Eine Umfrage in Wien, durchgeführt von der Matzka Markt und Meinungsforschung im Auftrag der Regional TV Austria GmbH, wirft ein interessantes Licht auf das Corona-Management in der Bundeshauptstadt: 1.014 Wienerinnen und Wiener wurden befragt, mit einem bemerkenswerten Ergebnis:

  • Fast jeder zweite Wiener findet, die Corona-Maßnahmen im Osten Österreichs sind noch immer zu wenig streng.
  • Die Botschaft des Wiener Bürgermeisters Michael Ludwig (SPÖ) ist angekommen: Knapp drei Viertel der Wienerinnen und Wiener befürworten Ludwigs Rat, Sozialkontakte einzuschränken.
  • 57 Prozent der Befragten fänden Eintrittstests im Handel im Zuge einer Lockerung als nicht zielführend, aber:
  • 6 von 10 Wienerinnen und Wienern wären bei anhaltend steigenden Corona-Zahlen sogar mit weiteren, strengeren Maßnahmen einverstanden.
  • Die Zufriedenheit der Bevölkerung in Wien resultiert aus einem in der Großstadt ausgezeichnet funktionierenden Corona-Management: Jeder kann sich überall rasch und gratis testen lassen, dementsprechend sind auch 8 von 10 Befragten mit den Testmöglichkeiten sehr zufrieden.
CORONA-'OSTGIPFEL': LUDWIG
Michael Ludwig (SPÖ): 67% der Bevölkerung würden ihn direkt zum Bürgermeister wählen
© APA/GEORG HOCHMUTH

In Wien müssen übrigens auch Risikopatienten nicht erst darauf warten, von der Sozialversicherung angeschrieben zu werden. Sie verfügen bereits jetzt über einen fixen Impftermin. Und es sind - im Gegensatz zum Süden des Landes - bereits die unter 80-Jährigen dran - darüber freute sich unter anderem Bundespräsident Alexander Van der Bellen, 77 Jahre alt, der wartete, bis er ganz regulär an die Reihe kam.

Viele Menschen schon geimpft

Und die Durchimpfungsmenge ist höher als im Rest von Österreich. Zwar sind erst 15,1 Prozent der Bevölkerung in Wien erstgeimpft - nur die Steiermark mit 13,3 und Salzburg mit 14,2 Prozent liegen schlechter, doch die Leistung offenbart sich in den absoluten Zahlen: Fast 400.000 Impfdosen wurden laut Impf-Dashboard des Gesundheitsministeriums in Wien bereits verimpft, nur Niederösterreich hat die Nase noch ein wenig vorn. In der Steiermark sind es nur rund 237.000, damit liegt man prozentuell erheblich darunter, in Kärnten rund 140.000 (ca. 17,6 Prozent bereits erstgeimpft). Die Erklärung, die man in Wien dafür hat: Offenbar ist Impfstoff in der Steiermark "gehortet" worden, um sicherzustellen, dass alle auch die Zweitimpfung bekommen. Ein Problem, das man in Wien nicht sieht.

Zustimmung für Ludwig und rot-pink

Der Lohn ist der rot-pinken Stadtregierung jedenfalls gewiss: 67 Prozent der Bevölkerung würden Michael Ludwig bei einer Direktwahl zum Bürgermeister wählen, 7 von 10 Wienerinnen und Wienern sehen in ihm einen "würdigen Nachfolger Michael Häupls". 6 von 10 Wählerinnen und Wählern sind mit der Arbeit der rot-pinken Stadtregierung zufrieden, während das Vertrauen in die Bundesregierung sinkt.