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Politiker beim Bundesheer

Untauglich, unwillig, unabkömmlich

Von sieben Kanzlern war nur Vranitzky beim Heer. Schüssel war unabkömmlich, Klima und Gusenbauer untauglich, Faymann Zivildiener. Nur einer schaffte es sogar bis zum Zugführer: Heinz Fischer, aktueller Oberbefehlshaber.

© kk
 

Die Wehrpflicht gilt als integraler Bestandteil der Zweiten Republik. Von den letzten sieben Bundeskanzlern hat aber nur Franz Vranitzky beim Bundesheer gedient. Werner Faymann war Zivildiener, Alfred Gusenbauer (Sehschwäche) und Viktor Klima waren untauglich. Wolfgang Schüssel war als Referent für den ÖVP-Parlamentsklub unabkömmlich, Fred Sinowatz war hingegen ein weißer Jahrgang. Weiße Jahrgänge waren übrigens auch Neo-Politiker Frank Stronach und der frühere ÖVP-Verteidigungsminister Robert Lichal.

Wer die Musterung als Untauglicher verlassen hat, ist nicht automatisch ein Drückeberger. Auffällig ist dennoch, dass unter den Prominenten der Anteil der Untauglichen besonders hoch ist. Von den Spitzensportlern waren die beiden Formel-1-Stars Niki Lauda und Gerhard Berger, Schwimmweltmeister Markus Rogan (Tumor hinter dem Ohr), Überflieger Gregor Schlierenzauer (taub auf einem Ohr) und Fußballprofi Frenk Schinkels untauglich. Auch in ÖVP-Kreisen trifft man auffällig viele an: die beiden früheren Parteichefs Erhard Busek und Wilhelm Molterer, der langjährige Verteidigungsminister Werner Fasslabend, Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, Seniorenchef Andreas Khol, Ex-Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, der amtierende EU-Kommissar Johannes Hahn, aber auch die Landesparteichefs Josef Pühringer und Manfred Juraczka.

Zwei Trends

Ein gemischtes Bild geben die bisherigen, noch lebenden Verteidigungsminister ab. Von drei ÖVP-Ministern diente nur Günther Platter beim Bundesheer, Lichal war ein weißer Jahrgang, Fasslabend untauglich. Die freiheitlichen Minister Herbert Scheibner (schaffte es zum Unteroffizier), Friedhelm Frischenschlager und Helmut Krünes leisteten vorbildhaft ihren Präsenzdienst ab. Dass Norbert Darabos den Zivildienst dem Grundwehrdienst vorzog, ist bekannt.

Bei den aktuellen Politikern zeichnen sich zwei Trends ab. Von den Landeshauptleuten haben - mit Ausnahme von Pühringer (chronische Nierensteine) - alle den Grundwehrdienst absolviert, also auch Michael Häupl (Panzergrenadiere) Erwin Pröll, der Kärntner Gerhard Dörfler, der Steirer Franz Voves oder der Burgenländer Hans Niessl.

Die aktuelle Koalitionsregierung ist zwei Lager geteilt. Mit Ausnahme von Rudolf Hundstorfer, der beim Heer war, und Gesundheitsminister Alois Stöger (untauglich wegen Stoffwechselstörung), waren alle SPÖ-Regierungsmitglieder Zivildiener, also Faymann, Darabos sowie die Staatssekretäre Josef Ostermayer und Andreas Schieder. Die ÖVP war hingegen geschlossen beim Heer. Parteichef Michael Spindelegger rüstete sogar als Reserveoffizier ab, Reinhold Mitterlehner war bei den Pionieren, Nikolaus Berlakovich bei der ABC-Truppe. Karlheinz Töchterle verlegte Telefonkabel im Hochgebirge, Reinhold Lopatka war Sanitäter.

Sanitäter war übrigens auch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, während BZÖ-Chef Josef Bucher in der Unteroffiziersmesse in Klagenfurt aufkochte. Bis zum Zugsführer schaffte es immerhin Heinz Fischer, der Oberbefehlshaber des Bundesheeres.

MICHAEL JUNGWIRTH

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