An der Wand im Besprechungssaal im Vatikangästehaus Santa Marta, wo Franziskus lebt, arbeitet und empfängt, hängt eine Kopie des berühmten Gemäldes der „Maria Knotenlöserin“. Sie ist das Sinnbild seines Pontifikats. Der Papst ist körperlich angeschlagen, versucht aber immer noch persönlich die unzähligen Fragen im Dickicht der katholischen Kirche zu klären. Manchmal sorgt er selbst für Missverständnisse. Neulich löste Franziskus wieder so einen kleinen Sturm aus. Eigentlich wollte er sagen, der Krieg in der Ukraine solle endlich aufhören, die Konfliktparteien sollten Verhandlungen aufnehmen. Weil der Papst mit dem lockeren Mundwerk aber das Bild von der „weißen Fahne“ gebrauchte, gab es einen Proteststurm. Franziskus habe die Ukraine zur Kapitulation aufgefordert, hieß es. Es mag sein, dass das Pontifikat zu Ende geht. Ruhig geworden ist es jedenfalls nicht um den Papst.