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37.000 VorzugsstimmenVerwirrung um Posting: Nimmt Strache das EU-Mandat an?

Der ehemalige FPÖ-Chef erreichte nach derzeitigen Recherchen mehr als 37.000 Stimmen und kann damit ins EU-Parlament einziehen. Neos-Abgeordnete Claudia Gamon forderte ihn zum Verzicht auf. Strache will das Mandat aber annehmen.

Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache © APA/HELMUT FOHRINGER
 

Eigentlich war es nur eine pro forma Kandidatur: Heinz-Christian Strache ließ sich, als er noch FPÖ-Chef war, für die EU-Wahl auf Platz 42 der Wahlliste schreiben. Ein Vorgang, der bei der FPÖ schon unter Parteichef Jörg Haider üblich war.

Doch aus dem Formalakt könnte nun die Chance auf das politische Comeback werden. Denn alleine in Wien erreichte Strache 11.004 Vorzugsstimmen - und das trotz des Ibiza-Skandals. In Salzburg erreichte er 1501 Stimmen. Laut Recherchen der Kleinen Zeitung hat Strache mittlerweile mehr als 37.000 Stimmen erreicht. Damit hat er die notwendige Hürde für einen Einzug ins EU-Parlament überschritten.

Rechtlich ist die Angelegenheit eindeutig: Wenn Strache mehr als fünf Prozent der auf die FPÖ entfallenen Stimmen für sich verbucht, wird er auf der Liste vorgereiht und erhielte einen der drei auf die FPÖ entfallenden Sitze im EU-Parlament. Laut vorläufigem Stand wären dazu rund 33.000 Vorzugsstimmen quer über das Land - bei EU-Wahlen gibt es nur einen Wahlkreis - notwendig. Strache will das Mandat annehmen, trotz der Aufforderung der Neos, das nicht zu tun. Die endgültige Entscheidung der FPÖ steht noch nicht fest.

Strache selbst hatte Verwirrung mit einem Posting auf Facebook gestiftet, in dem er die Mandatsannahme bereits verkündete, das allerdings wenig später wieder verschwunden war.

Foto ©

Der designierte FPÖ-Parteichef Norbert Hofer verwies auf Gespräche mit Strache darüber, ob dieser das Mandat annehmen werde, oder nicht. Strache habe sich aus der Politik zurückgezogen, erinnerte Hofer. Ob er das Mandat annimmt, "muss er aber selbst entscheiden", sagte Hofer dem ORF.

FPÖ-Klubchef Walter Rosenkranz schloss eine Rückkehr Straches als EU-Mandatar nicht komplett aus. Dies sei "seine persönliche Entscheidung", so Rosenkranz im "ZIB2"-Interview, wiewohl er meinte: "Er weiß, was er zu tun hat."

Schließlich wolle Strache die Partei nicht schädigen, argumentierte Rosenkranz. Auf die Frage, ob Strache dann Teil der freiheitlichen Delegation im EU-Parlament sein könnte, antwortete der FPÖ-Klubchef: "Auch dass kann ich ihnen nicht beantworten." Ausschließen wollte es Rosenkranz jedenfalls nicht. Ein Parteiausschluss sei Sache des Parteigerichtes. Zu bedenken sei, dass das Verhalten des ehemaligen Obmanns nicht in der Öffentlichkeit passiert sei, sondern dem eine "kriminelle Aktion" vorangegangen sei.

Reaktion

Die künftige EU-Abgeordnete der NEOS, Claudia Gamon, fordert Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) zum Verzicht seines dank Vorzugsstimmen erkämpften Mandats im Europaparlament auf. "Jemand, der unter Korruptionsverdacht steht, hat in der Politik nichts verloren", sagte Gamon der APA am Montag. Strache habe im Ibiza-Video "unmissverständlich bewiesen, dass er für jedes politisches Amt völlig ungeeignet ist". Er sei bereits von all seinen Funktionen zurückgetreten. "Im Sinne des Anstands muss er auch auf das Mandat im Europäischen Parlament verzichten. Alles andere wäre auch eine Blamage für das Ansehen Österreichs bei unseren europäischen Freundinnen und Freunden".

Überraschung bei der ÖVP

Bei der ÖVP dürfte es ebenfalls einige Umreihungen auf der Liste geben. Angelika Winzig, oberösterreichische Unternehmerin und Nationalratsabgeordnete, hat alleine in Oberösterreich 70.000 Vorzugsstimmen erzielt und liegt damit derzeit vor Karoline Edtstadler und Othmar Karas. Wobei Karas in den bisher vorliegenden Zahlen deutlich hinter Winzig und Edtstadler liegt. Ex-ORF-Star Wolfram Pirchner dürfte ob weiterer Umreihungen kein Mandat erhalten.InlineBild (68da40fb)

Kommentare (93)

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ausTirol
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bitte keine „Opferlamm-Message“

Es wäre wohl für uns Staatsbürger sehr angenehm, würden wir bis zum Herbst und auch danach von „Opferlamm-Message“ verschont bleiben. Ebenso von krampfhaften Ablenkungsversuchen, lärmend die vermeintlichen Bösewichte zu suchen, statt sich mit dem Inhalt auseinander zu setzen. Selbverständlich ehrt es Frau Philippa, daß sie „in guten wie in schlechten Zeiten“ ernst nimmt, und auch, wenn sie sich ernsthaft für ihrem Thema Tierschutz einsetzt.
<>
Aber, ehe wilde Verschwörungstheorien geliked werden, von „b’soffener G’schicht“, über Beeinflussung durch Drogen und Wellen bis hin zu Chemtrails: Das Gespräch ging ja offenbar über Stunden, Strache spricht offenbar in klaren, ganzen Sätzen, lallt also nicht. Selbst, wenn man Überschwang abzieht, bleibt immer noch viel ehrliche Meinung und Ansicht über.
<>
Und damit hat er sich selber gründlich aus dem Rennen als politischer Gestalter heraus genommen und sollte auch keinesfalls – obwohl formal möglich – das EP-Mandat annehmen. Etliche Wähler, die per Briefwahl Strache ihre Vorzugsstimme gaben, konnten wahrscheinlich vom Video nichts wissen, alle anderen aber wollen Politiker wie ihn genau so, wie er sich nun offenbart hat …

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Lodengrün
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Ein Mann

der so konkrete Pläne hat Österreich zu schaden hat in Brüssel nichts verloren. Basta. Und er lehnt die EU ohnehin ab.

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Gerhard818
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Um was geht es

in Oesterreichs Innenpolitik? Dass man als Abgeordneter oder Regierungsmitglied genug Kohle verdient. Also auf nach Brüssel HC! Die Kronenzeitung und unser Wasser konntest Du nicht verkaufen ... dann ab die Post nach Brüssel. Strasser hat es vorgemacht. Vielleicht kannst Du Lobbymillionen für Red Bull verdienen oder Waffen verkaufen. Hauptsache Du bist wieder im Geschäft :-)))

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77ebb8cbcdcaeb9db3ad652831220f4b
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„Glock dementiert“

😄

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77ebb8cbcdcaeb9db3ad652831220f4b
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Gudenus simuliert Pistole

😄

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Eyeofthebeholder
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Da ist der HC jetzt aber

ganz schön angesellnert...

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tannenbaum
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Eigentlich

gehören diese 37000 Stimmen der FPÖ abgezogen! Denn diese Wähler haben ja zweifellos bewiesen, dass sie einfach nicht fähig sind, die politischen Zusammenhänge zu erkennen und einfach nur Schaden an unserem schönen Land anrichten!

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weinsteirer
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die erinnerungen schwinden.....

lies mal zur auffrischung den "fall lucona" und was da unser späterer "bundesheinzi" dem udo so alles ins gästebuch geschrieben hat!

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Windschatten
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Scheinmoral

Lieber Tannenbaum mit Heiligenschein.
Warum sollte Strache das Mandat nicht annehmen.
Du hast keine Ahnung wie täglich und stündlich in Österreich durch die ÖVP und natürlich auch andere Korruption betrieben wird.

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Ichweissetwas
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Es gibt nichts Besseres für Strache,

im EU-Parlament sein, seine Ruhe zu haben und sehr viel Kohle zu verdienen...! Hat ihm also nur Glück gebracht, das Ganze!

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nijinsky
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Strache sollten den Wählerwillen respektieren...

...und das Mandat annehmen. Es gibt keinen höheren Souverän als das Volk. Da er nun trotz allem so viele Vorzugsstimmen bekommen hat, sollte er dem Wunsch seiner Wähler nachkommen. Wozu sonst wählen gehen?

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Eyeofthebeholder
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@nijinsky: Den Wählerwillen?

Von 0,5 % der Wahlberechtigten?

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Gerhard818
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So viele Meinungen

Vorzugsstimmen sind Vorzugsstimmen. Frau und Kind müssen versorgt sein. Was soll die Diskussion. Die 37000 Wähler haben gesprochen .... hahaha. Grasser ist nach 8 oder 10 Jahren nicht verurteilt. Wer sollte HC nach einer bsoffenen Gschicht verurteilen. POLITIK IST NICHT FÜR DAS VOLK SONDERN DER WIRTSCHAFTSZWEIG DER SELBSTVERSORGER.

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Leberknoedel
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Die Frage ist nur

wie lange es die Leber noch macht, wenn er über Monate hinweg besoffen ist.

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homerjsimpson
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Wähler sollten halt auch zuhören können....

....jemand zu wählen, der vorher aus der Politik ausgeschieden ist, ist halt nicht so schlau. Aber Strache soll ruhig ins EU-Parlament, er braucht ja einen Versorgungsposten und der FPÖ ist das Parlament eh egal.

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Mein Graz
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@nijinsky

Unbedingt!
Charakterlosigkeit muss belohnt werden!

Und wenn Strache das Mandat annimmt bestätigt sich sein fehlendes Gewissen und zeigt wieder einmal, wie skrupellos manche am Futtertrog bleiben.

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checker43
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Weil

Strache vor der Wahl erklärt hat, dass er sich aus allen politischen Ämtern zurückzieht.

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Du kannst einer falschen Oligarchin

Staatsaufträge versprechen, dir ein Mediensystem wie bei Orban wünschen, eine Zeitung verschachern, die dir nicht gehört, politische Konkurrenten mit haarsträubenden Gerüchten verleumden - und bekommst mehr als 37.000 Vorzugsstimmen. Was ist los mit euch blauen Wählern? Intelligenz kann man leider nicht kaufen...

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Mein Graz
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@Christian Hubinger

Aber vielleicht Wählerstimmen?

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strohscw
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Nimmt Strache das EU-Mandat an?

Für den ehemaligen Obmann der Partei der Fleißigen und anständigen wäre es nur konsequent, dass er sich einen Versorgungsposten in Brüssel schnappt.
Wovon soll er den sonst leben. Wieder als Zahntechniker?
Können Sie sich vorstellen einen Stiftzahn geschliffen vom HC?
Dann schon lieber eine Lücke!

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cleverstmk
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Neos

Dem Kommentar von den Neos ist nichts hinzuzufügen. Ein Täter, der sich als Opfer darstellt und ohne Reue und/oder Gewissen halt ein fettes Gehalt auch von der EU nimmt, die er ja eigentlich abschaffen will.
Wie ticken eigentlich die Bierzeltgröler die dem Ha Tsche eine Stimme gegeben haben - einfach schauderlich!!!

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bietnix
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Wieso fügst du

dann was hinzu, wenn nichts hinzuzufügen ist? 😀

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klickme
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SO sind wir doch auch

Dieses Resultat widerspiegelt auch unser Schulsystem, das zuviele unwissende, buchstäblich zwei-und-zwei-nicht- zusammenzählende Menschen ausspeit. Das ist gelebte Politik, ein Trauerspiel. Wir sind doch SO auch, mit Sicherheit.

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calcit
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Sie auch?

Ich und viele andere sicher nicht. Wir gehören nämlich nicht zu den 40.000 Vorzugsstimmen. Verallgemeinerungen helfen nämlich auch nicht.

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Civium
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Herr Strache ganz Europa lacht über uns und sie sollten

das nicht auch noch anfeuern! DANKE!!
Sie sind der Grund dass wir das ertragen!!!

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Platon
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Das war von Herrn Strache ein Testballon!

Wenn die Proteste nicht allzu heftig ausfallen könnte er weiterhin wie eine Made im Speck auf Kosten der Steuerzahler schmarotzen.

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