Nach heftigen Auseinandersetzungen mit palästinensischen Extremisten an der Grenze zum Gaza-Streifen haben sich die ägyptischen Sicherheitskräfte am Samstag zurückgezogen. Erneut strömten Tausende Palästinenser ungehindert von dem Küstengebiet nach Ägypten. Die Regierung in Kairo forderte die Einsatzkräfte zum Rückzug auf und ordnete an, weitere Konfrontationen zu vermeiden.

36 Schwerverletzte. Die staatliche Nachrichtenagentur MENA verkündete am Samstag, Ägypten werde die Palästinenser aus dem Gaza-Streifen weiter ohne Hindernisse ins Land lassen. 36 Mitglieder der ägyptischen Sicherheitskräfte wurden bei einem Einsatz an der Grenze zum Teil schwer verletzt.

Solidaritätskundgebung. Rund eintausend Menschen beteiligten sich indes an einer von linken israelischen Gruppen organisierten Solidaritätskundgebung für die Bewohner des Gaza-Streifens am Grenzübergang Erez. Die Demonstranten forderten ein Ende der "Belagerung von Gaza" und zeigten sich gleichzeitig mit Bewohnern der Stadt Sderot solidarisch, die Ziel palästinensischer Raketenangriffe sind, berichtete die "Jerusalem Post" in ihrer Internetausgabe.

Prekäre Lage. Die Versorgungslage im von der radikal-islamischen Hamas kontrollierten Gaza-Streifen ist prekär, weil Israel das Autonomiegebiet völlig abgeriegelt hat. Damit reagierte die Regierung auf den anhaltenden Beschuss mit Kassam-Raketen.

Gespräche. Am Sonntag wollen Palästinenserpräsident Abbas und Israels Premier Olmert über künftige Friedensbemühungen sprechen. Nach Angaben von Palästinenservertretern will Abbas Olmert zu einem Ende der Blockade des Gaza-Streifens bewegen. Zudem werde Abbas darauf drängen, dass seine Sicherheitskräfte künftig die Grenzübergänge kontrollieren dürfen, hieß es. Abbas will trotz des Vermittlungsangebots seines ägyptischen Kollegen Mubarak am harten Kurs gegenüber der rivalisierenden Hamas festhalten.