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Laut OECD

Österreichs Bildungssystem ist ineffizient

Die OECD empfiehlt Österreich größere Schulen und Klassen, die 40-Stunden-Woche für Lehrer, eine gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen sowie einen Ausbau der verschränkten Ganztagsschule und der Schulautonomie.

Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) und OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher präsentierten den jüngsten Bericht © APA
 

Generell stellt die OECD dem am Donnerstag von Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) und dem OECD-Direktor für Bildung, Andreas Schleicher, in Wien präsentierten Bericht fest, dass es "keine Ressourcenknappheit" im österreichischen Schulwesen gibt. Ganz im Gegenteil: Aufgrund der Einführung eines neuen Lehrerdienstrechts ab 2019/20 werde es künftig sogar zu einer Erhöhung der Ausgaben kommen. Die schulische Infrastruktur sei generell gut bis sehr gut, die Arbeitsbedingungen der Lehrer unter anderem aufgrund der geringen Klassengrößen ebenso.

"System ineffizient"

Einschränkung: Das System ist ineffizient, was sich unter anderem in nur durchschnittlichen Leistungen bei internationalen Schülervergleichen, dem Einfluss des sozialen Hintergrunds auf die Leistungen sowie der hohen Leistungsunterschiede zwischen den Schulen zeige. Unter anderem ortet die OECD "Fehlanreize zum Over-spending", etwa durch das "komplexe Umverteilungssystem über den Finanzausgleich", der die weitgehende Finanzierung von Landesschulen durch Bundesmittel vorsieht.

Dazu komme ein nur geringer Einfluss des Bundes, die Verwendung und Verteilung der Bundesmittel im Pflichtschulbereich zu beeinflussen oder zu kontrollieren. Dies äußert sich auch in "ineffizienten Doppelstrukturen durch Landesschulräte und Schulabteilungen der Länder". Die OECD empfiehlt daher, die Trennung zwischen Bundes- und Landeslehrern aufzuheben.

Kostenintensive kleine Schulen

Als problematisch stuft die OECD die kostenintensiven kleinen Klassen bzw. Schulen im ländlichen Raum ein. Diese haben zur Folge, dass die durchschnittliche Klassengröße in Österreich (z.B. Volksschule: 18) unter dem OECD-(21) bzw. EU-Schnitt (20) liegt. Die Aufrechterhaltung dieser Strukturen binde Ressourcen, die anderweitig eventuell besser eingesetzt werden könnten.

Als Beispiel wird etwa der städtische Bereich angeführt: In allen Ländern außer Wien sinke die Schülerzahl im Volksschulbereich - gleichzeitig bleibe aber die Ressourcenzuteilung gleich, was die Bundeshauptstadt benachteilige. In diesem Zusammenhang empfiehlt die OECD auch eine andere Form der Finanzierung, etwa über einen Sozialindex.

Zuwenig Chancengleichheit

Mehr Chancengleichheit brächte nach Ansicht der OECD die Einführung einer gemeinsamen Schule der 10- bis 14-Jährigen. Sollte die Zusammenlegung von AHS-Unterstufe und Neuer Mittelschule (NMS) nicht realisierbar sein, sollten sie wenigstens von derselben Stelle verwaltet werden. Außerdem müsse dann der Übertritt von einer NMS an eine AHS bzw. berufsbildende höhere Schule (BHS) erleichtert werden.

Ausgebaut werden muss nach Ansicht der OECD auch die verschränkte Form der Ganztagsschule mit einem ständigen Wechsel von Unterricht, Frei- und Lernzeit. Derzeit würde diese "wirksamere Version" nur von rund fünf Prozent der Schulen angeboten - Eltern und Schulen würden nach wie vor das optionale Modell der Nachmittagsbetreuung bevorzugen. Die OECD schlägt daher eine Kampagne für die Einführung der verschränkten Form vor.

Motivierte Lehrer

Im Lehrerbereich ortet die OECD grundsätzlich gute Bedingungen und eine hohe Motivation - etwa aufgrund geringer Klassengrößen und Lehrverpflichtungen. Einen Mangel gebe es dagegen beim Unterstützungs- und Verwaltungspersonal. Beim Verwaltungspersonal sei dies vor allem dadurch bedingt, dass die Schulerhalter im Pflichtschulbereich (Gemeinden) für dessen Finanzierung zuständig wären, während Lehrer vom Bund finanziert werden. Direktoren wiederum würden sich zu sehr auf Verwaltungsaufgaben konzentrieren und sich zu wenig um pädagogische Entwicklungen kümmern.

Bei den Lehrern bemängelt die OECD, dass deren Arbeitszeit im neuen Dienstrecht nur auf Basis der Lehrverpflichtung bemessen wird. Als mögliche Alternative wird die Einführung einer 40-Stunden-Woche angeführt, die neben der Unterrichtsverpflichtung auch Vor- und Nachbereitungszeit sowie möglicherweise auch eine bestimmte Anwesenheitsverpflichtung an der Schule umfasst. Die reine Lehrverpflichtung müsse sich dabei aber nicht notwendigerweise ändern.

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Danke für Ihr Verständnis.

KarlKapper
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Mein Vorschlag wäre...

...die sogenannten oder auch selbsternannten Experten für je eine Woche in eine Volksschule, eine NMS und eine AHS zu setzen. Sonst wissen sie definitiv nicht, wovon sie überhaupt reden.
In der Volksschule die multi-kulti-Wirkung einwirken lassen; in der NMS ergründen warum diese Schulen die teuersten sind mit vergleichsweise bescheidenem "Output" und bei den AHS spüren wie eine vergleichsweise "billige" Schule Bildung vermittelt. Leider fehlt hier die Überleitung zum Beruf.

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Eine merkwürdige Studie!
Z.B. das mit der Arbeitszeit verstehe ich nicht ganz, denn die Unterrichtszeit wurde ja je nach Gegenstand so festgelegt, dass sich für den Lehrer ein Aufwand von 40 Stunden ergibt. Das bedeutet, dass sich an der Unterrichtszeit ohnehin nichts ändern würde sondern nur jede Schule einen Bürotrakt für die Lehrer bauen müsste, damit die ihre Vorbereitungen vor Ort machen können?!

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sapientia
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@ CV und jg

... keinen "Bürotrakt", wäre Ihnen ein 40 m2 Penthouse für Ihre Vorbereitungen angemessen?
Diese Krokodilstränen wegen der zu kleinen Lehrer-Bereiche glaubt Ihnen doch niemand! Um 13 Uhr nach Hause zu gehen und sich die Zeit selbst einteilen zu können, ist doch viel angenehmer.
"Ineffizient" sagt eigentlich alles!

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OECD....

Da sitzen dieselben "Experten" wie in Brüssel...

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jg4186
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Experten!?

Wer sind diese Experten? Leute, die noch nie, schon lange nicht mehr in einer Klasse unterrichtet haben, oder?
Lehrer sollte man fragen, oder Eltern, die mehrere Kinder in der Schule haben (hatten), das sind Experten.
Ja, Schulreform, auf jeden Fall:
Eltern unterstützen Lehrer, indem sie ihre Kinder gut begleiten und erziehen,
ihnen Interesse nahe bringen, sie neugierig machen, Benehmen und Wissen als einen Wert nahebringen.
Klare Verhaltensregeln, deren Nicht-Einhaltung klar bestraft wird (siehe Fußball, siehe Straßenverkehr)
so kleine Klassen als nur möglich
die Begabten fordern, die Schwächeren gut fördern - und nicht in eine gemeinsame Klasse setzen!
Junge Lehrer gut begleiten und fördern,
durch Kollegen, Direktor. Und nicht allein lassen so wie jetzt.
Lehrer, Direktor frei machen von Verwaltungsaufgaben.
Wenn ganzen Tag in der Schule, dann auch bitte unbedingt mit ensprechendem Arbeitsplatz, wie das heute eigentlich überall üblich ist für Akademiker.

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der wurm
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ja wenn man selbst nix zsammbringt....

... muß man sich den rüffel gefallen lassen und mittelmäßige vorschläge dankend annehmen.

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mapem
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Machen wir doch gleich eine ordentliche Reform –

man macht sich ja berechtigte Sorgen um einen Asozialisierung der Gesellschaft – nicht?
Der kontinuierliche „Output“ der nächsten Generationen lässt einen ja die Hände über dem Kopf zusammenschlagen: die Kids haben kein Benehmen - können nicht mehr lesen oder verstehen nicht was sie lesen - scheitern bei den Quadratmetern bei 2x3 Seitenlängen - verletzen sich schwer, wenn sie mit Messer und Gabel essen sollen - laufen Amok oder werfen sich vor den Zug, wenn man ihnen das Smartphone oder den Fernseher im Zimmer wegnimmt – denken Palfrader sei der Kaiser von Österreich …
Daher: Gleich nach der Geburt der oft arbeitslosen Alleinerzieherin das Baby abnehmen – nach 18 Jahren mit der Matura wieder aushändigen.

Ah ja – vielleicht sollte man den Erziehern und Lehrern bei der Gelegenheit wieder mal ein paar Instrumentarien zugestehen, um Erziehungsmaßnahmen dann auch durchsetzen zu können?!

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scherfenberg
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und schon wieder

Ein dummes Volk kann man viel leichter manipulieren, daher der Einheitsbrei. Das sich diese sogenannten Fachleute nicht schämen solchen Schwachsinn weiter zu geben.

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Wen wundert´s ??

GEGEN die Länder geht heute nicht´s mehr, auch nicht im Gesundheitssystem !

Je unbedeutender die Landeschefs werden, desto fester klammern sie sich an die Macht ?

Die Rechnung wird dann der freie Markt präsentieren...

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RMK
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OECD-Empfehlungen - wie üblich für die "Rundablage"

1. Neue Mittelschule (Gesamtschule) bietet die schlechtesten Ergebnisse hinsichtlich Leistung und Kosten;

2. Ganztagsschule schafft nur Unselbst-ständigkeit der Schüler, da die Aufgaben (nutzlos) gemeinsam gemacht werden;

3. Schulautonomie mit nach parteipolit. Gesichtspunkten besetzten Direktoren kann aufgrund fehlender Qualifikation nicht funktionieren; usw.

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burgring0
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Das pfeifen die Spatzen...

....schon ewig von den Dächern..

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gratej
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Sprachlos.....

Also, das hatte ich jetzt nicht vermutet.

Ironie off

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