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InterviewPaolo Rumiz: "Ich sehne mich nach der Quarantäne zurück"

Paolo Rumiz hat die Klausur der vergangenen Monate als auf paradoxe Weise befreiend und seine Heimatstadt Triest als Seismografen globaler Erschütterungen erlebt. Hier erzählt der Schriftsteller von seiner Reise zu neuen Kontinenten.

© Stefan Winkler
 

Herr Rumiz, nach zweimonatigem Stillstand erwacht Italien wieder zu Leben. Wie erleben Sie diesen Moment?
PAOLO RUMIZ: Ich hatte gehofft, dass es ein glücklicher Augenblick wäre. Aber das ist es nicht. Ein großer Teil meiner Landsleute hat die Lehre nicht begriffen, die wir aus der Pandemie ziehen sollten. Alle können es nicht erwarten, zu ihrem früheren Leben zurückzukehren. Ich dagegen habe davon geträumt, dass ein anderes Leben beginnt.

Kommentare (6)

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Isidor9
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Privilegiertengeschwätz

Dieses romantisierende Geschwärme von der" Sehnsucht " nach dem Lockdown ist das zynische Geplapper eines priveligierten Schnösel."Ich habe mich Zuhause freier gefühlt " ,meint er. Wahrscheinlich wohnt er in keiner kleinen Wohnung und da gilt das Wort von Marx ,dass das Sein das Bewusstsein bestimmt.In Anbetracht des monströsen ,existenzvernichtenden Schadens so unbekümmert und selbstbezogen daherzureden ist abstossend und eines Literaten unwürdig.

Geerdeter Steirer
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Alles was dieser Mann sagt und äußert hat völlige Richtigkeit,......

jedoch eine nicht unerhebliche Anzahl von Personen negiert sehr vieles was Hr. Rumiz so am Herzen liegt !!
Schön ist es das es Menschen wie Hr. Rumiz gibt welcher mit gesunden Menschenverstand seine Wünsche, Darstellungen und Vorstellungen äußert was trauriger Weise vielen Menschen durch ihr egomanisches und ignorantes Verhalten anscheinend nicht berührt!!

zweigerl
2
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Sie sind allein, Herr Rumiz

Sie sind nicht allein, Herr Rumiz. Zu fordern wäre endlich eine ökologiebewusste Transformation der Gesellschaft mit geänderten Lebensstilen. Die „Friday For Future“-Bewegung, „Greenpeace“, „Global 2000“ u.a.m. verfolgen dieses Ziel und sind dadurch zum Feindbild der Wachstumsökonomie geworden, die, „koste es, was es wolle“, auch Branchen „retten“ möchte, die in diesen Zeiten ihre Sinnhaftigkeit eingebüßt haben. Immer nur mehr und mehr von demselben: Dies wäre der sichere Weg in den nächsten viralen Tsunami und in unabwendbare globalklimatische Verheerungen.

Morioka
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Sie sind nicht Allein, Hr. Rumiz ...

Wenig tröstlich zwar, gab es - und gibt es noch viele Menschen, die es so sehen wie Sie ... Mir ging es genauso, immer dachte ich: Das ist die Chance, jetzt merken die Menschen im Land was es heisst, wenn man Allein und an die eigenen vier Wände gefesselt ist; Wie wenig Wert die Dinge besitzen, von denen man dachte sie seien unverzichtbar. Wie viele Gute Vorsätze wurden gefasst, welche Gedanken sich gemacht, wie es 'Hinterher' besser gehen könnte.

Manche, die realistisch waren, sahen von Beginn an - es würde sich nichts ändern ... Ja, es würde noch schlimmer ...

Auch mich macht es traurig, würde ich mir so sehr Wünschen, dass es doch noch eine Wende gibt ... Doch es ist nicht alles so hoffnungslos, wie es erscheinen mag, eine Wende kann immernoch gelingen. Es ist ja nicht so, dass nicht DOCH positive Dinge geschehen, so die Sache mit dem Auftreten gg. Rassismus; Oder kleinere Initiativen, Start-Ups die es trotz Corona geschafft haben etwas aufzubauen, die vielen kleinen und grossen Aktionen von Menschen gestartet! Die Hoffnung besteht für mich noch, dass auch Andere noch erkennen, dass der Weg in Alte - und noch schlimmere Gewohnheiten und Verhaltensweisen nur in den Abgrund führen kann.

Deshalb, Mut, Hr. Rumiz. Die Kleinen Dinge, die sie - wie andere - wie ich zu schätzen lernten, die positiven Zeichen, sie verschwinden nicht. Wir müssen nur ausharren, und eben wieder danach Suchen, bis die Wende gelingt!

lucie24
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Schön und gut

Natürlich soll die Erde nicht zerstört werden, ebensowenig aber die gesamte Wirtschaft. Solche und viel schlimmere Seuchen hat es immer schon gegeben und nie hat sich dadurch etwas geändert.

Laut dieser Ansicht sind Seuchen eine Strafe Gottes, denn unmittelbar auf die Ausbeutung des Planeten sind sie ja nicht zurückzuführen. Das ist vielleicht der Teil über den man nachdenken könnte.

MoritzderKater
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Persönlich,.....

..... teile ich seine Ansicht absolut. Auch ich hätte mir gewünscht, dass die Menschen nach dieser Krise nachdenklicher werden, dass sie versuchen, diese Pandemie als Fingerzeig zu sehen.
Sie wissen genau, dass die Spirale der Naturzerstörung unentwegt fortschreitet und doch haben sie jetzt nur den unbändigen Willen, genau den Status zu erreichen, den sie vor der Krise hatten - koste es was es wolle.
Schade - eine Gelegenheit versäumt.