Österreich machte beim Ausbau der Kindergärten zuletzt Fortschritte, hat im internationalen Vergleich speziell bei den jüngeren Kindern aber noch Aufholbedarf. Die Kinderbetreuung unterscheidet sich in Europa von Land zu Land beträchtlich. Als Vorreiter gelten die skandinavischen Länder, Südeuropa hinkt nach. Hier ein Überblick:
Schweden, Dänemark: In Dänemark werden mit rund 80 Prozent mit Abstand die meisten Kinder unter drei Jahren fremdbetreut. Schweden liegt mit einer Betreuungsquote von um die 50 Prozent auf Platz zwei. In beiden Ländern sind die Gemeinden gesetzlich dazu verpflichtet, jedem Kind ab dem ersten Lebensjahr einen Betreuungsplatz bereitzustellen. Allerdings haben nur berufstätige Eltern einen Anspruch auf eine Ganz- bzw. Halbtagsbetreuung. Die meisten Krippen und Kindergärten sind von sieben bis 17 oder 18 Uhr geöffnet – es gibt sogar Einrichtungen, die Kinder über Nacht aufnehmen, etwa für Alleinerziehende, die nachts arbeiten. Die Kosten für die Betreuung richten sich in Schweden nach dem Einkommen der Eltern, wobei sie für das erste Kind nie höher als umgerechnet 1645 Kronen (145 Euro) pro Monat liegen dürfen. Bei jedem weiteren Kind sinkt der Betrag.
Frankreich: Der Besuch einer École maternelle, einer vorschulartigen Form des Kindergartens, ist in Frankreich für Kinder ab drei Jahren verpflichtend. Auch für jüngere Kinder ist das Betreuungsangebot in Frankreich gut. Etwa 80 Prozent der Mütter kehren im ersten Lebensjahr des ersten Kindes wieder an den Arbeitsplatz zurück.
Kinderbetreuung im Vergleich
In Schweden haben Einjährige ein Anrecht auf einen Betreuungsplatz
Auch Belgien, Dänemark oder Frankreich bieten flächendeckend Betreuung an. In Frankreich ist der Besuch der École maternelle ab drei Jahren verpflichtend. Im Süden Europas gibt es wenig Angebot.
© (c) imago images/Cavan Images (RACHEL ANNIE BELL via www.imago-images.de)