Fumio KishidaWie Japans neuer Premierminister zum Krisengewinner wurde

Japans neuer Premierminister Fumio Kishida schlug pandemiepolitisch populäre Töne an - das dürfte seiner Popularität zuträglich gewesen sein.

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Fumio Kishida
Fumio Kishida © (c) AP (Du Xiaoyi)
 

Mit Fumio Kishida hat Japans regierende Liberaldemokratische Partei (LDP) am Mittwoch einen neuen Vorsitz enden und damit auch gleich den neuen Premierminister gewählt. Anfang September hatte der unbeliebte Vorgänger Yoshihide Suga verkündet, dass er nicht erneut antreten werde.

Kishida stammt wie viele Volksvertreter in Japan aus einer Politikerdynastie. Von 2012 bis 2017 diente er als Außenminister unter dem nationalistischen Shinzo Abe, der bis vor einem guten Jahr regierte, ehe er unpopulär und offiziell aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat. Der 64-jährige Kishida wäre schon damals gerne Abes Nachfolger geworden, verlor aber den parteiinternen Entscheid gegen Abes vorigen Chefsekretär Yoshihide Suga.

Kishidas Glück war nun, dass er seit Beginn der Coronakrise keinen Ministerposten besetzt hat. In dieser Zeit gerieten die konservative LDP und deren Vertreter bei der Bevölkerung in Misskredit. In der Pandemie regierten sie abwartend. In Sachen der unpopulären und als unsicher empfundenen Olympischen Spiele von Tokio diesen Sommer verhielten sie sich dagegen kompromisslos. Am Ende des kontroversen Sportsommers trat Suga zurück.

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