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Großbritannien Johnson nach Wahltriumph: "Werde diesen ganzen Unsinn beenden"

Johnson spricht von "historischem" Votum. Brexit soll zum 31. Jänner erledigt sein.

 

Boris Johnson: Sieg für Brexit-Boris

Nach dem deutlichen Wahlsieg seiner Konservativen will der britische Premierminister Boris Johnson den Austritt seines Landes aus der Europäischen Union Ende Jänner umsetzen.

(c) AP (Thanassis Stavrakis)

Er wolle den Brexit "fristgerecht erledigen", sagte Johnson am Freitag vor jubelnden Anhängern in London.

(c) AP (Frank Augstein)

Er werde das Land einen, versprach Johnson.

(c) AP (Matt Dunham)

Johnson verurteilte die mehr als dreijährige Hängepartie im Brexit-Streit.

(c) AP (Frank Augstein)

"Ich werde diesen ganzen Unsinn beenden und wir werden den Brexit fristgerecht zum 31. Jänner erledigen, ohne Wenn und Aber."

(c) AP (Kirsty Wigglesworth)

Nachdem er sich mit ernster Miene für das Vertrauen bedankte, das einstige Labour-Wähler, die für ihn stimmten, in ihn gesetzt haben, blitzte sein Humor wieder auf:

(c) AP (Kirsty Wigglesworth)

Er beendete seine Rede mit einem Wortspiel über die ähnlich klingenden Wörter Brexit und Breakfast (Frühstück): "Lasst uns den Brexit hinter uns bringen, aber lasst uns erstmal das Frühstück hinter uns bringen."

 

(c) AP (Thanassis Stavrakis)

Oppositionsführer Jeremy Corbyn hat noch in der Wahlnacht seinen Rückzug angekündigt.

(c) AP (Alberto Pezzali)

Prognosen zufolge werden die Tories rund um 360 Mandate im Unterhaus haben. Das wäre die größte konservative Mandatsmehrheit seit dem letzten Wahlsieg der legendären Premierministerin Margaret Thatcher im Jahr 1987.

(c) AP (Thanassis Stavrakis)
(c) AP (Kirsty Wigglesworth)
(c) AP (Kirsty Wigglesworth)
(c) AP (Kirsty Wigglesworth)
(c) AP (Kirsty Wigglesworth)
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Großbritannien befindet sich nach einem Triumph der regierenden Tories auf dem Weg zu einem raschen EU-Austritt im Jänner. Die Partei von Premierminister Boris Johnson errang bei der Unterhauswahl am Donnerstag eine deutliche absolute Mehrheit und kann damit ihr Versprechen einlösen, "den Brexit durchzuziehen". Labour-Chef Jeremy Corbyn erklärte noch in der Wahlnacht seinen Rückzug.

Johnsons Tories sicherten sich bei dem Urnengang am Donnerstag 365 der 650 Sitze im Unterhaus. Die Konservative Partei hat damit einen Vorsprung von 80 Mandaten auf die anderen Parteien. Durch diesen Triumph sind sie so stark wie seit der Ära von Ex-Premierministerin Margaret Thatcher in den 80er-Jahren nicht mehr. 

US-Präsident Donald Trump gratulierte Johnson bereits via Twitter.

Premierminister Boris Johnson wertete den Erdrutschsieg der Tories als "historisch" und "mächtiges Mandat für den Brexit". Die britische Regierung habe nun die Gelegenheit, "den demokratischen Willen des britischen Volkes zu respektieren". Mit der Arbeit daran werde man schon "heute" beginnen, sagte Johnson bei der Verkündung des Ergebnisses in seinem Londoner Wahlkreis. Johnson hatte die vorgezogene Wahl angesetzt, um eine Mehrheit für seinen Austrittsdeal mit der EU zu bekommen.

Johnson sah sich durch das Resultat in seinem harten Brexit-Kurs bestätigt. Er verurteilte die seit mehr als drei Jahren andauernde Hängepartie im Brexit-Streit. "Ich werde diesen ganzen Unsinn beenden und wir werden den Brexit fristgerecht zum 31. Jänner erledigen, ohne Wenn und Aber."

Die Labour Party fuhr das schlechteste Ergebnis seit dem Jahr 1935 ein. Corbyn zog bei der Verkündung des Ergebnisses in seinem Londoner Wahlkreis Islington die Konsequenzen. "Ich werde die Partei nicht in eine weitere Wahl führen", sagte der Oppositionsführer. Die Vorschläge von Labour seien "außerordentlich populär" gewesen, doch habe der Brexit das Land polarisiert und soziale Themen überdeckt. "All diese Fragen werden wieder in den Mittelpunkt zurückkehren", betonte er.

Rücktritts-Aufforderung

Zuvor hatten mehrere Labour-Spitzenpolitiker Corbyn zum sofortigen Rücktritt aufgefordert. "Das ist die Schuld eines Mannes. Seine Kampagne, sein Wahlprogramm, seine Führung", schrieb die langjährige Labour-Abgeordnete Siobhain McDonagh. "Labour muss entgiftet werden", meinte die im Wahlkreis Stoke-on-Trent North abgewählte Mandatarin Ruth Smeeth.

Die ersten Ergebnisse der Wahlnacht hatten ein "Blutbad" in bisherigen Labour-Hochburgen in Nordengland gezeigt. Die Konservative konnten dabei mehrere Sitze gewinnen, die bisher immer von Labour besetzt worden waren. Johnson hatte dort erfolgreich mit seinem Versprechen, "den Brexit durchzuziehen", um europakritische Labour-Wähler geworben. Zugleich gelang es der Oppositionspartei nicht, wesentliche Gewinne in europafreundlichen Wahlkreisen zu verbuchen. Anders als erhofft kam es dort nicht zu taktischen Stimmabgaben, weswegen mehrere prominente Tory-Abgeordnete ihre Mandate retten konnten.

Wahldesaster

Ein Wahldesaster setzte es auch für die pro-europäischen Liberaldemokraten, die den EU-Austrittsantrag rückgängig machen wollten. Ihre Chefin Jo Swinson verlor sogar ihren Sitz im schottischen Dunbartonshire East an die Schottische Nationalpartei (SNP), den zweiten Gewinner dieser Wahl. SNP-Chefin Nicola Sturgeon sagte mit Blick auf das Ergebnis in Schottland, dass Premier Johnson kein Mandat habe, den Landesteil aus der EU zu führen. "Schottland muss eine Wahl über seine Zukunft bekommen", forderte sie ein neuerliches Unabhängigkeitsreferendum.

Denkzettel

Einen Denkzettel für ihren Brexit-Kurs erhielten auch die nordirischen Unionisten, deren Vizechef Nigel Dodds abgewählt wurde. Erstmals seit der Teilung der Insel im Jahr 1921 dürfte Nordirland damit mehr irisch-nationalistische Abgeordnete haben als Unionisten. Die Grünen behielten ihren Sitz, die Brexit Party von EU-Gegner Nigel Farage ging leer aus.

PFUND AUF HÖCHSTEM STAND SEIT JULI 2016

Die Aussicht auf eine absolute Mehrheit der Konservativen in Großbritannien gibt dem Pfund Auftrieb. Die britische Währung verteuerte sich am Donnerstag um gut zwei Prozent auf 1,13480 Dollar. Damit ist die Devise auf dem Weg zu höchsten Tageszuwachs seit Jänner 2017.
 

EU erleichtert

EU-Politiker zeigten sich erleichtert von dem sich abzeichnenden klaren Wahlausgang. "Ich gehe davon aus, dass damit der Weg geebnet ist zu einem geordneten Austritt", sagte Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein am Rande des EU-Gipfels in Brüssel. Es sei, so wie es aussehe, ein Sieg des konservativen Premiers Boris Johnson, zu dem ihm gratulieren sei, so Bierlein. Ein geordneter Austritt Großbritanniens wäre sicherlich begrüßenswert.

Ähnlich äußerte sich der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven. Das Wahlergebnis sei "klar". Das bedeute, dass die Trennung durchgezogen werde, so Löfven, der darauf hinwies, dass nur wenig Zeit - elf Monate - für das Ausverhandeln eines Handelsabkommens zwischen der EU und Großbritannien bleibe. Die französische Europastaatsministerin Amelie de Montchalin sagte, eine stabile Mehrheit sei das, "was im Vereinigten Königreich seit einigen Jahren gefehlt hat".

Kommentare (54)

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georgXV
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???

LEIDER zeigt auch Großbritannien in welche Richtung es mit der Sozialdemokratie geht.

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Mezgolits
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Ich werde diesen ganzen Unsinn beenden ...

Und ich möchte dem britischen Premiermi-
nister, ganz herzlich gratulieren. Erfinder M.

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Reipsi
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Er hat ausnahmsweise

recht, den Unsinn schnell beenden.

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voit60
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sie wissen nicht, was sie tun

und werden wahrscheinlich ein Fiasko mit dem Wirrkopf erleben müssen.

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Hausverstand100
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....un ich

hab immer geglaubt, nur die Amis sind so deppat.....

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Österreicher

ebenso....

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scherz
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Die Bauern jubeln!

Da jetzt Milch und Honig in Überfluss in GB fließen werden, hat unsere Landwirtschaft gut Chancen diese zu exportieren ;-)

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gerbur
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So blöd waren

nicht einmal unsere Ziegelarbeiter im 19. Jahrhundert, die hätten sicher nicht die Rothschilds gewählt!

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Irgendeiner
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Und jetzt liebe Briten,geht hin

und erleidet es,sowas wählt man nichtmal wenn es das Paradies verspricht.Es ist mir persönlich wurst,ob ihr Euch das Gurkerl ins Knie schießt,ich kann nicht verlangen daß ihr klüger seid als unsere hier,aber ich hatte von Euch doch mehr erwartet,den guten Eindruck habts diesmal radikal reduziert,viel Spaß noch.

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koi1956
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UPS MEISTER....

ca. 70% der Briten sind, und werden immer Briten bleiben!

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Irgendeiner
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Weißt Du ,Koi, schön daß Du wieder da bist,ich hatte Dich schon vermißt,

und Du bist es in alter Frische und unverändert.Und weißt Du weiter,Koi,in Japan heißt es, Du hättest Dich gegen den Strom raufgeschwommen und die Götter so beeindruckt,daß Du ein Drache hättest werden dürfen,so wie ich,man lacht,bist ein Symbol der Stärke geworden. Und wenn Du mich jetzt frägst warum ich Dir das sage,ich weiß es auch nicht,es ist mir assoziativ eingefallen,bei deinem Nick und das ist genau das Problem das ich halt mit Dir stets hatte und auch jetzt wieder habe,ich weiß natürlich daß die Briten ihre Strafgefangenen schon lange nicht mehr in Australien deponieren,ich weiß daß da keine Kartoffelfäule mehr ist und deren Emigrationsrate auf ähnlicher Höhe liegt wie unserer,aber ich bin bei der Aussage 70 Prozent der Briten würden Briten bleiben restlos hilflos,ich weiß nicht, was du mir mitzuteilen wünscht.Ich kann aber eine behirnte Antwort nur geben wenn ich weiß auf was ich zu antworten habe,sonst spielma Wortlotto,sei ein bißchen spezifischer.

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plolin
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Ganz deiner Meinung !

( kommt eh selten vor 😊 )

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Hardy1
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Clowns....

....haben derzeit Hochsaison.....heute England....nächstes Jahr in den USA....fehlt nur noch Strache in Wien..... auf ein fröhliches Jahr 2020....

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dude
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"Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen,"

sagte Winston Churchill seinerzeit, "aber er kenne kein bessere!" In manchen Situationen, sowie auch in dieser, stoßen Volksentscheide mit Sicherheit an ihre Grenzen. Kein Mensch weiß, wohin die Reise Großbritanniens ohne Europa gehen wird. Schon die nahe Zukunft wird es uns lehren. Dass viel Zeichen auf ein "Little Britain" ohne Schottland hinweisen, ist bekannt. Dass die Gefahr einer inneririschen Grenze wächst, ist auch bekannt. Nach einem Zerfall Großbritanniens ist auch eine Wiedervereinigung Irlands nicht auszuschießen. Dass dadurch die blutigen 80er Jahre wieder aufleben könnten, will sicher keiner, der gestern für einen Brexit gestimmt hat!
Derart schwerwiegenden Entscheidungen, bei denen sich die Wähler der Tragweite ihres Handelns nicht bewusst sein können, müssen von Experten mit großem Weitblick getroffen werden!
Aber wie gesagt, die Geschichte wird es mich lehren, ob meine Sorge berechtigt war!

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Jondrick
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Gut

zusammengefasst. Danke.

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SoundofThunder
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🤔

Und der Trump jubiliert. Je kleiner und schwächer die EU wird desto besser für die EU-Gegner USA,China und Russland.

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Reipsi
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Gott sei Dank

Endlich gehen sie die Briten.

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HB2USD
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Ähnlich wird es

nächstes Jahr für Trump laufen die öffentliche Meinung und die veröffentliche Meinung stimmen eben nicht überein.

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Sam125
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Brexit= aus füt Europa!?

Wäred den Anfängen, hoffentlich hält der Rest Europas dagegen und zerbricht schlussendlich nicht am Brexit der Briten!! Denn dass wäre eine Katastrophe und das Ende für unser schönes und freies Europa!! Ich war bei dem jahrelangen hin und her der Briten,auch schon längst für den Austritt der Briten aus unserer Union, denn diese Briten haben mit ihren Brexit Disput, ganz Europa jahrelang gelähmt,aber jetzt wo es anscheinend so weit ist........!?

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Planck
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Naja, Erdrutsch is a bissl irreführend.

Die Tories gewinnen etwas über ein Prozent an Stimmen hinzu und damit 50 Mandate mehr.
LibDem legt mehr als vier Prozent zu und bleibt am selben Mandatsstand.
Das Mehrheitswahlrecht führt da ein klein wenig in die Irre.

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dieRealität2019
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augencheinlich sind nach einer Leidenszeit von EU und den Briten die Würfel gefallen

.
sollten jedoch die Briten nicht die erforderlichen und vertraglich vereinbarten Bedinungen wie der finanziellen Ausgleich bzw. die Zahlungen nicht erfüllen, so ist jede weitere wirtschaftliche Verhandlung einzustellen.
.
Ich hoffe das die Politik der EU Gemeinschaft und ihrer Mitgliedsstaaten nicht in die Knie gehen wird und wieder nur Ausnahmen Privilegien usw. mit den Briten verhandeln wird.

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HB2USD
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Die Briten waren Nettozahler

und die Importe nach GBR waren viel höher als die Exporte, und je gröber die EU mit GBR umgeht um so schlechter ist es für die EU-Mitglieder.

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dieRealität2019
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es ist eigentlich ganz einfach

die Briten haben sich bei Wahlen egal welcher Art auch immer entschieden. Es ist ihre Demokratie in der sie leben. Sie müssen mit diesen Ergebnissen leben. Nich die Einwohner in der EU Gemeinschaft.
.
Interessant jetzt zu sehen wie die Briten das Thema Irland auflösen werden. Ich vermute natürlich britisch.

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Jondrick
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Sie muessen damit leben?

Und wie muessen wir 3.6m EU Buerger, die mit ihren Familien in Grossbritannien wohnen und arbeiten, damit leben?

Wir haben 4 Jahre Hasspredigten gegen EU Buerger hinter uns. Waere schoen, wenn sich jemand um uns sorgen wuerde.

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duerni
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Jetzt haben die Jounalisten Stoff für zwei Jahre, denn.......

...... zum einen, die "DAÖ" (wer erfindet so ein Kürzel!) - und nun der Brexit.
Das Wahlergebnis spiegelt die Seele der Briten wider - die haben WIRKLICH HUMOR! Was auf dieses Volk zukommt, wissen sie nicht - und wir auch nicht.
Es kann heilsam sein - sowohl für die Briten als auch für die Granden der EU. Denn sollten sich die Handelsverträge der Briten, u.a. mit der EU aber auch den USA, als wirkungsvoll herausstellen, werden alle Nettozahler in der EU nachdenken. Das ist das AUS der EU - im übrigen naheliegend - ein Zusammenschluss von Ländern, wie Rumänien, Griechenland und Deutschland, Frankreich .... mit EINER Währung(!) ist Quatsch.
Die Börse hat jedenfalls mit Hurra auf dieses Wahlergebnis reagiert - und das sagt viel!

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SoundofThunder
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Für die EU-Hater ist es ein Feiertag

Bin neugierig ob Johnson ein Schottisches Unabhängigkeitsreferendum zulässt. Oder ob er nur solange Demokratisch ist wie es ihm nützt.

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