AbgehobenVon der Leyen flog 60 Kilometer von Wien nach Bratislava

Obwohl die beiden Städte nur rund 60 Kilometer auseinanderliegen, legte sie die Distanz zwischen ihnen auf dem Luftweg zurück, wie britische und deutsche Medien berichten. Von der Leyen flog mit dem Privatjet.

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© APA/AFP
 

Abgehobenheit der besonderen Art hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im Sommer bei einem Besuch von Wien und Bratislava demonstriert. Obwohl die beiden Städte nur rund 60 Kilometer auseinanderliegen, legte sie die Distanz zwischen ihnen auf dem Luftweg zurück, wie britische und deutsche Medien berichten. Auf etwa 60 Straßenkilometer kam die Kommissionschefin aber trotzdem - mit Transfers zwischen den jeweiligen Flughäfen und Innenstädten.

Von der Leyen hatte die österreichische und slowakische Hauptstadt Ende Juni im Rahmen einer Tour zur feierlichen Bekanntgabe der Coronahilfen besucht. Der milliardenschwere Aufbaufonds hat dabei einem besonderen Schwerpunkt auf klimafreundlichen Investitionen. Nach ihrem Amtsantritt hatte die deutsche Christdemokratin einen "Green Deal" aus der Taufe gehoben und drängt auf ehrgeizige Klimaschutzziele, wobei explizit auch Kurzstreckenflüge zurückgedrängt werden sollen. Zwischen Wien und Bratislava gibt es schon jetzt keine Linienflugverbindung. Von der Leyen flog mit dem Privatjet.

"Verlogenheit"

FPÖ-Europaabgeordneter Harald Vilimsky zeigte sich empört über den Ultrakurzstreckenflug der Kommissionspräsidentin. "Unter dem Titel Klimaschutz einerseits Belastungspakete für Europas Bürger schnüren, aber andererseits selber exzessiv Privatjets nutzen: Das zeigt die ganze Verlogenheit von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und ihrem Green Deal", erklärte er am Mittwoch in einer Aussendung. "Wer soll sie noch ernst nehmen, wenn sie angesichts dieses Verhaltens den EU-Bürgern ihre Klimaschutzmaßnahmen verkaufen will?"

Er kostet viel Steuergeld, viel Zeit für Wege von und zu den Flughäfen und vor allem: viel Glaubwürdigkeit.

Generalsekretär Michael Jäger vom Europäischen Steuerzahlerbund

Kritik kam auch vom Europäischen Steuerzahlerbund. Dessen Generalsekretär Michael Jäger bezeichnete den Wien-Bratislava-Flug in der "Bild"-Zeitung (Donnerstagsausgabe) als "ökologische Sünde". "Er kostet viel Steuergeld, viel Zeit für Wege von und zu den Flughäfen und vor allem: viel Glaubwürdigkeit", so Jäger nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP. Auch die CDU-Bundestagsabgeordnete Jana Schimke ermahnte ihre Parteifreundin: "Wenn man Wandel will, dann muss man ihn auch vorleben. Ansonsten wird man unglaubwürdig."

Ein Sprecher der EU-Kommission rechtfertigte den Flug gegenüber der "Bild"-Zeitung: "Mit Abflug und Ankunft in Belgien waren es bei dieser Reise der Präsidentin sieben Länder in zwei Tagen. Alternativen wurden geprüft, doch es gab logistisch keine andere Möglichkeit". Noch am selben Abend sei von der Leyen mit dem Privatflugzeug nach Riga geflogen. "Hinzu kommt, dass es wegen Corona Bedenken gab, Linienflüge oder Züge zu nutzen".

Kommentare (69)
luddler1
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Luddler1

Van der Leyen: Hr. Patterer haben Sie den Mut, diese EU-Politlady journalistisch so zu attackieren das Sie mit einer Armada von Juristen droht. Ich, 60 jährig, bin grün so lange es mir im Geldbörsl nicht juckt. Viele meiner Bekannten denke ebenfalls so und das sind Menschen mit 43 bis 46 Arbeitsjahre. Was im Brüsseler EU Parlament debattiert wird juckt mich in etwa so, wenn in China ein Fahrrad umstürzt. Mfg ein bildungsferner Oberkärntner

ARadkohl
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Diese Elite reist eben nicht wie der Pöbel.

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paulrandig
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Die Scheinheiligkeit ist ungerechtfertigt

https://www.kleinezeitung.at/wirtschaft/6056187/Kein-Umdenken_Oesterreicher-wollen-nach-Corona-wieder-fliegen-wie

Keiner, wirklich keiner, der selbst fliegt, soll sich hier aufregen. Ich nehme an, Leute, die beruflich fliegen müssen, lächeln ohnehin nur nachsichtig, also sind all die Shitstormer, die selbst aber sehr wohl fliegen, Personen, die das sogar nur aus Vergnügen tun.

paulrandig
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Okay, mal sehen.

Steuerzahler regen sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf, dass "die" nix tun und nur Geld verschwenden. Dann teilt sich jemand seine Termine effizient ein, schaut, dass keine Zeit vergeudet wird, immerhin will man ja für uns arbeiten. Und dann passt es wieder nicht.

scionescio
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Es wäre natürlich viel vernünftiger gewesen …

… wenn sie mit dem Auto gefahren wäre, der Privatjet leer nach Bratislava geflogen wäre und sie dann dort wieder zugestiegen und weitergeflogen wäre - oder vielleicht doch nicht?

Nur weil der Champagner Freund sich künstlich entrüstet, muss man das noch lange nicht Ernst nehmen.

Sehr schwach von der KLZ, dass die einfach gestrickten Leser nicht extra darauf hingewiesen wurden - von alleine kommen sie anscheinend nicht drauf!

erstdenkendannsprechen
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natürlich - es hätte keine andere möglichkeit

als den privatjet.

UHBP
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@sc...

Natürlich hätte es ja auch die Möglichkeit gegeben, dass sie mit dem Auto auch wieder zurückgefahren wäre. Aber soviel Zeit wollen unsere Politiker halt nicht haben.

hfg
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Es gibt noch dümmere

Beispiele und Handlungen - die Linzer Fußballspieler fliegen nach Klagenfurt zum Spiel und lassen sich von ihrem Vereinsautobus in Klagenfurt dann vom Flughafen ins Hôtel bringen. Dummheit ist grenzenlos.

hfg
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Und wie immer

Gibts genügend Ausreden, Rechtfertigungen und Erklärungen. Nur was bitte hat sie daran gehindert mit einem Elektroauto nach Bratislava zu fahren, wenn sie ihre Sache und sich selbst ernst nimmt??

hbratschi
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hfg,...

...du glaubst anscheinend ernsthaft an den "grünen" e-auto schmäh...

hfg
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Ja ich praktiziere es auch

Ich fahre seit Jahren Escooter, Elektrorad und E Auto und lade mit der Photovoltaikanlage auf meinem Dach oder sogenannten Grünstrom.

hbratschi
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hfg...

...toll. aber sehr kurzsichtig, denn solange das dafür notwendige ausbeuten von menschen und resourcen nicht gelöst ist, eigentlich ein absolutes nogo. zumindest für einen "grün"denkenden menschen......

paulrandig
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hbratschi

Stimmt natürlich. Dasselbe gilt übrigens auch für die fossilen Brennstoffe.

hbratschi
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was mich stört, paul,...

...ist, dass das als "grün" verkauft und geglaubt wird. mmn haben es die chinesen geschafft, unsere politiker (inkl wirtschaft) zu "kaufen" und uns von ihnen noch mehr abhängig zu machen. china besitzt selbst große mengen an den für die batterieerzeugung benötigten seltenen erden, dazu haben sie sich die schürfrechte in afrika und teilweise in südamerika gesichert. also geht ohne china gar nichts und wohin das führt, das sehen wir eh schon immer deutlicher. schaut nicht gut aus für europa, wenn wir nicht endlich schaffen wieder aufrecht gehen zu lernen und unsere "eigenen" technologien zu entwickeln und zu forcieren. zb wasserstoff...

paulrandig
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hbratschi

Da stimme ich natürlich zu. Unvermeidbar ist die Abkehr von den Fossilen. Die jetzigen Alternativen sind maximal Alternativen auf gleichem Niveau und nicht "besser", wie uns vorgegaukelt wird.
Noch nicht.
Denn derart viel Hirnschmalz, wie jetzt investiert wird, wird sich auswirken und allmählich die seltenen und problematischen Rohstoffe durch andere unproblematischere ersetzen. Wasserstoff ist ebenfalls stark in Entwicklung, allerdings derzeit noch in Bereichen anderen Maßstabs als z.B. Autos. Das Wasserstoffproblem ist noch ein Problem der Größe und die Batterien eines der Kleinheit. Für PKWs sind beide noch nicht optimal.
Ich bin eher optimistisch, auch wenn es natürlich immer Umwege und Sackgassen gibt.

giru
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Wasser predigen und Wein trinken

das alte Lied. Wie können sich noch viele Politiker-Innen fragen, warum das Vertrauen der Wähler-Innen so gering ist. Zusatzfrage: Welcher Pleambl koordiniert die die Reiserouten und dabei die Nutzung möglichst umweltschonender Verkehrsmittel? Oder zeigt sich bei van der Leyen die schon epigenetisch bedingte Arroganz, die auch den Papa Albrecht prägte (alte Wanderwege vor Mixnitz angesperrt, großes Jagdgebiet erhalten von Meyer Melnhof hoch eingezäunt, miese Bezahlung der Frauen bei Bahlsen in Hannover etc.) - man kommt halt so schlecht aus seiner Überheblichkeitsblase heraus.

hbratschi
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als unser uraltkanzler kurz...

...zu einer wahlkampfveranstaltung geflogen wurde und seinen dienstwagen nachfahren ließ, war die entrüstung nicht so groß. aber beim kurz waren (und sind) seine fanboys ja immer schon sehr nachsichtig...

mschloegl
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Aha

Und dadurch rechtfertigen Sie jetzt den Flug Wien- Bratislava? Kommens wieder runter, es ist eh schon vorbei.

hbratschi
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schlögl...

...keine angst, ich bin unten, aber du kannst anscheinend nicht begreifen, dass wien eigentlich nur ein zwischenstop von mehreren war. aber macht nix, jeder wie er kann...😉

erstdenkendannsprechen
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sie hätte von wien nach bratislava und wieder zurück

mit dem auto fahren können.
aber macht ja nix, jeder wie er kann...

hbratschi
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genau, erstdenkenusw,...

...aber dir scheint es halt nicht in die wiege gelegt zu sein...

unterhundert
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Und dann...Erstdenker...

Der Privatjet steht in Wien, mit seinen hohen Parkgebühren..

susa18
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An Peinlichkeit kaum zu überbieten.

Für junge Menschen ist das unerträglich, ältere sind ja einiges gewohnt.

viatore
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unnötige Reisen

Es ist schon klar, wenn man viele Termine erledigen soll, das schnellste Transportmittel notwendig wird. A B E R. warum so viele Termine in so kurzer Zeit??? Wozu diese Geschwindigkeit??? Ist das notwendig, dass man bei jeder "Hochzeit" dabei sein muss??? Wenn hier nicht bald ein Umdenken kommt ..... , das gilt auch für "Jedermann" !!!!

Lepus52
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Wenn sich Vilimsky aufregt, muss man nachfragen!

Vilimsky ist nur ausgezeichnet beim Champagner- und Austernschlürfen mit LePen, sonst ist er eher wie die Umhüllung des Edelgetränkes. Da Van der Leyen sicher nicht mehr nach Wien zurückgekehrt ist, hätte es nach Vilimsky Sinn gemacht, dass sie mit einem anderen Verkehrsmittel (ich bin sicher, dass ihr persönlich ein Boot mehr Spaß gemacht hätte) nach Pressburg gefahren wäre und das Flugzeug eben ohne sie nach Pressburg geflogen wäre, um sie dann weiter nach Brüssel zu fliegen. Was hätte Vilimsky dann kritisiert? Champagner macht einfach nicht klüger, das ist gewiss!

deCamps
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Viel Lärm und Aufregung um Nichts.

Von der Leyen flog mit dem Privatjet. Zur gleichen Zeit waren sicherlich weltweit zehntausende Passagiere mit Privatjets und Linienflugzeugen auf Kurzstrecken unterwegs.
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Genaugenommen benötigen wir keine technischen oder wie auch immer avisierten und hysterischen Umstellungen, es reicht schlicht und einfach das weltweit der Mensch beginnt umzudenken und damit beginnt unnötige Aufwendungen für seine Lebensweisen abzustellen.
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Allein der unnötige Ressourcen und Produktionsaufwand für die persönliche mehrfach im Jahr ununterbrochenen Wünsche in der Hi-Tech.
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Allein der unnötige Ressourcen und Produktionsaufwand für die persönlichen mehrfach ununterbrochenen Wünsche bei der Fortbewegung bzw. beim Reisen. .
Allein der Ressourcen und Produktionsaufwand für die staatlichen und institutionellen mehrfach stattfindenden Reisen ins Weltall (u.a. Raumstationen).
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Allein der unnötige Ressourcenaufwand und Produktionsaufwand für die Menschen für die weltweit erforderlichen Energieaufwendungen. (An der kostenlosen und durch Millionen von Jahren verwertbaren "direkten" Sonnenenergie interessiert sich kein Mensch)
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Der Mensch versucht sich bei Lösungen immer an den unglaublichsten und unmöglichsten Lösungen. Anstatt eigentlich den einfacheren Weg zu wählen.
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Ich bin der Ansicht. Wenn schon, denn schon. Eine generelle großflächige elektronische Kommunikationsmöglichkeit weltweit bis ins kleinst Kuhdorf würde weltweit mehrheitlich Einsparungen beim CO2, bei der Energie usw.

 
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