US-Justizfall Manafort Gusenbauer soll 30.000 Euro monatlich kassiert haben

Ex-Kanzler soll 30.000 Euro pro Monat für verdeckte Lobbying-Kampagne in der Ukraine erhalten haben. Die Unterlagen sind im Zusammenhang mit dem US-Verfahren gegen Ex-Trump-Kampagnenmanager aufgetaucht. Früherer SPÖ-Chef dementiert.

EUROFIGHTER-U-AUSSCHUSS: GUSENBAUER
Alfred Gusenbauer © APA/HANS PUNZ
 

Eine professionelle Lobbying-Tätigkeit für den damaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch hat Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer bisher bestritten. Doch soll der Ex-SPÖ-Chef in den Jahren 2012 und 2013 pro Monat 30.000 Euro für entsprechende Aktivitäten erhalten haben, berichtet das US-Nachrichtenportal Bloomberg. 

Bloomberg beruft sich auf US-Gerichtsakten zum Verfahren gegen den Kampagnenmanager von US-Präsidenten Donald Trump, Paul Manafort, wegen möglicher Verbindungen zu und Einflussnahme durch Russland während des Wahlkampfs im Jahr 2016.

"Die Wühlarbeit des US-Sonderermittlers Robert Mueller förderte jetzt neuerlich die Verbindung Gusenbauers zur Schlüsselfigur Paul Manafort zu Tage, wie aus Dokumenten am Bundesgericht Washington ersichtlich ist", schreibt die "Presse" unter Bezug auf  Bloomberg. Insgesamt soll die sogenannte "Hapsburg-Gruppe", die vor allem aus Gusenbauer, dem italienischen Ex-Premier und früheren EU-Kommissionspräsidenten Romano Prodi und dem polnischen Ex-Präsidenten Aleksander Kwasniewski, bestand, zwei Millionen Euro bezogen haben. Gusenbauer firmierte in dem Memo demnach als "Person A."

"Ich wurde für Konferenzen bezahlt"

Doch im Gespräch mit der "Presse" dementiert der ehemalige SPÖ-Chef diese Summen dezidiert. "Ich wurde für Konferenzen bezahlt. Ich habe dafür eine Überweisung bekommen - meiner Erinnerung nach halbjährlich oder jährlich. Es gab sicher keine monatliche Zahlung. Das ist in meiner Steuererklärung vermerkt." Zudem hält Gusenbauer die Summe von zwei Millionen Euro für überzogen. Gusenbauer steht laut "Presse" weiterhin grundsätzlich zu seiner Tätigkeit. "Wir wollten die Ukraine nicht in der Luft hängen lassen. Das war die richtige Strategie, und darüber bestand damals auch totaler Konsens. Die Ukraine sollte nicht ein russisches Protektorat werden", bekräftigt er. Nur für die ,Hapsburg-Gruppe' wäre ihm "sicher ein anderer Name eingefallen."

Laut "krone.at" ist in einem Memo vom 10. Juni 2012 des britischen Journalisten Alan Friedman, der Paul Manafort bei seinen Lobbying-Projekten unterstützte, ein Telefongespräch mit Gusenbauer dokumentiert. Zitat: "Alfred Gusenbauer is willing to be discreet." Gusenbauer sei gewillt, diskret zu sein. In diesem Memo von Alan Friedman ist dazu noch notiert: "My view is that is a very good investment." Seiner Meinung nach sei das eine gute Investition. Ein möglicher Hinweis, dass Gusenbauers Mitarbeit bei dieser Lobbying-Gruppe früherer europäischer Spitzenpolitiker durchaus geschätzt worden sein könnte, wie die "Krone" vermutet.

Kommentare (21)

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Bertl1970
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Kommentar

Es gilt der Slogan"nur was in der KLZ steht gibt es wirklich"-nur die Krone hat halt einfach mehr Leser.

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Mein Graz
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@Bertl1970

Früher konnte man noch mit Fug und Recht behaupten, dass dieses Wiener Kasblattl mehr Leser hat, weil der Durchschnittsösterreicher versteht, was da geschrieben wird.

Heute bin ich mir da nicht mehr so sicher, dass es tatsächlich verstanden wird. Und ich bin mir auch nicht mehr so sicher, dass dieses kleinformatige Boulevardblättchen den Alleinanspruch auf Niedrigstniveau hat...

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zyni
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Gusi, ein tüchtiger Mann,

er zeigt den kürzesten Weg vom Parade-Sozialisten zum Turbo-Kapitalisten. Geld hat kein Mascherl. Das ist nicht zynisch gemeint.

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orbil
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Damit hat sich Gusenbauer endgültig als Gewerkschaftschef profiliert


Da wir der Kaske Platz machen müssen, jetzt kommt der Genosse der Bosse! Freunschaft!

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UHBP
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Gusenbauer soll; möglicher Verbindungen; möglicher Hinweis; die "Krone" vermutet

dann ist ja alles klar - jetzt weiß ich wer der Mörder ist!
PS: An alle einfachen FPÖ-Wähler: Habt ihr den Fehler auch gefunden?

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wischi_waschi
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Mir graust

Mir graust nur mehr noch, gehe sicher nicht mehr wählen!!!

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Mein Graz
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@wischi_waschi

Ein schwerer Verlust für türkis-blau.

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UHBP
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@wischi

Da wäre die FPÖ aber sicher traurig!

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redniwo
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FPÖ Wahlhelfer

Diese Politiker sind die wahren Wahlhelfer für die ganz rechts stehenden Parteien. Solche Sozialdemokraten sind für FPÖ und Basti mehr wert als die Wahlspende des Herrn Pierer.

Leider habe ich persönlich nicht die Möglichkeit eine Frau Wagenknecht telefonisch oder schriftlich zu erreichen, also bitte wenn jemand von denen die das hier lesen das tun kann, ersucht sie bitte, auch in Österreich aktiv zu werden!

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wkarne2
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Unglaublich

Korruption wohin das Auge reicht.

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Adler48
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SPÖ

Darum wollte die „Hol dir, was dir zusteht“ Partei mit allen Mitteln an der Macht bleiben. Damit solche Aktionen nicht publik werden. Ich schätze, im ORF hört man davon immer noch nichts.

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Lodengrün
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Man hört nichts @adlerchen

weil wie hier ein „SOLL“ steht. Also ein Gerücht. Ist das vielleicht ein Anpatzen von ....

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lumpazi26
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Animals farm

Alle Tiere sind gleich, manche sind gleicher... Vor allem Sozis sollten an ihre Grundsätze denken. Die gelten aber nur für andere. Im Herzen bleiben sie Kapitalisten.

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schneealpe
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na geh `

" der holt sich doch nur was ihm zusteht !"

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draugoldeck
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Brillianter Vergleich

Lieber lumpazi26,

super Vergleich. Berühmte Schriftsteller haben diese menschliche Seite schon häufiger beschrieben.

Nur würde ich das vermutlich unabhängig von der Parteizugehörigkeit sehen. Auch muss Lobbying nicht notwendigerweise verwerflich sein, auch wenn das vielfach so dargestellt wird.

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tannenbaum
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Lauda Nicki

hat zurecht gesagt, es geht niemanden etwas an, wie viel jemand verdient! Und Recht hat er!

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büffel
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Stimmt nicht @tannenbaum

Auch wenn Du es doppelt betonst, wird Deine Aussage dadurch nicht weniger falsch.
Es geht sehr wohl "jemanden" etwas an wieviel "jemand" verdient, und zwar, wenn der "Verdienst" aus fragwürdigen Quellen zu stammen scheint.
Bei Grasser & Co. will es ja auch jedermann wissen, und dies natürlich auch zu Recht, welches dann auch für z.B. andere Parteizugehörigkeiten gelten und angewandt können werden muß.

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minerva
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und wieviel büffel...

bekommst du so??

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4e45bafc255dca8d9edb6766106b4ac2
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Ja und???

...

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SoundofThunder
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🤔

Die eigentliche Karriere fängt für viele Politiker erst nach ihrer Politischen Karriere an. Das gilt für viele. Auch für den Atomstrom-Wolfi.

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Hardy1
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Warum denn diese Aufregung?

Er handelte doch ganz nach dem SPÖ Slogan:. Hol dir, was dir zusteht !!

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