Offener BriefAcht EU-Länder für rasche Rückkehr zum Stabilitäts- und Wachstumspakt

Österreich und sieben andere EU-Länder, darunter Dänemark, Niederlande und Schweden, veröffentlichen gemeinsames Positionspapier - EU-Staaten sollen übermäßige Schulden reduzieren.

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© APA/HELMUT FOHRINGER
 

Finanzminister aus acht EU-Ländern, darunter Österreich, haben vor dem informellen Treffen der EU-Finanzminister am Freitag und Samstag in Slowenien eine rasche Rückkehr zum Stabilitäts- und Wachstumspakt gefordert. Die budgetäre Nachhaltigkeit müsse weiterhin eine zentrale Säule der EU-Mitgliedschaft bleiben, hieß es in einem gemeinsamen Positionspapier, das am Freitag in mehreren internationalen Zeitungen veröffentlicht wurde.

Österreichs Initiative für eine Rückkehr zu nachhaltiger Budgetpolitik nach der Krise schlossen sich Dänemark, Lettland, Slowakei, Tschechien, Finnland, Niederlande und Schweden an, teilte das heimische Finanzministerium mit. "Diese Länder eint das gemeinsame Verständnis, dass eine dauerhafte Implementierung der aktuellen Schuldenpolitik ein falsches Signal für die Märkte und die Stabilität Europas wäre", so Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP). Blümel hatte im Juni seine Amtskollegen in einem Brief eingeladen, eine "Allianz der Verantwortung" zu starten.

Hoher Schuldenstand der EU

In dem Positionspapier wiesen die Finanzminister auf die hohen Schuldenstände der EU hin, die Coronakrise hinterlassen hat. In den letzten zwei Jahren sei die Schuldenquote in der EU um 15 Prozentpunkte gestiegen - von 79 Prozent (2019) auf 94 Prozent des Bruttoinlandprodukts (Prognose für 2021). Das werde sich als besonders große Belastung auf jene Länder auswirken, die schon vor der Krise sehr hohe Schuldenstände hatten, hieß es in dem Papier.

Die Finanzminister plädierten dafür, dass die EU ihre übermäßigen Schulden reduziert, um für zukünftige Krisen vorzusorgen. "Die Ausgaben der Krise waren notwendig, aber sie müssen Ausnahmen bleiben. Auch wenn einige Länder lieber einen Schulden-Freifahrtschein haben wollen. Wir sehen das als den falschen Weg", sagte Blümel. Die allgemeinen Schuldenregeln der EU wurden wegen der Krise bis voraussichtlich 2023 ausgesetzt.

Qualität vor Tempo

Die Aussetzung der Schuldenregeln aufgrund der Corona-Krise soll laut der Finanzminister nicht mit einer raschen Reform des Stabilitäts- und Wachstumspakts verknüpft werden. Man könne darüber diskutieren, wie man den Pakt effizienter und besser durchsetzbar gestalte, sein Kernstück müssten aber immer nachhaltige Finanzen sein, hieß es laut der Mitteilung. Bei der nun anstehenden Diskussion über den Stabilitäts- und Wachstumspakt fordern die acht Länder "Qualität vor Tempo".

Kommentare (6)
WASGIBTSNEUES
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Brüllt

und wieder brüllt Blümel mit den Mitstreitern aus Tschechien, der Slowakei etc. Beim Geld rausschmeißen für die Großbetriebe hat er nichts von Sparsamkeit oder zumindest von einer Rückzahlungsverpflichtung bei künftigen Gewinnen war er schnell

WSer
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Sie haben sehr wenig Ahnung von Wirtschaft.

Offenbar haben sie sich nie um Aufträge kümmern müssen und das Geld immer am Monatsende brav am Konto gehabt.

Wenn sie glauben, Unternehmer werden zu wollen, die Tür steht ihnen dazu offen. Aber lasen sie bitte so unqualifizierte Aussagen von Dingen von denen sie offenbar keine Ahnung haben.

gRADsFan
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Absolut falsch

Gerade jetzt gehört massiv in Klimaschutz und Wirtschaft investiert. Wenn wir uns weiter diesen neoliberalen Sparsamkeits-Ideen hingeben, werden wir als EU wohl oder übel den Anschluss weiter verlieren (USA und China investieren massiv).
So niedrig wie aktuell die Zinsen sind, ist das schon äußerst kurzsichtig vom Herrn Blümel. Aber ja, der hat schon zu oft bewiesen, dass er fehl am Platz ist....

WSer
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Zur Zeit wird - wie noch nie - in die Wirtschaft und da vor allem in den Klimaschutz investiert.

Schlafen sie in der Pendeluhr? Ist z. B. die Investitionsprämie aus dem Wirtschaftsministerium gänzlich an ihnen vorbei gegangen? Mehrere Milliarden haben Unternehmern aber investiert - und es haben sich dabei auch ausländische Firmen in Österreich angesiedelt.

Was der Finanzminister meint, ist dass gleichzeitig mit den ersten wirtschaftlichen Erfolgen Rücklagen zur Konsolidierung des Budgets gebildet werden, letztlich auch damit wir a la long den Euro als Währung halten können.

Der Finanzminister denkt da schon richtig. Und wenn sogar das sozialistische Dänemark dabei am Board ist, heißt das einiges.

fersler
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überraschend,

dass sich der Finanzminister an den heuer im Juni geschriebenen Brief noch erinnern kann.

wischi_waschi
7
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Blümel

Kann mir nicht helfen, aber dieser Mann ist mir so was von unsympathisch.........
Ach , darf ich ja nicht sagen.....
Werde ich jetzt auch geklagt?