Die von den EU-Ländern Ungarn und Slowakei geforderten russischen Öllieferungen durch die Druschba-Pipeline können nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wieder aufgenommen werden. Die Ukraine habe die Reparaturarbeiten an dem durch russischen Beschuss beschädigten Abschnitt abgeschlossen, erklärte er am Dienstag in Onlinenetzwerken. Dadurch dürfte der Weg zur Freigabe eines zuletzt blockierten Milliarden-Darlehens der EU für die Ukraine frei sein.
Ungarn hatte mit Verweis auf die ausbleibenden Druschba-Öllieferungen sowohl ein EU-Darlehen für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro als auch das neue Sanktionspaket gegen Russland blockiert.
Bei russischen Angriff beschädigt worden
Am Mittwoch sollen die Botschafter der EU-Länder über die Auszahlung des im Dezember beschlossenen 90-Milliarden-Kredits abstimmen. Um die für die Auszahlung notwendige Anpassung des EU-Haushalts zu beschließen, müssen alle 27 Mitgliedstaaten zustimmen. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte dazu am Dienstag, sie erwarte „einige positive Entscheidungen“.
Die Druschba-Pipeline transportiert normalerweise russisches Öl durch die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei. Sie war nach ukrainischen Angaben im Jänner bei einem russischen Angriff beschädigt und deshalb vorübergehend stillgelegt worden. Ungarn und die Slowakei warfen Kiew vor, Reparaturen an der Leitung zu verzögern und die mutmaßlichen Schäden als Vorwand für eine Stilllegung zu nutzen.