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Attacke gegen TrumpUS-Demokraten nominierten Kamala Harris zu ihrer Vize-Kandidatin

Die US-Demokraten haben die Senatorin bei ihrem Parteitag nominiert. Sie und auch der frühere US-Präsident Obama gingen danach hart mit Amtsinhaber Donald Trump ins Gericht. Trump sei eine Gefahr für die US-Demokratie.

© APA (AFP)
 

Die US-Demokraten haben die Senatorin Kamala Harris bei ihrem weitgehend virtuellen Parteitag als Vize-Kandidatin für die Präsidentschaftswahl im November nominiert. "Ich erkläre hiermit, dass Kamala Harris zur demokratischen Kandidaten für das Amt der Vizepräsidenten gewählt ist", sagte der Parteitagsvorsitzende Bennie Thompson. Joe Biden war bereits am Dienstag offiziell als Präsidentschaftskandidat der Demokraten bei der Wahl am 3. November nominiert worden. "Lass uns heute Abend Geschichte schreiben", schrieb der 77-jährige Ex-Vizepräsident zuvor an Harris gerichtet auf Twitter. Im Fall eines Wahlsiegs wäre die heute 55-Jährige die erste Frau und Schwarze im Vizepräsidentenamt.

Der frühere US-Präsident Barack Obama ging danach hart mit seinem Amtsnachfolger Donald Trump ins Gericht. Trump habe das Präsidentenamt nie "ernst" genommen und sei eine Gefahr für die US-Demokratie. "Ich hatte gehofft, dass Donald Trump zum Wohle unseres Landes Interesse daran zeigen könnte, den Job ernst zu nehmen; dass er das Gewicht des Amtes spüren und Ehrfurcht für die Demokratie entdecken könnte, die in seine Obhut gelegt wurde", sagte Obama. "Aber das hat er nie."

Wie in einer Reality-Show

Trump habe nie versucht, sich an die Arbeit zu machen, Kompromisse zu suchen oder die Macht des Präsidentenamtes zu nutzen, um Menschen zu helfen - "außer ihm selbst und seinen Freunden", kritisiert Obama. Der Republikaner behandle die Präsidentschaft "wie eine weitere Reality-Show, die er nutzen kann, um die Aufmerksamkeit zu bekommen, nach der er sich sehnt".

Die Rede von Barack Obama

Die Rede von Barack Obama

"Donald Trump ist nicht in den Job hineingewachsen, weil er es nicht kann", betonte Obama in seiner Video-Ansprache. Das habe ernsthafte Konsequenzen: In der Corona-Pandemie seien in den USA 170.000 Menschen gestorben, Millionen Menschen hätten ihren Job verloren, der Ruf der USA habe weltweit Schaden genommen und "unsere demokratischen Institutionen sind bedroht wie nie zuvor".

Gegenangriff von Trump

Trump reagierte mit einem scharfen Gegenangriff auf die Vorwürfe seines Vorgängers. Obama sei ein "furchtbarer" Präsident gewesen und habe "keinen guten Job" gemacht, sagte der Republikaner bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. "Ich sehe den Horror, den er uns hinterlassen hat, die Dummheit der Transaktionen, die er gemacht hat." Er selbst sei nur Präsident geworden, weil Obama sein Vorgänger und Joe Biden dessen Vizepräsident gewesen sei, sagte Trump.

Auch Vize-Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris, die nach Obama sprach, attackiert Trump scharf. In ihrer Nominierungsrede sagte sie mit Blick auf die Corona-Pandemie: "Donald Trumps Führungsversagen hat Leben und Existenzen gekostet." Trumps "Inkompetenz" führe bei den Menschen zu Angst, seine "Herzlosigkeit" zum Gefühl der Einsamkeit. "Wir befinden uns an einem Wendepunkt."

Kamala Harris Nominierungsrede

Kamala Harris Nominierungsrede

Die ehemalige Präsidentschaftskandidatin, Ex-Außenministerin und frühere First Lady Hillary Clinton wünscht sich für Amerika einen besseren Staatschef: "Ich wünschte, Donald Trump wäre ein besserer Präsident gewesen. Denn Amerika braucht einen besseren Präsidenten als diesen." Sie habe nach der Wahl gesagt: "Wir schulden Donald Trump eine offene Geisteshaltung und die Chance, zu führen". Das habe Clinon wirklich so gemeint. "Jeder Präsident hat das verdient. Und Trump ging in das Oval Office, wo so viel für ihn vorbereitet wurde: Eine starke Wirtschaft. Pläne zur Bewältigung von Krisen wie einer Pandemie."

Doch die habe er nicht genutzt. "Ja, wir Demokraten wären mit ihm in vielen, vielen Dingen nicht einverstanden gewesen. Aber wenn er seine eigenen Interessen und sein Ego beiseite geschoben hätte - wenn er hätte sehen können, wie die Menschlichkeit in einem Kind, das an der Grenze seinen Eltern entrissen wurde, oder in einem Protestler, der Gerechtigkeit forderte, oder in einer Familie, deren Haus durch ein Lauffeuer zerstört wurde und die zufällig in einem blauen Staat lebte -, wenn er sogar versucht hätte, gut zu regieren und uns alle zu führen, hätte er uns vielleicht das Gegenteil bewiesen. Und das wäre eine gute Sache gewesen, für Amerika und die Welt", sagte Clinton.

Hillary Clintons Rede beim Parteitag

Hillary Clintons Rede beim Parteitag

Respektlosigkeit gegenüber Frauen

Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, bescheinigte dem US-Präsidenten wiederum "Respektlosigkeit gegenüber Fakten, gegenüber Arbeiterfamilien und insbesondere gegenüber Frauen". Das spiegle sich nicht nur in seinem Verhalten, sondern auch in seiner Politik wider, sagte die 80-Jährige in ihrem Beitrag für den Parteitag der Demokraten in Milwaukee. "Aber wir wissen, was er nicht weiß: Dass Amerika erfolgreich ist, wenn Frauen erfolgreich sind", so Pelosi. Sie rief zur Wahl des designierten Präsidentschaftskandidaten auf.

Die demokratische US-Senatorin Elizabeth Warren machte Trump indes für den schweren Verlauf der Corona-Pandemie verantwortlich. "Diese Krise ist schlimm - und es hätte nicht so sein müssen", sagte sie, zugeschaltet aus Springfield (Massachusetts). "Die Ignoranz und Inkompetenz von Donald Trump waren schon immer eine Gefahr für unser Land." Das Coronavirus sei Trumps größter Test gewesen. "Er ist kläglich gescheitert", sagte Warren. Am 3. November werde er dafür zur Verantwortung gezogen. Warren wollte Trump bei der Wahl im November selbst herausfordern - mittlerweile unterstützt sie den nominierten Kandidaten Joe Biden. Sie liebe einen "guten Plan" und Biden habe "einige richtig gute Pläne", sagte die linke Senatorin.

Der Parteitag der Demokraten wird wegen der Corona-Pandemie weitgehend virtuell ausgetragen. Biden wird seine Nominierungsrede am Donnerstag zum Abschluss des viertägigen Parteitags halten. In Umfragen liegt der frühere Vizepräsident derzeit vor Amtsinhaber Trump.

Der dritte Tag zum Nachschauen

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