Cartoons reicht nicht aus, um eine inhaltliche Verwandtschaft zwischen der FPÖ oder Teilen davon und den Nationalsozialisten zu dokumentieren. Beide Darstellungen verhöhnen zwar gesellschaftliche Gruppen, doch die Zeichnungen sind unterschiedlich und beziehen sich auf andere Zusammenhänge. Der Fall ist ein weiteres Beispiel dafür, wie in der politischen und medialen Auseinandersetzung allzu leichtfertig Nazi-Vergleiche gezogen werden. Solche Fahrlässigkeit mündet letztlich in eine Banalisierung des Massenmords an den Juden durch die Nationalsozialisten.(...) Letztlich tat Wolf mit dem Nazi-Vergleich dem FPÖ-Generalsekretär einen Gefallen. Vilimsky bekam die Gelegenheit geschenkt, sich als Opfer einer feindlichen journalistischen Gesinnung in Szene zu setzen.

Unter dem Titel "Das irre Ösi-Theater" schreibt die "Bild"-Zeitung:

"Es geht um üble Facebook-Postings, rassistische Karikaturen, ein Ratten-Gedicht aus Hitlers-Geburtsstadt Braunau - und um öffentliche Drohungen von Politikern gegen Österreichs Star-Moderator. Die Koalition von Kanzler Sebastian Kurz (32, ÖVP), der seit Dezember 2017 mit der rechtspopulistischen FPÖ regiert, steckt in einer ernsten Krise." Dann listet "Bild" die Abfolge der Ereignisse der letzten Tage in Form eines Vier-Akters auf - und schließt: "Fortsetzung folgt..."

Kommentare (26)

Kommentieren
Schwupdiwup
10
31
Lesenswert?

.

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler
Der unbedingte Machterhalt um jeden Preis macht Sie erpressbar, Herr Kurz.
Unser wunderbares Österreich verkommt ob des politischen Stils Ihres Regierungspartners zur Bananenrepublik.
Wie viele Skandale, Einzelfälle und Grauslichkeiten braucht es denn noch bis Sie endlich aufwachen?

Antworten
MoritzderKater
5
11
Lesenswert?

Die allerbesten Worte zu diesem leidigen Thema......



..... hat heute der Chefredakteur der KLEINEN, Herr Mag. Patterer in seinem Leitartikel und in der täglichen Morgenpost gefunden.
Nachlesen lohnt sich - jede Medaille hat zwei Seiten, wie auch immer man zum einen oder dem anderen Kontrahenten stehen mag.

Antworten
Planck
5
11
Lesenswert?

Naja,

der Patterer tät' das Problem auch gern abschütteln, versteh' ich.
Den vielfach ausgezeichneten Wolf wird nicht kratzen, was der Chefredakteur der "größten Bundesländerzeitung" wovon hält.
In der und für die Provinz hat der auch eine ganz andere Agenda.
Da macht man schon mal Homöopathie-Beilagen, wenn die Kasse stimmt.
Ich hoffe, Sie und der Chefredakteur wissen, was ich meine ... ^^

Antworten
mostlant
12
7
Lesenswert?

#ck2107 ein wohltuender Beitrag,

dem kann ich nur zustimmen; leider sieht die Realität meist vollkommen anders aus; man braucht nur die frustrierenden Beiträge vieler Poster hier in diesem Forum lesen.

Antworten
Lodengrün
8
16
Lesenswert?

Ich bediene mich

eines Satzes von Herrn Kurz: „Die haben ihre Ansicht, ich meine“. Nur ich kann mir dennoch vorstellen das diese doch nicht unbedeutenden Kritiken an ihm nagen. Geschuldet seiner Eitelkeit. Doch was soll er machen? Strache, Kickl, Gudenus, usw. vom Hof jagen? Dann wär es vorbei mit dem Kanzleramt. Vorbei mit den Reisen, den Empfängen, dem Händeschütteln samt Bildern mit den Promis, dem stattlichen Bezug. Ich möchte nicht in seiner Haut stecken denn die Konservativen in seiner Partei warten doch auch nur bis er angezählt wird. Irgendwie spannend. Nur so viel kann man auf alle Fälle voraussehen. Gut geht die Sache nicht aus. Und je länger sich die Sache hinzieht umso lauter die Detonation.

Antworten
ck2107
10
17
Lesenswert?

Rechts-Links,Lechts-Rinks

Die NZZ hat recht. Ich halte diese andauernden Vorwürfe brauner Gesinnung für eine Ablenkung von den wesentlichen Problemen. Diese Anwürfe kommen eher einer Verharmlosung dessen, was seinerzeit passiert ist, nahe und zerstören nur die Diskussionskultur. Umgekehrt bringt es auch nichts, der Gegenseite andauernd Begriffe wie „Gutmenschen“ oder Ähnliches an den Kopf zu werfen. Es sollte nicht um links oder rechts gehen, sondern um vernünftig oder unvernünftig. Jede Seite hat vernünftige und unvernünftige Ideen. Die Vernünftigen gehören gemeinsam umgesetzt.
Leichtfertige Vorwürfe bringen auch die Bevölkerung gegeneinander auf. Man sollte sich aber nicht in die politischen und medialen Spielchen hineinziehen lassen, indem man anfängt, sich gegenseitig anzufeinden wegen dem, was man wählt. Wir leben in einer Demokratie, und deshalb ist jede Wahl unserer Mitbürger zu akzeptieren. Natürlich kann man dann unterschiedliche Meinungen miteinander diskutieren, aber ohne Vorwürfe, man sei ein Trottel oder ähnliches, weil man das, in den Augen des Gegenübers, „Falsche“ gewählt hat. Gegenseitiger Respekt ist immer von größter Wichtigkeit. Unabhängig davon, wo man sein Kreuz auf dem Wahlzettel gemacht hat. Um es anders als die Politik zu machen und Vernünftiges gemeinsam umzusetzen.
Leider sind wir inzwischen schon so weit, dass manch eine/r Freundschaften beendet, weil ihr/ihm nicht passt, was die/der andere gewählt hat. Man sollte sich aber nicht durch Politik und Medien spalten lassen.

Antworten
Planck
4
6
Lesenswert?

Sehr schön.

Und Sie halten es für eine vernünftige Idee, an allen Ecken Frontalangriffe auf den Rechtsstaat zu initiieren und die liberale Demokratie infrage zu stellen, ja?
Falls nein, wer zeigt keinen Respekt -- und wovor?

Antworten
BernddasBrot
11
33
Lesenswert?

Wolf hat Vilimsky bzgl. Distanzierung

eine konkrete Antwort gestellt und keine Antwort bekommen. Daraufhin legte er mit dem Cartoon nach , um auf Parallelen hinzuweisen . Warum die NZZ dies nicht in dieser Reihenfolge erklärt , ist mir unverständlich. Zumal es noch weitere FPÖ Plakate gibt , von denen die NZZ keine Ahnung hat , die mit stürmerischen Figuren versehen sind.

Antworten
SoundofThunder
17
47
Lesenswert?

🤔

Wir haben eine Regierung die es schafft im In- und Ausland nur Negativ aufzufallen. Das wird dem auf sein Image penibel achtenden Bundeskanzler zu Denken geben. Vilimsky,Kickl,Strache und die ganzen Einzelfälle nehmen KurzIV ins Dilemma mit. KurzIV kann sich da nicht mehr herausreden.Mitgegangen - Mitgefangen!

Antworten
Lodengrün
10
49
Lesenswert?

Ob diesmal Vilimsky auch sagt

das das die vernachlässigbare Boulevarpresse ist? Alle sind gegen sie. Warum wohl? Alle sind verrückt. Wirklich?

Antworten
SoundofThunder
6
51
Lesenswert?

Pappmascheedemokraten!

Wunderbar 😁

Antworten
joker1234
0
0
Lesenswert?

Wunderbar?

Erst, wenn der Regen kommt....

Antworten
Ichweissetwas
81
18
Lesenswert?

Die Deutschen müssen sich melden, bei deren Chaos !

Unterm Strich: BRAVO Hr. VILIMSKY !!

Antworten
Eyeofthebeholder
12
37
Lesenswert?

@Ichweissetwas: Wozu applaudierst Du ihm?

Zu seiner epischen Niederlage gegen Wolf? Dafür, dass er dem Ansehen unseres Landes schadet?

Antworten
Hieronymus01
10
50
Lesenswert?

Auch internationale Presse

Wenn es nach der FPÖ geht, ist jetzt auch die internationale Presse von der Linxlinken untetwandert.
Den die FPÖ definiert sich ja nach eigenen Angaben als "leicht" rechts der Mitte.

Antworten
X22
2
10
Lesenswert?

Das heißt im Klartext, Kurz muss weiter nach links rücken,

um das Verhältnis wieder in Einklang zu bringen, weil dieses "leichte rechts der Mitte" schon auf der roten Linie ist.
Um die rote Linie zu definieren, könnte man jetzt hinschreiben was man nicht mehr tolerien könnte.

Antworten
UHBP
16
47
Lesenswert?

Beide Darstellungen verhöhnen zwar gesellschaftliche Gruppen, doch die Zeichnungen sind unterschiedlich und beziehen sich auf andere Zusammenhänge.

Ja, wenn es gegen Juden geht, ist es "noch" böse. Gegen Muslime darf man aber anscheinend "hetzen". Da hat unser Bundesbasti kein Problem damit.

Antworten
pesosope
42
10
Lesenswert?

UHBP

na Sie hetzen doch auch permanent gegen die BRG, gegen die FPÖ oder haben schon mehrmals Kurz, Strache, Hofer und letztens erst Vilimsky mit flegelhaften Ausdrücken belegt. Was ist jetzt der Unterschied zwischen Ihnen und Kurz..... außer Ihrer selbsternannt alleinigen Berechtigung zur Hetze?

Antworten
X22
6
2
Lesenswert?

Würde UHBP die Position Kurzes oder Vilimskys Position inne haben, würde er den Staat repräsentieren und hätte, da er auch die Vertretung aller Österreich

Würde UHBP die Position Kurzes oder Vilimskys Position inne haben, würde er den Staat repräsentieren und hätte, da dies auch die Vertretung aller Österreicher einschließt, anders zu reagieren, sozusagen seine private Meinung zurückhaltent zu verwenden. Trifft auf UHBP nicht zu, also ein großer Unterschied.
Andersherum gesehen, nimmt man an, das dies Kurz, Strache, Vilimsky wirklich tun würden, dann möchte ich ihre private Meinung nicht hören.

Antworten
Eyeofthebeholder
3
11
Lesenswert?

@pesosope: Du fragst ernsthaft was der Unterschied

zwischen Hetze gegen eine Religion und der Verballhornung einzelner Personen ist?!? Bitte sag dass das nicht wahr ist!

Antworten
Scaurus
3
38
Lesenswert?

pesosope

Verhetzung zu kritisieren ist keine Hetze. Das sollte mit ein bisserl Logik verständlich sein.

Antworten
pesosope
26
7
Lesenswert?

verzeihen Sie, ich hatte nur vergessen, dass Verlierer die Welt ja immer anders sehen

:-)

Antworten
joker1234
0
0
Lesenswert?

Schade,

dass manche es erst sehr spät erkennen, wenn sie auf der Verliererseite stehen. Ds hat nämlich gar nix damit zu tun, wo man das Kreuzerl gesetzt hat - also zumindest nicht beim Einzelnen.

Antworten
X22
4
1
Lesenswert?

Klingt nach Selbstreflexion,

obwohl dies ungewöhnlich wäre

Antworten
Eyeofthebeholder
3
11
Lesenswert?

@pesosope: Ja eh, da kann Dir der Vilimsky

ein Lied davon singen.

Antworten
Scaurus
2
3
Lesenswert?

?

Antworten