Herr Segev, wie haben Sie die vergangenen zwei Wochen zwischen Raketen auf Tel Aviv und Bomben auf Gaza erlebt?
TOM SEGEV: In Jerusalem, wo ich lebe, hat sich die Lage rasch wieder normalisiert. Dabei hat hier alles mit Unruhen auf dem Tempelberg begonnen. Die Hamas hat darauf Raketen auf die Stadt abgefeuert. Das kommt sehr selten vor. Jerusalem ist eine eigenartige Stadt mit vielen Spannungen, die sich meist irgendwie ausgleichen. Dadurch ist das Leben hier mehr oder weniger erträglich. In der Nacht auf Freitag ist dann eine Waffenruhe in Kraft getreten. Man weiß nie, wie lange das hält. Doch sofort danach hat es in Jerusalem geknallt wie auf einer arabischen Hochzeit. Das sollte wohl palästinensische Siegesfreude zum Ausdruck bringen. Besonders angenehm war es nicht, aber besser als ein Raketenangriff.