Nach dem Großangriff Israels auf den Iran in der Nacht von Donnerstag auf Freitag hat Israels Premierminister Benjamin Netanyahu eine Botschaft an die Welt: „Seit Jahrzehnten haben die Tyrannen von Teheran unverschämt und offen zur Zerstörung Israels aufgerufen. Sie haben ihre völkermörderische Rhetorik mit einem Programm zur Entwicklung von Atomwaffen untermauert.“ Nun würde Israel im großen Stil diese Bedrohung zurückdrängen. Mit Aktion „Rising Lion“ - zu Deutsch „erhebender Löwe“ - will man den Iran endgültig in die Schranken weisen, sein Atomprogramm stoppen und damit das „Überleben Israels“ sichern.

Die Operation würde so viele Tage dauern, wie nötig, sagte der Premier in einer aufgezeichneten Ansprache, die kurz nach dem Erstschlag Israels veröffentlicht wurde. Der Iran hätte, so Netanyahu, in den letzten Jahren genug angereichertes Uran für neun Atombomben produziert. „In den vergangenen Monaten hat der Iran Schritte unternommen, die er bis dahin nicht gewagt hatte. Der Iran könnte in weniger als einem Jahr die Bombe haben“, erklärt Netanyahu in seiner Ansprache.

Irans Raketen könnten Millionen töten

Der Premier weiter: „Heute Nacht haben wir Schläge gegen das Herz des iranischen Atomprogramms getroffen. Wir haben die Haupt-Uran-Anreichungsanlage attackiert. Wir haben Irans führende Atomwissenschaftler ins Visier genommen.“ Irans Raketen könnten Millionen töten - erst recht, wenn sie mit Nuklearwaffen bestückt wären. Teheran hätte einen neuen Plan zur Vernichtung Israels geschmiedet: Der Iran und seine Verbündeten wollen uns mit einem Ring aus Feuer umzingeln und attackieren. So wie es bei der schrecklichen Attacke am 7. Oktober 2023 passiert ist.“

Allerdings sei das Volk und die Soldaten von Israel aufgestanden und hätten sich erfolgreich gegen Hamas und Hisbollah zur Wehr gesetzt, sowie wichtige Schläge gegen die Verbündeten Teherans in Syrien und dem Jemen durchgeführt. Der Iran hätte im Vorjahr Israel zweimal attackiert, woraufhin man mit gezielten Angriffen direkt im Feindesland Erfolge feiern konnte.

Netanyahu: Nachbarn leiden unter „Chaos und Gemetzel“ des Iran

„Indem wir uns verteidigen, verteidigen wir auch andere“, sagte Netanyahu und führt weiter aus, dass damit die arabischen Nachbarn Israels gemeint seien, die ebenfalls unter Irans „Chaos und Gemetzel“ leiden würden. Den Kollaps des Assad-Regimes in Syrien führt er auf das strikte Vorgehen Israels gegen Teheran zurück.

„Wir haben aus der Geschichte gelernt: Nie wieder ist jetzt“

Vor fast einem Jahrhundert, angesichts der Nazis, habe es „eine ganze Generation von Führern versäumt, rechtzeitig zu handeln“. Netanyahu: „Sie waren wie gelähmt von den Schrecken des Ersten Weltkriegs und fest entschlossen, um jeden Preis einen weiteren Krieg zu vermeiden - und bekamen den schlimmsten Krieg aller Zeiten. Dieses Versäumnis zu handeln führte zum Zweiten Weltkrieg, dem tödlichsten Krieg der Geschichte. Er forderte 60 Millionen Menschenleben, darunter sechs Millionen Juden. Nach diesem Krieg gelobten das jüdische Volk und der jüdische Staat: nie wieder. Nun – nie wieder ist jetzt. Heute hat Israel gezeigt, dass wir die Lehren der Geschichte verstanden haben. Wenn Feinde sagen, sie wollen dich zerstören: glaub ihnen! Und wenn sie Massenvernichtungswaffen bauen, dann stoppe sie.“

An die Iraner: „Tag eurer Befreiung ist nah“

Netanyahu hat auch eine Botschaft an die „mutigen Einwohner des Irans“: „Unser Kampf richtet sich nicht gegen euch. Unser Kampf gilt der brutalen Diktatur, die euch seit 46 Jahren unterdrückt. Ich glaube, der Tag eurer Befreiung ist nah.“

Der Premier wendet sich auch an die „zivilisierte Welt“: „Wir werden es nicht zulassen, dass das weltweit gefährlichste Regime die gefährlichsten Waffen bekommt und diese an seine Verbündeten weitergibt. Das würde zu nuklearem Terrorismus führen.“ Auch Europas Städte und die Vereinigten Staaten wären bedroht. Netanyahu dankte US-Präsident Donald Trump für seine Führungsrolle in den Verhandlungen, die das Atomprogramm des Irans hätten stoppen sollen.

Der Angriff auf den Iran