Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Vor UN-VollversammlungIrans Außenminister droht mit „umfassenden Krieg“ - bekommt aber US-Visum

Irans Außenminister hat für den Fall eines Militärschlags der USA und Saudi-Arabiens auf sein Land mit einem „umfassenden Krieg“ gedroht.

Mohammad Javad Zarif
Mohammad Javad Zarif © (c) AP (Vincent Thian)
 

Irans Außenminister Mohammed Javad Zarif hat für den Fall eines Militärschlags der USA und Saudi-Arabiens auf sein Land mit einem „umfassenden Krieg“ gedroht. „Wir wollen keinen militärischen Konflikt“, sagte Sarif dem US-Sender CNN. Der Iran werde jedoch „nicht mit der Wimper zucken“, wenn es darum gehe, das Land zu verteidigen. Er wies jede Verantwortung seines Landes für die Angriffe auf Öl-Anlagen in Saudi-Arabien zurück. Die US-Regierung macht dagegen den Iran verantwortlich. Auch Saudi-Arabien sieht hinter den Angriffen „unzweifelhaft“ den Iran.

US-Außenminister Mike Pompeo beschuldigte bei einem Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten die Führung in Teheran erneut. Er betonte aber, die USA setzten im Konflikt mit dem Iran weiterhin auf eine friedliche Lösung. „Wir sind hier, um eine Koalition aufzubauen, die auf Frieden und eine friedliche Lösung abzielt“, sagte Pompeo nach Gesprächen in Dschidda und Abu Dhabi. „Und ich hoffe, die Islamische Republik Iran sieht das auch so.“

US-Visum für UN-Vollversammlung

Zarif hat nun dennoch ein Einreisevisum für die USA zur Teilnahme an der UN-Vollversammlung in New York erhalten. Das teilte der iranische Außenamtssprecher Abbas Musawi auf Twitter mit. Zarif werde somit wie geplant an diesem Freitag Teheran Richtung New York verlassen, fügte der Sprecher hinzu. Damit sollte auch Präsident Hassan Rouhani, dessen Visum bis Mittwoch noch nicht ausgestellt war, wie geplant Anfang der nächsten Woche in New York eintreffen.

Noch am Nachmittag hatte Zarif  Pompeo vorgeworfen, der iranischen Delegation Einreisevisa für die Teilnahme an der UNO-Vollversammlung in New York verweigern zu wollen. Die USA seien aber verpflichtet, den UN-Delegationen Visa auszuhändigen. "Minister Mike Pompeo versucht jedoch, mit selbst fabrizierten Bestimmungen von dieser Verpflichtung abzuweichen", twitterte Zarif. US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch gesagt: "Wenn es nach mir ginge, würde ich sie herkommen lassen."

Pompeo hat den Iran direkt für die Angriffe auf wichtige Ölanlagen in Saudi-Arabien verantwortlich gemacht, zu denen sich zuvor die schiitischen Houthi-Rebellen im Jemen bekannt hatten. Sie werden vom Iran unterstützt. Trump will wegen der Angriffe die Sanktionen gegen den Iran "bedeutend verstärken". Teheran hat die US-Vorwürfe zurückgewiesen und jede Beteiligung bestritten.

Spannung wegen des Atom-Deals

Seit der einseitigen Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch Trump vor gut einem Jahr haben die Spannungen zwischen Washington und Teheran immer weiter zugenommen. Die USA wollen den Iran mit harten Sanktionen und einer Politik des "maximalen Drucks" dazu bewegen, einem neuen Abkommen mit härteren Auflagen zuzustimmen und die Unterstützung von Terrorgruppen in der Region einzustellen.

Die mehrtägige Generaldebatte der UNO-Vollversammlung beginnt am kommenden Dienstag mit einem Bericht des UN-Generalsekretärs. Ruhanis Rede ist für Mittwoch geplant. Ein zeitweise für möglich gehaltenes Treffen Ruhanis mit Trump am Rande der UN-Vollversammlung gilt inzwischen jedoch als unwahrscheinlich.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren