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Pulitzer-Preis-GewinnerMyanmar ließ Reuters-Reporter nach über 500 Tagen Haft frei

Die beiden Pulitzer-Preis-Gewinner - die für die Aufdeckung eines Massakers an der muslimischen Rohingya-Minderheit in Myanmar geehrt wurden - waren im vergangenen September zu sieben Jahren Haft verurteilt worden.

© APA (AFP)
 

Die beiden Reuters-Reporter Wa Lone und Kyaw Soe Oo sind in Myanmar nach mehr als 500-tägiger Haft freigelassen worden. Sie verließen am Dienstag das Gefängnis in der Nähe von Rangun, umringt von zahlreichen Medienvertretern. "Ich bin wirklich glücklich und begeistert, meine Familie und meine Kollegen zu sehen", sagte Wa Lone, nachdem er die Tore des Insein-Gefängnisses verlassen konnte.

Nachsatz: "Ich kann es kaum erwarten, in meine Redaktion zu gehen." Die beiden Pulitzer-Preis-Gewinner - die für die Aufdeckung eines Massakers an der muslimischen Rohingya-Minderheit in Myanmar geehrt wurden - waren im vergangenen September zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Sie sollen nach Auffassung des Gerichts gegen ein Gesetz zum Schutz von Staatsgeheimnissen verstoßen haben. Sie sollen sich bei der Recherche illegal Staatsgeheimnisse beschafft haben. Beide beteuern ihre Unschuld.

International Empörung

Das Urteil hatte international Empörung ausgelöst und stellte den demokratischen Wandel in dem Land infrage. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft verfügten die beiden Reporter über geheime Informationen über Sicherheitseinsätze in der Region Rakhine, wo die Armee hart gegen die muslimische Rohingya-Minderheit vorgegangen war.

Ich weiß, dass es eine große Erleichterung für ihre Familien, Freunde und Kollegen sein wird.

Lord Ara Darzi, britischer Mediziner

"Ich freue mich, dass die Reporter von Reuters, Wa Lone und Kyaw Soe Oo, eine Begnadigung erhalten haben, aus der Haft entlassen wurden und wieder bei ihren Lieben sind", sagte Lord Ara Darzi, ein britischen Mediziner, nachdem er die beiden in Empfang nahm. "Ich weiß, dass es eine große Erleichterung für ihre Familien, Freunde und Kollegen sein wird."

Reuters-Chefredakteur Stephen Adler begrüßte die Freilassung der "mutigen Reporter". Sie seien zu "Symbolen für die Bedeutung der Pressefreiheit auf der ganzen Welt" geworden, erklärte Adler in einer Stellungnahme. Noch im vergangenen Monat hatte der Oberste Gerichtshof Myanmars die Berufung der beiden Journalisten gegen die Gefängnisstrafe abgewiesen.

Recherchen über Ermordung

Die 29 und 33 Jahre alten Journalisten hatten sich mit dem gewaltsamen Vorgehen gegen die muslimische Minderheit der Rohingya in Myanmar beschäftigt und bei ihrer Festnahme für einen Artikel über die Ermordung von zehn Männern und Burschen recherchiert, die dieser Volksgruppe angehörten. Ihrer Darstellung zufolge war ihnen eine Falle gestellt worden. Zwei Polizisten, die sie nie vorher gesehen hätten, hätten ihnen in einer Zeitung eingerollte Dokumente übergeben, sagten sie. Unmittelbar darauf seien sie von Beamten in Zivil in ein Auto gezerrt worden.

Myanmar will am Dienstag mit einer Amnestie insgesamt 6520 Gefangene freilassen, wie das Büro von Präsident Win Myint mitteilte. Dieser hatte erst im vergangenen Monat bei zwei Massenamnestien Tausende von Häftlingen begnadigt. In Myanmar ist es üblich, dass die Behörden Gefangene um das traditionelle Neujahr, das am 17. April begann, freilassen.

Verfolgung der Rohingya

Armee und Regierung stehen im überwiegend buddhistischen Myanmar wegen der brutalen Verfolgung der muslimischen Rohingya-Minderheit international schwer in der Kritik. Mehr als 700.000 von ihnen sind ins mehrheitlich muslimische Nachbarland Bangladesch geflohen.

 

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