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Kaiserwechsel in JapanJapanischer Kaiser Akihito erklärte Thronverzicht

Der 85-jährige Tenno erklärt seine "tiefe Liebe" für das japanische Volk. Um Mitternacht geht seine Herrschaft offiziell auf Akihitos 59-jährigen Sohn Naruhito über.

Akihito geht, Naruhito kommt
Akihito geht, Naruhito kommt © (c) AP
 

Japans Kaiser Akihito hat offiziell abgedankt. Während einer kurzen Zeremonie am Dienstag erklärt er seinen Thronverzicht. Formell bleibt Akihito noch bis Mitternacht Kaiser. Am Mittwoch geht die Herrschaft des Tenno, wie der Kaiser in Japan genannt wird, offiziell an Akihitos 59-jährigen Sohn Naruhito über.

In einer kurzen Ansprache sagte der 85-jährige Akihito, er habe seine 30-jährige Herrschaft mit "tiefem Respekt und mit Liebe für das Volk" ausgeübt. "Das war ein großer Segen." Er danke dem japanischen Volk "von Herzen", dass es ihn als "Symbol des Staates akzeptiert und unterstützt" habe, sagte Akihito.

Die Abdankung fand im Matsu-no-Ma, einer 370-Quadratmeter großen Halle im Kaiserpalast, statt. An der Zeremonie nahmen mehr als 300 Menschen teil, darunter neben Mitgliedern der Kaiserfamilie auch Vertreter von Japans Regierung und Parlament, hochrangige Richter und regionale Regierungschefs. Die Öffentlichkeit blieb ausgeschlossen.

Kaiser Akihito dankt ab: In Japan geht Ära zu Ende

Eine Ära geht zu Ende, ein Volk scheint bewegt: Japans Kaiser Akihito hat offiziell abgedankt.

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Im Rahmen einer streng geregelten Zeremonienabfolge wurde das Kaisertum im fernöstlichen Land in eine neue Epoche geführt.

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Während einer kurzen Rede erklärte der 85-Jährige schließlich seinen Thronverzicht.

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Formell blieb er aber noch bis Mitternacht (Ortszeit) Kaiser.

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Die Abdankung fand im Matsu-no-Ma, einer 370-Quadratmeter großen Halle im Kaiserpalast, statt.

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Nach der Abdankung ging die Herrschaft des Tenno, wie der Kaiser in Japan genannt wird, offiziell an Akihitos 59-jährigen Sohn Naruhito über.

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Die Thron-Übergabe ist gesellschaftspolitisch von einiger Bedeutung.

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Der künftiger Tenno will seine Frau Masako vor dem Druck des Palastes bewahren. Naruhito heiratete die drei Jahre jüngere Masako 1993. Sie stammt aus einer Diplomatenfamilie und hat an den Elite-Unis Harvard und Oxford studiert.

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Weil in Japan nur Männer den Thron besteigen dürfen, war der Druck auf sie enorm, einen Thronfolger zu gebären.

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2001 brachte Masako eine Tochter zur Welt, und Aiko blieb das einzige Kind des Paares.

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Die Lage entspannte sich erst etwas, als Masakos Schwägerin 2006 einen Buben, Prinz Hisahito, bekam.

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Nach "Heisei", was mit "Frieden schaffen" übersetzt werden kann, gilt nun "Reiwa", die Ära der "schönen Harmonie".

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Dass der künftige Kaiser Naruhito sich dem Zwang des Palasts nicht genauso unterwerfen wird wie seine Vorgänger, zeichnete sich schon in seiner Kindheit ab.

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Er ist der erste japanische Kaiser, der im Kreise seiner Familie aufwuchs und nicht von Gouvernanten und Hauslehrern erzogen wurde.

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Nun geht es darum, die strikten Regeln der uralten japanischen Monarchie mit der Lebenswirklichkeit seines Volks und den Bedürfnissen seiner psychisch angeschlagenen Frau Masako in Einklang zu bringen.

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Laut der japanischen Nachkriegsverfassung hat der Kaiser keine politische Macht, sondern ist nur ein Symbol der Einheit der Nation. Diese Demonstranten sind gegen die Monarchie generell.

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Mit der Abdankung von Kaiser Akihito nach 30 Jahren auf dem Thron endet in Japan auch eine Ära: Nach "Heisei", was mit "Frieden schaffen" übersetzt werden kann, gilt ab Mittwoch "Reiwa", die Ära der "schönen Harmonie".

2016 hatte Akihito sein Land in Aufregung versetzt, als er seinen Wunsch verkündete, sich von seinen Kaiserpflichten zurückzuziehen. Als Grund nannte er sein hohes Alter und seine angeschlagene Gesundheit. Eine Abdankung des Kaisers aber war in Japans Nachkriegsverfassung nicht vorgesehen - der bisher letzte Thronverzicht lag zwei Jahrhunderte zurück. Deshalb mussten eigens ein Gesetz verabschiedet und das Verfahren festgelegt werden.

Thronwechsel: Die Lebensstationen von Japans neuem Kaiser Naruhito

Naruhito als Fünfjähriger im Togu-Palast.

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Naruhito und Masako in japanischen Hochzeitskostümen im Jahr 1993

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Der zwei Monate alte Naruhito anno 1960

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Naruhito mit Studienkollegen am Merto College in Oxford, England anno 1983

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Geigespieler Naruhito in Tokio anno 2013

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Naruhito während des Welt-Wasser-Forums in Mexiko im Jahr 2006

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Naruhito mit seinem Vater Akihito

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Eine zweite Thronbesteigungszeremonie findet am 22. Oktober statt, zu der auch viele Würdenträger aus dem In- und Ausland geladen werden. Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen soll dazu nach Japan reisen. Eine dritte Zeremonie, das Daijosai, folgt am 14. und 15. November. Damit ist Naruhito endgültig in die Reihe der Kaiser aufgenommen.

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