Bis zu 750 EuroFirmen zahlen Impfprämien an ihre Mitarbeiter aus

Mehrere Unternehmen nehmen das Heft namens Impfpämie in die Hand und zahlen eine solche an ihre Mitarbeiter aus. Unterdessen ändern nun auch österreichische Firmen ihre Werbeslogans in Bezug auf die Impfung.

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Geldscheine
Geldscheine © APA/zb/Monika Skolimowska (Monika Skolimowska)
 

Während die Bundesregierung die Vorschläge für eine Impfprämie weiter ablehnt, haben Unternehmen in Österreich selber die Initiative ergriffen und bieten ihren Beschäftigten für die Impfung Geldprämien an. Damit sind sie auf einer Linie mit den Sozialpartnern ÖGB und Wirtschaftskammer, die heute finanzielle Anreize für eine Impfung forderten. Auch die Umgestaltung von Werbeslogans zu Impfaufrufen - nach deutschem Vorbild - soll die Bereitschaft zu Corona-Impfungen steigern.

Bei KTM in Mattighofen werden Mitarbeiter für die Covid-Impfung mit einer Geldprämie in Form einer Gewinnbeteiligung belohnt, berichteten die "Salzburger Nachrichten": 750 Euro zusätzlich bekommen alle Beschäftigten, die bereits geimpft sind oder sich bis 15. Jänner impfen lassen. Rund 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es, die Impfquote liege bei KTM-Angestellten zwischen 80 und 90 Prozent, in der Produktion aber nur bei 55 bis 60 Prozent.

Bei Sony DADC in Thalgau (Salzburg) gibt es ebenfalls einen Bonus: Eine Impfprämie in Höhe von 250 Euro wird Ende Jänner an alle Mitarbeiter ausbezahlt, die bis dahin doppelt geimpft sind. Mit 100 Euro netto zusätzlich bietet auch die Eugendorfer Kuhn-Gruppe ihrer Belegschaft eine Impfprämie: Wer geimpft ist oder sich bis Jahresende impfen lässt, bekommt das Geld. Einen Impfbonus von 300 Euro gibt es für jeden geimpften Mitarbeiter des Kärntner Hotels Hochschober, so die "SN".

Mit einer eigenen firmeninternen Impfstraße hat der oberösterreichische Luftfahrt-Zulieferer FACC die Impfquote unter den mehr als 2.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern per Ende November auf über 80 Prozent gesteigert.

Impfslogans auch in Österreich

Auch österreichische Unternehmen passen ihre Werbeslogans nun an die Impfaufrufe an, berichtet das Branchenmagazin "Horizont". Vorbild ist eine Kampagne von 150 Unternehmen in Deutschland unter dem Hashtag #ZusammenGegenCorona. So wurde etwa aus BMWs Slogan "Freude am Fahren" die "Freude am Impfen". Der Drogeriekonzern Müller veränderte seinen Werbespruch in "Alle impfen, oder was!" und Nespresso befindet nun "Impfen. What else?"

In Österreich finden sich die kreativen Anpassungen vorwiegend in den sozialen Medien. Das Jobportal karriere.at etwa änderte seinen Claim "Willst du. Kannst du." auf "Impfst du. Kannst du." Die Wiener Linien twitterten "Die Impfung gehört dir", in Abwandlung des Slogans "Die Stadt gehört dir". Die Gewista habe Plakatflächen zugesagt, und die Wiener Wirtschaftskammer, Fachgruppe Werbung, werde einen Preis für den originellsten Impf-Spruch vergeben.

Kommentare (9)
MuskeTiere4
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Die Impfprämie mag sich für (große) Firmen rechnen

hat aber mE keinen übergeordneten Platz auf staatlicher Seite. So wie es die derzeit mehr im Vorwahlkampf-Modus befindliche P. Rendi-Wagner verlangt, wo doch grade die (neu-alte) Regierungsmannschaft samt LHen die Wichtigkeit des Schulterschlusses in der Viruspandemie-Bekämpfung wiederentdeckt hat!
Wichtiger finde ich zu allererst die Informationsverbreitung von medizinischen Erkenntnissen, die sich derzeit mindestens wöchentlich um neue Erfahrungswerte, Studienerkenntnisse zur Krankheit, den Impfstoffen, Wirkung und Verträglichkeit erweitern. Insofern waren die beiden „Stöckl live“-Sendungen eine längst überfällige Bereitstellung des bisherigen Wissens in möglichst verständlicher, angstnehmender Form. Sowas müsste zur Omikron-Variante zum Beispiel im Jänner 2022 wieder erfolgen. In welchem öffentlichen Format auch immer! Den fragilen Zusammenhalt tatkräftig zu unterstützen, ist derzeit das Gebot der Stunde. Die Spitäler weiter entlasten, auch noch nach den familiären Weihnachtsfeiern!

zweigerl
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Suspekt

Diese Prämienzahlerei ist zutiefst suspekt. Sie konterkariert die vernünftige Selbsteinsicht, belohnt unsolidarisches Verhalten (der freiwillig Sichimpfenlassende bekommt nichts) und belastet die Geschäftsbilanzen bzw. den Staatssäckel, falls der irrsinnige Vorschlag der sonst impotenten SPÖ, 1 Million Verweigerern je 500,- € zu zahlen, exekutiert würde.

Bobby_01
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Das wäre

auch was für die KAGES.

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Gute Aktion der Firmen

Das Geld ist gut angelegt um das Wertvollste und das sind die Mitarbeiter zu schützen.

sebsi55
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Alles recht und nett,

aber den BMW-Slogan ‚Freude am Impfen‘ kann man sich auch sparen…

ctri
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Kontaktperson

Da wir im Unternehmen eher Probleme mit der Anzahl an Kontaktpersonen haben (einzelne Kollegen waren schon mehrfach Kontaktperson), wundert es mich nicht, da ja eine geimpfte Kontaktperson weiter arbeiten gehen muss/sollte, während eine ungeimpfte Person 10 Tage in Quarantäne gehen muss. Somit sind 100, 200 oder auch 750 Euro eine günstige Alternative fürs Unternehmen, dass die Mitarbeiter weiter zur Arbeit kommen. Man muss sich aber auch an den Kopf greifen, da der Staat noch immer eine Ersatzleistung für ungeimpfte Kontaktpersonen in Quarantäne übernimmt bzw. dem Unternehmen auszahlt.

mtttt
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Ooh, da riskiert KTM

viel, die Kohle des Mateschitz. Sponsoring für eine Firma die das Impfen offensiv gutheisst ? KTM muss sein Geld härter verdienen, Red Bull ist durch Marktdominanz viel besser dran. Mateschitz kann sich Unsinn leisten, KTM nicht.

EvilC
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Wenn man gemein wäre könnte man meinen

in der Produktion ist auch das Bildungsniveau niedriger…
Auch wenn ihr mich mit roten Daumen nach unten bombardiert, es gibt eine Korrelation zwischen niedrigem Bildungsniveau und Wissenschaftsfeindlichkeit.

Natur56
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Zweifel

Wenn man jetzt bösartig wäre könnte man sagen die Impfgegener habens darauf angelegt.