"Ich befürchte, dass wir an der 200.000er-Marke kratzen werden", sagt Takacs in der "Presse" (Mittwochausgabe). Wo diese Menschen untergebracht werden, ist noch offen. Denn derzeit gibt es nur rund 32.000 Betten, die zu 90 Prozent von Privaten angeboten werden und für die die Landesverwaltung zuständig ist.

Er habe gestern alle Ministerien beauftragt, jede Möglichkeit, die zur Unterbringung besteht, zu finden und unverzüglich zu melden. "Ich kontaktiere auch Bürgermeister direkt, um zu schauen: Wo haben wir eine leere Wohnung, wo ein leeres Haus? Diese Woche sammeln wir - Länder, Bund, Gemeinden, alle Ressorts - alle Informationen, damit wir einen Gesamtüberblick bekommen", so Takacs.

Der Migrationsforscher Gerald Knaus sprach in der "ZiB2" von der größten Flüchtlingskatastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg, die gestemmt werden müsse. Wenn Europa geeint vorgehe, sei die Krise bewältigbar.

Drei Millionen Menschen geflohen

Knapp drei Wochen nach Beginn des russischen Angriffskrieges sind aus der Ukraine mehr als drei Millionen Menschen geflohen. Die Zahl sei gerade überschritten worden, sagte ein Sprecher der Organisation für Migration (IOM), am Dienstag in Genf. Das UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) nannte auf seiner Webseite 2,95 Millionen Geflüchtete. Allein 1,8 Millionen davon kamen nach UNHCR-Angaben in Polen an.