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Migration in GriechenlandLesbos - Leben jenseits der Normalität

Man trifft kaum mehr Insulaner auf den Straßen von Lesbos, dafür kommen fast jede Nacht neue Boote mit Geflüchteten an Bord, die mittlerweile auch im Hafen der Hauptstadt nächtigen.

GREECE-TURKEY-EU-MIGRANTS-CONFLICT
Eine Zwangslage für alle Beteiligten © (c) APA/AFP/LOUISA GOULIAMAKI
 

Wer noch vor kurzer Zeit auf Lesbos und in der Inselhauptstadt Mytilini war, erkennt das Eiland heute nicht wieder. Auf der Straße wird arabisch, Urdu, Farsi und Paschtu gesprochen. Migranten aus allen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens und Afrikas bevölkern den Hafen und die Stadt Mytilini.

"Schert euch zum Teufel", murmelt ein älterer Einheimischer, der auf der zentralen Shoppingmeile Ermou seine Einkäufe macht. Er ist einer von wenigen Inselgriechen, die noch auf der Straße unterwegs sind.

An den Bankomaten lange Warteschlangen: Nach Auszahlung der Pensionen holen die älteren Bürger ihr Geld - wie auch die Asylsuchenden, die eine kleine finanzielle Unterstützung erhalten. "Es gibt nicht genügend Bankomaten. Aber das ist nicht das Einzige. Die ganze Infrastruktur bricht zusammen", sag Irene, Angestellte in einem Hotel in Mytilini.

Angst vor Epidemien

Überfüllt ist auch das kleine Krankenhaus der Insel. Es wurde einst für nicht mehr als 30.000 Einwohner gebaut. Jetzt müssen die Ärzte zusätzlich 20.000 Flüchtlinge versorgen. Geflüchtete und Einheimische stehen gleichermaßen Schlange. Nicht erst seit der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus haben die Inselbewohner Angst vor Epidemien. Längst sorgen sie sich wegen des Schmutzes und der Gesundheitsgefahren, die von den unzähligen unorganisierten, überfüllten Flüchtlingseinrichtungen auf ihrer Insel ausgehen.

Angst haben aber auch die Migranten und Flüchtlinge. Hamid Reza, ein 29-jähriger Afghane, zeigt auf seine Frau und seine kleine Tochter, die er zum Hafen der Inselhauptstadt gebracht hat. "Ich habe Angst, im Lager zu leben. Ich sorge mich um meine Frau und meine Familie", sagt er. Dort, im berüchtigten Lager von Moria, herrsche Gesetzlosigkeit. Deshalb verbringe er den Tag am Hafen.

Das Lager von Moria ist inzwischen eine kleine Stadt geworden. Überall stehen Hütten und Zelte. Der Geruch von Urin breitet sich aus. Kinder spielen in schmutzigen Rinnsalen. "Hier ist es schlimm. Ich bin seit sieben Monaten hier und warte auf die Bearbeitung meines Asylantrags", sagt ein junger Somalier. Er lebt mit sieben weiteren Landsleuten in einer aus Plastikplanen und Pappkarton gebauten Hütte, die nicht mehr als drei mal drei Meter groß ist.

"Sie müssen weg"

Auch am Hafen von Mytilini leben mittlerweile Flüchtlinge. Sie sind den Einheimischen ein Dorn im Auge. Aber wer hat Recht? Eigentlich beide Seiten, sagt ein Hafenpolizist, der seinen Namen nicht nennen will. Die Migranten wollten weg, die Einheimischen wollten, dass sie weggehen, also gebe es doch eine gemeinsame Meinung: "Sie müssen weg."

Vor einigen Tagen waren Vermummte auf Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und Journalisten losgegangen. In griechischen Medien war von Rechtsradikalen die Rede. Berichte über Vorfälle dieser Art auf Lesbos gab es seither aber nicht mehr.

Der 2016 geschlossene Pakt zwischen der EU und der Türkei sieht vor, dass alle Migranten, die kein Asyl in Griechenland bekommen, zurück in die Türkei geschickt werden. Das Problem: Den Griechen gelingt es nicht, die vielen Asylanträge und -verfahren zügig abzuschließen. Manche Verfahren dauerten mehr als zwei Jahre. Ergebnis: Heillos überfüllte Camps.

Zum Jahresbeginn hatte die konservative Regierung von Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis das Asylrecht verschärft und beschleunigt. Innerhalb von sechs Monaten solle jeder spätestens wissen, ob er bleiben könne oder nicht. Doch während die griechische Regierung noch mit der Umsetzung der neuen Maßnahmen beschäftigt war, kündigte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am vergangenen Wochenende an, die Grenzen zu öffnen.

Unruhen nach der Grenzöffnung

Seither kommt es zu Unruhen an der griechisch-türkischen Grenze im Osten des Landes, wo Tausende Migranten versuchen, nach Europa zu gelangen. Auch auf Lesbos macht sich die angespannte Situation zwischen Griechenland und der Türkei bemerkbar, sagt Nikolaos Panagiotopoulos, auf Lesbos für die Hilfsorganisation International Rescue Committee Deutschland (IRC) verantwortlich. "Wir hatten am Wochenende rund 1.000 Neuankünfte auf den Inseln. Das setzt das bestehende System enorm unter Druck, die Kapazität liegt nur bei 3.000 Menschen, nun sind es auf allen Inseln mehr als 36.000."

Das Problem könne nicht von Griechenland allein behoben werden, sagt Panagiotopoulos. Der Zeitpunkt sei gekommen, gerade jetzt, wo die EU über eine Reform des europäischen Asylsystems debattiere. Es müsse ein transparentes, faires und menschliches Prozedere etabliert werden. Dazu gehörten auch massive Investitionen in die Infrastruktur vor Ort, darunter Übersetzer, Rechtsanwälte und ein effizientes Informationssystem für die Migranten.

Der griechische Regierungschef Mitsotakis treibt diese Bemühungen voran - wird jedoch nun durch die türkische Flüchtlingspolitik torpediert, ist die Meinung von politischen Analysten in Athen. Längst nimmt die griechische Politik das Vorgehen Erdogans als Invasion mit anderen Mitteln wahr. Die Hoffnung ruht nun - wenn auch nur verhalten - auf EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Sie müsse beweisen, dass die EU sich nicht unter Druck setzen lasse, ist die einhellige Meinung.

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wischi_waschi
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Flüchtlinge

Flüchtlinge gehen auf die Polizei los. Wen man flüchtet ist man froh wen man Hilfe bekommt. Ich, staune nur mehr...…...

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Sam125
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Mir tun die Einheimischen auf den griechischen Inseln sehr leid! Ich habe im

Jahr im ORF, eine Dokumentation darüber gesehen,wie sich die Migrationströme und Überlegung der Inseln von Migranten auf den Tourismus,aber vor allem auf die einheimische Bevölkerung selbst auswirkt!Ein Alter Mann sprach darüber wie sich die Kriminalität und der Zorn auf die Migranten,sich negativ auf ihr eigenes Leben auswirken!Sie treffen sich nicht mehr so wie früher gleich vorm Haus, sie müssen auf einmal ihre Häuser absperren,da alle was nicht Niet und Nagefest war einfach gestohlen wurde und genau das mache den Mann extrem wütend,denn sie haben ihre Hauser noch NIE abgesperrt und verriegelt! Ihr Gutmenschen fliegt auf die einst gut besuchte Urlaubsregion der griechischen Inseln und da vorallem auf Samos und co!!So benehmen sich diese netten Gäste ihren Gastgebern gegenüber!

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ichbindermeinung
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20.000 auf alle EU-Länder gem. Einwohnerschlüssel aufteilen

sollte für die riesige EU null Problem sein - die 20.000 auf alle EU-Länder dem EW-Schlüssel entsprechend zuteilen, bedeutet 2% für Ö ist gleich zusätzlich 400 Personen für Österreich, ist genau nichts, denn Österr. nimmt jedes Monat im Schnitt mindestens 1.000-1.500-2.000 asylansuchende Personen auf. Seit 1999 gab es ca. 500.000 Asylanträge u. nur alleine von 2015-2019 stellte das winzige Ö ca. 111.300 pos. Asylbescheide aus

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crawler
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Da hast du recht.

Nur - wollen denn die "Flüchtlinge" in alle Länder? Mir sind nur wenige Länder bekannt wo sie wirklich hinwollen. In Europa geht es dann hauptsächlich ums Geld. Da sind nur sozial großzügige Länder bevorzugt.

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Pelikan22
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Wer weiß ....

ob Erdogan nicht von einer Invasion träumt. Zypern und alle Dodekanes Inseln wären ein feines Zubrot!

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