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In ParisDas sagt die internationale Presse zum Ukraine-Gipfel

"Nesawissimaja Gaseta": Demonstranten in Kiew warnen Selenskyj - "Dziennik": Alle brauchen den Erfolg - nur Putin kann warten.

UKRAINE-RUSSIA-DEMO-POLITICS-DIPLOMACY-CONFLICT
© APA/AFP/SERGEI SUPINSKY
 

Internationale Tageszeitungen schreiben am Montag im Hinblick auf den Ukraine-Gipfel in Paris:

"Nesawissimaja Gaseta" (Moskau)

"Am Sonntag begannen in mehreren ukrainischen Städten Kundgebungen. Deren Teilnehmer erklären, dass sie nicht protestieren, sondern Präsident Wolodymyr Selenskyj warnen, bei den Gesprächen in Paris rote Linien nicht zu überschreiten. Die Kundgebung mit dem meisten Zulauf war in Kiew. (...) Wie sich die Situation weiter entwickelt, hängt vom Ergebnis des Gipfels im Normandie-Format ab.

Diejenigen, die sich auf dem Maidan versammelten, sangen: "Donbass ist die Ukraine", "Krim ist die Ukraine". Viele Teilnehmer dort hatten keine Antwort auf die Frage, was nun genau Selenskyjs Plan für den Donbass ist. Und sie konnten sich auch nicht erklären, warum zum Beispiel das Team von (Ex-Präsident) Petro Poroschenko, das die Minsker Verträge unterzeichnet hatte, nun gegen deren Umsetzung ist."

Die "Süddeutsche Zeitung" (München)

"Der Präsident will einerseits versuchen, sein Friedensversprechen aus dem Wahlkampf einzulösen. Deshalb setzt er sich mit Putin an einen Tisch. Andererseits hängt das innenpolitische Überleben Selenskijs nicht zuletzt davon ab, dass nicht der Eindruck entsteht, dieser Tisch sei einer, über den er sich als Unerfahrenster und Schwächster hat ziehen lassen. In der Verantwortung Merkels und Macrons liegt es auch, das nicht zuzulassen. Nicht die Ukraine ist es, die dem Ausgleich mit Russland im Wege steht, sondern ein Kremlchef, der demokratische Wahlen in Frankreich stört und dessen Häscher im Ausland morden wie zuletzt wohl auch in Berlin. Wenn Merkel und Macron Druck ausüben wollen, dann nicht auf Selenskij."

"La Croix" (Paris)

"Der Gipfel ermöglicht dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ein erstes Treffen mit Wladimir Putin. Selenskyj betont, dass sein Land die Kontrolle über seine gesamte Grenze wiedererlangen will. Putin gibt sich als Verteidiger des Donbass. Zugleich nutzt er den Konflikt, um die Entwicklung des Nachbarlands zu behindern, das sich der Europäischen Union annähern will. Seit dem Sommer wirbt Emmanuel Macron für eine neue europäische Sicherheitsarchitektur. Wenn Russland an dieser Perspektive interessiert ist, muss es seine aggressive Politik aufgeben und sein Interesse an friedlichen Beziehungen bekunden."

"Dziennik Gazeta Prawna" (Warschau)

"Die am Wochenende verbreiteten Bilder aus dem (...) in Unruhe geratenen Paris werden das Auge von Wladimir Putin erfreut haben. Der russische Präsident weiß, dass der Gastgeber des heutigen Treffens im Normandie-Format ein Politiker ist, der den Erfolg braucht. Einen Beweis, dass der von Emmanuel Macron lancierte Gedanke der Rückkehr Frankreichs in das globale Spiel nicht nur eine publizistische These ist.

Putin weiß auch, dass Deutschland in Paris durch eine Kanzlerin repräsentiert wird, die sich langsam aus der Politik verabschiedet, und deren Kopf hauptsächlich mit Fragen der Gesundheit und der Nachfolge beschäftigt ist. Ebenfalls wird sich (Putin) darüber im Klaren sein, dass auch der wichtigste Teilnehmer des Treffens - der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj - den Erfolg braucht. Egal, welchen Preis er dafür bezahlen muss. Nur der russische Präsident muss gar nichts. Er kann warten. Und seinen Nutzen ziehen aus dem eingefrorenen Konflikt, der auf die langfristige Zermürbung des Gegners abzielt."

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picciona1
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meine ansichten gibts auch noch:

Die ukraine ist eine oligarchen herrschaft. Es gibt zwei machtkreise: einen um timoschenko und einen um poroschenko, beides kleptokraten, die staatseigentum in die eigene tasche verhökert haben. (uns so sehrsehr reich wurden)
Das minsker abkommen sichert den separatistengebieten weitreichende autonomie zu, in diesem fall haben die oligarchen keinen zugriff mehr auf die vermögen dort, zb. betriebe und gasfelder, deshalb hatte poroschenko kein sonderliches interesse, das minsker abkommen umzusetzen.
(Logisch, er wird ja nicht seinen freunderln die gelegenheit zum plündern nehmen)
Selenski wurde vom nicht zimperlichen oligarchen kolomoisky, der den beliebtesten fernsehsender betreibt, mehr oder weniger ins amt gehievt. (gehört, glaub ich, zum timoschenkozirkel)
Der maidan war ursprünglich antioligarchisch.
Achja unterstützung von seiten der amis gibt es auch, schließlich sind einige us demokraten in die supersauberen geschäfte dort verwickelt.
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Was ich sagen wollte, wir sanktionieren russland zugunsten einer völlig rücksichtslosen oligarchenherrschaft, die die menschenrechte mit füßen tritt.
D+ fr sollten selensky unter druck setzten das minsker abkommen umzusetzen. Wenn selensky dem nicht nachkommt, sollten die sanktionen aufgehoben werden. Für ein gieriges kleptokratenland brauchen wir nicht die wirtschaft schädigen, und ich bin sicher eher antikapitalistisch.
das minsker abkommen ist für die leute dort sicher das beste, aber um die leute dort gehts eh- wie immer- nicht