Ein 53-jähriger Bulgare und ein 47-jähriger Bosnier sind am Dienstag verhaftet worden, weil sie gefälschte Diplomatenpässe und Kennzeichen an zumindest elf Österreicher und Deutsche verkauft haben sollen. Der Schaden betrage über 300.000 Euro. Für den mit europäischem Haftbefehl gesuchten Bulgaren klickten die Handschellen am Schwarzen Meer in seinem Heimatland, der Bosnier wurde in Österreich festgenommen, erfuhr die APA von einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wels.

Unklar, ob die Pässe selbst gefälscht wurden

Für den 47-Jährigen wurde ein U-Haft-Antrag gestellt, in Bulgarien würden die Behörden noch entscheiden, ob der 53-Jährige ausgeliefert wird. Beiden droht eine Anklage wegen gewerbsmäßigen schweren Betrugs und der Weitergabe falscher, besonders geschützter Urkunden. Ob die Männer die Diplomatenpässe des karibischen Inselstaats St. Kitts und Nevis selbst gefälscht haben, sei noch Gegenstand von Ermittlungen, hieß es aus der Welser Behörde. Auch, ob die Abnehmer der gefälschten Urkunden belangt werden, stehe noch nicht fest. Sie hätten immense Geldbeträge bezahlt und bisher angegeben, nicht gewusst zu haben, dass es sich um Fälschungen handle.

Der 53-Jährige dürfte jedenfalls in Pomorie am Schwarzen Meer in Luxus gelebt haben. Bei der Durchsuchung zweier Wohnungen, einer Yacht und zweier Autos mit falschen Diplomatenkennzeichen seien etliche gefälschte Dokumente gefunden worden, so die bulgarische Nachrichtenagentur.