Die Ukraine sieht ihre Eroberungen im russischen Gebiet Kursk nur als eine Art Faustpfand für Friedensverhandlungen. Im Gegensatz zu Russland wolle sich die Ukraine nicht fremdes Gebiet aneignen, sagte der Sprecher des ukrainischen Außenministeriums, Heorhij Tychyj. Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte auf Telegram mit: „Die Ukraine hat 74 Siedlungen unter ihrer Kontrolle.“ Das wäre mehr als das Doppelte der Orte, die Russland zuletzt angegeben hatte.
„Die Ukraine ist nicht daran interessiert, Territorium in der Region Kursk zu erobern. Wir wollen das Leben unserer Menschen schützen“, sagte Tychyj. Er begründete die mittlerweile acht Tagen dauernde Operation damit, dass sie russische Angriffe auf das ukrainische Nachbargebiet Sumy unterbinden solle. Außerdem solle die russische Logistik gestört werden, um zu verhindern, dass Moskau zusätzliche Truppen in das ostukrainische Kampfgebiet Donezk verlegt.
Kursk als Faustpfand
Die Ukraine hat nun im Krieg ein neues Druckmittel
Der Ukraine gelangen in den vergangenen Tagen laut eigenen Angaben immer größere Gebietsgewinne im Bereich der Städte Belgorod und Kursk. Diese könnten noch entscheidend werden.
© AFP / Roman Pilipey