Was ist los mit mir?Hilfe für Jugendliche in seelischer Not

Vielen Kindern und Jugendlichen geht es psychisch nicht gut. Und oft tun sie sich schwer, darüber mit ihren Eltern zu reden - weil sie selbst ihre Eltern nicht belasten wollen. www.istokay.at ist eine neue Plattform als Anlaufstelle, die den jungen Menschen Mut gibt und Hilfe vermittelt.

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Rund um Weihnachten verstärken sich Depressionen - gerade auch in Corona-Zeiten
Rund um Weihnachten verstärken sich Depressionen - gerade auch in Corona-Zeiten © 1STunningART - stock.adobe.com
 

Die vier Wochen rund um Weihnachten sind jene Zeit im Jahr, in der die Hilferufe in Richtung Pschologen und Psychotherapeuten explodieren. Es ist die Sehnsucht nach Frieden und Besinnlichkeit, die oft unerfüllt bleibt. Unsicherheiten, Schwächen, Depressionen bahnen sich einen Weg an die Oberfläche. Das war auch vor Corona so.

Insbesondere die Belastungsgrenze der Jugendlichen ist jetzt aber weit überschritten, wie eine Studie der Donau-Universität Krems zeigt, die jetzt in ersten Daten veröffentlicht wurde: 1.500 Jugendliche zwischen 14 und 20 wurden befragt. Rund einem Fünftel der Mädchen und 14 Prozent der Burschen geht es so schlecht, dass immer wieder Selbstmordgedanken entstehen. „Die psychische Belastung der Schülerinnen und Schüler ist besorgniserregend“, so Studienautor Christoph Pieh, Professor für Psychosomatische Medizin.

Wie die Schulpsychologen zu berichten wissen, häuft sich die Zahl derer, die psychische Probleme haben, auch in den Altersgruppen darunter. Insbesondere für die 11- bis 14-Jährigen, die aufgrund der beginnenden Pubertät ohnehin stark verunsichert sind, müssen Schulen immer häufiger die Unterstützung durch Psychologen in Anspruch nehmen.

Eine Erhebung der Tiroler Kinderstudie zeigt: Die Zahl der Kinder, die vom Normalbereich in den klinischen Bereich gerutscht sind, hat sich seit März vervierfacht!

„Es besteht dringender Handlungsbedarf“, warnte Pieh vor Weihnachten. Doch nicht erst in diesen sensiblen Tagen des zu Ende gehenden Jahres 2021 gehen die Kapazitäten derer, bei denen Hilfe gesucht wird, zur Neige. Die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit zeigte auf: Es gibt lange Wartelisten für Therapieplätze, Kassenplätze sind begrenzt. In den Spitälern werde bereits Triage gelebt: Nur besonders gefährdete junge Menschen könnten aufgenommen werden.

Wenige Tage vor Weihnachten hat die Donau-Universität Krems in Zusammenarbeit mit Partnern wie MedUni Wien oder Schülerunion nun die Seite www.istokay.at ins Leben gerufen: „Hier erfährst du kurz und kompakt, was du selbst tun kannst, damit es dir wieder besser geht.“

Was ist los mit mir? Warum geht es mir schlecht? Wo finde ich Hilfe? Die Website bietet kompakte Informationen, mit Videos, wie diesem hier, und Selbsttests, zu den Themen Depressionen, Ängste, Schlafstörungen und Stress, sowie viele Links zu Notrufen und Personen, die man um Hilfe bitten kann.

Hilfe in der Not

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regiro
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WEIL - weiter im Leben

Ein ganz tolles Team und empathische Anlaufstelle für alle Jugendlichen, die sich in einer schwierigen, seelischen Situation sehen.
Auch für Angehörige und Freunde!

onyx
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Schön und gut, aber…

Es wäre wichtig auch für Erwachsene an adäquater Hilfe zu arbeiten. Triage in psychiatrischen Abteilungen und zu wenige Kassenplätze für therapeutische Hilfe gibt es im Erwachsenenbereich schon seit vielen Jahren. Erschwerend kommt hinzu, dass Erwachsene weder eine Lobby, weder eine mediale Bühne noch eine niederschwellige Beratungs- und Betreuungsinfrastruktur vorfinden. Die einzige institutionelle Unterstützung gibt es - zumindest in Kärnten - in der Psychiatrie.