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Nadelöhr KarawankentunnelDie erste richtige Reisewelle rollt Richtung Süden

Mit den Sommerferien in ganz Österreich beginnt auch die Hauptreisezeit. Verkehrsmittel Nummer 1 ist und bleibt bei Urlaubern das Auto. Auf dem Weg ans Meer ist aber mit einiger Stehzeit zu rechnen.

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KAeRNTEN: FUeNF KILOMETER STAU VOR DEM KARAWANKENTUNNEL
© APA/DANIEL RAUNIG
 

Am Freitag begannen Wien, Niederösterreich und das Burgenland mit den Sommerferien, nächste Woche folgen die übrigen Bundesländer. Spätestens dann beginnt wieder das altbekannte Spiel. In die Klassen und Schulhöfe zieht gähnende Leere ein, die Straßen aber füllen sich. Das Auto ist und bleibt hierzulande das Verkehrsmittel der Wahl für die Urlaubsfahrt. Einer Umfrage von "Tolltickets" aus dem Juni zufolge planen mehr als drei Viertel der österreichischen Urlauber, mit dem Auto zu verreisen. Viele davon in den Süden, traditionell reisen Österreicher am liebsten nach Kroatien und Italien.

Lange Wartezeiten am Samstag

Diesen Samstag rollt nach Angaben des ÖAMTC die erste Reisewelle dieses Sommers vom Norden kommend Richtung Adria. Am Vormittag kam es an einigen Grenzübergängen zu langen Wartezeiten. Ferienbeginn ist ja unter anderem in Ostösterreich und dem deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Bei der Einreise nach Österreich mussten sich Autofahrer Samstagvormittag laut ÖAMTC von Deutschland kommend am Autobahngrenzübergang Suben (A8) bis zu zwei Stunden lang gedulden. Bei der Ausreise Richtung Slowenien betrug die Wartezeit vor dem Karawankentunnel (A11) etwa eine Stunde.

Zwei Stunden Wartezeit wurden dem ÖAMTC auf der Fahrt nach Kroatien auf der Verbindung Marburg - Zagreb vor dem slowenisch/kroatischen Grenzübergang Gruskovje/Macelj gemeldet. Im oberitalienischen Kanaltal führt eine Baustelle auf der A23 bei Carnia zu längeren Verzögerungen auf der Fahrt Richtung Udine. Innerhalb Österreichs lief der Verkehr in den Vormittagsstunden laut ÖAMTC meist recht flüssig. Zähen Ablauf und Verzögerungen gab es allerdings schon in Tirol abschnittsweise auf der Fernpass-Strecke (B179) und in Salzburg auf der Tauern-Autobahn (A10) zwischen Zederhaus und St. Michael.

Foto © APA/DANIEL RAUNIG

Grenzstau statt Baustellensommer

Auf dem Weg ans Meer liegen etliche Steine, die Zeit und Nerven kosten können, aber schwer vorherzusagen sind. Anders als in vielen Jahren davor werden jedoch Baustellen wahrscheinlich kaum für Staus sorgen, weder im Inland noch im Ausland: "Natürlich gibt es immer Baustellen, aber derzeit ist uns keine bekannt, wo wir schon im Vorhinein wissen, dass man mit stundenlangen Verzögerungen rechnen muss", sagt Harald Lasser vom ÖAMTC. Manche Baustellen werden auch über den Sommer so rückgebaut, dass die Straßen wieder zweispurig befahrbar sind, etwa auf der Packautobahn.

Dafür erlebt bekanntlich seit vergangenem Sommer ein beinahe vergessen geglaubtes Phänomen seine Wiedergeburt: der Grenzstau. Verschiedene Einreiseregeln und Coronakontrollen bringen Wartezeiten von zwei Stunden und mehr. Schon in den vergangenen Wochen haben viele Autofahrer dem ÖAMTC gemeldet, dass vor allem die Grenze zwischen Slowenien und Kroatien ein Zeitfresser ist, scheinbar großteils wegen langsamer Abfertigung, erklärt Lasser.

Schon am Donnerstag meldete der Grenzübergang Gorican zwischen Ungarn und Kroatien zwei- bis dreistündige Verzögerungen durch Grenzkontrollen. Kroatische Beamte verlangten das EU-weit gültige Corona-Zertifikat ("Grüner Pass"), womit viele Urlauber aus Tschechien, der Slowakei und Ungarn nicht rechneten. Der ÖAMTC empfiehlt daher, den grünen Pass auszudrucken und bei der Kontrolle gleich mit dem Reisepass zu übergeben.

Checkliste für lange Autofahrten

Der ARBÖ hat zum Sommerbeginn eine Checkliste zusammengestellt, was vor und während der Fahrt in den Urlaub zu beachten ist:

  • Vor der Fahrt ordentlich ausschlafen
  • Die Route im Vorhinein planen
  • Sich über lokale (Verkehrs-) Regeln und Einreisebestimmungen informieren
  • Nötige Dokumente (Reisepass, Test- oder Impfzertifikat) für alle Insaßen nicht vergessen
  • Auto richtig beladen (Schweres nach unten, Koffer gegebenenfalls festzurren)
  • Genügend Wasser und Lebensmittel mitnehmen, das auch für einen Stau ausreicht
  • Unterhaltung für Kinder vorbereiten
  • Während der Fahrt mehrere kurze Pausen einlegen und sich die Füße vertreten

Die Grenzkontrollen sind auch ein gewisser Unsicherheitsfaktor für die Prognose des Sommerverkehrs, sagt Lesser: "Natürlich ist völlig offen, wie es mit Corona weitergeht. Es kann jederzeit passieren, dass Maßnahmen wieder verschärft werden und Einreisekontrollen dementsprechend länger dauern." In Österreich sind zumindest in Sachen Hotspots wohl keine Überraschungen zu erwarten: "Die Geografie und die Straßen haben sich nicht geändert, es wird also die gleichen Stellen treffen wie vor Corona", sagt Lasser und meint etwa den Karawankentunnel oder die Pyhrnautobahn. Der größte Staupunkt im Land führt aber mit dem Grenzübergang in Nickelsdorf in den Osten. Dort mussten Autofahrer schon im Frühsommer bis zu zwei Stunden warten.

Keine Überraschungen erwartet der ÖAMTC auch, was die intensivsten Wochenenden betrifft. Am 29. und am 30. Juli leeren sich die Schulklassen in Baden-Württemberg und Bayern. An den beiden darauffolgenden Wochenenden werden die Straßen in den Süden wohl mit Durchreisenden besonders voll sein.

Kommentare (13)
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Autschal
2
12
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Und täglich grüsst das Murmeltier!

Jedes Jahr die gleichen Meldungen: Erstens Schneechaos auf den Strassen im Winter, weil es plötzlich schneit und die wenigsten Autofahrer darauf eingestellt sind und zweitens die Urlaubsreisetermine im Sommer, weil alle gleich am ersten Tag fahren. Ich fahre am Dienstags oder Mittwochs wenn möglich in der Nacht und habe zu 90% freie Strecken und Grenzübergänge. Vorrausschauend den Urlaub planen bringt im Endeffekt mehr Urlaubsstunden am Urlaubsort. Und bei gezielten Buchungen stimmen sogar die Hotels einer Unterwochanreise zu. Mir tun immer nur die Kinder und Tiere leid, die ebenfalls im Auto sitzen.

KlagenfurterRebe
21
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Den slowenischen Grenzern...

mitsamt der dazugehörigen unfähigen Führung dahinter, gehören EU-seitig die Wadl'n vorg'richtet. Aber anständig. Die Kroaten können gar nichts machen. Reine Provokation was die Slowenen hier schon wieder aufführen. Beispiel Grenzübergang Rupa: Mit Genuss fertigen sie ganz langsam und auf max. 1 - 2 Spuren ab. Mit 10 - 15 minütigen Pausen dazwischen. Da bewegt sich dann nichts. 2,5 Stunden für 1000 Meter. Widerlich und menschenverachtend! Ob Ein- oder Ausreise, ganz gleich. Und das Beste ist, es wird nix kontrolliert. Eventuell ein kurzer Blick in den Pass.... Freilich, es handelt sich ja nur um Touristen für Kroatien, weil in Slowenien bleibt eh keiner freiwillig. So schlimm war es ja vor dem EU Beitritt Kroatiens nicht. Hier sind auch schleunigst konsequente Maßnahmen erforderlich. Damit dürfen diese boshaften slowenischen Befehlsempfänger nicht ungestraft durchkommen.

Herbstaster
9
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Wartezeiten bei der Ausreise aus Slowenien

diese Beschimpfungen klingen irgendwie nach Kärntner Nazi.

Ich habe nie erlebt, dass die Slowenen extra langsam abfertigen. Slowenien ist für mich eines der liebenswertesten Länder und ich fahre sehr gerne dorthin.
Rupa: Eher glaube ich, dass die Slowenen sich der zeitraubenden Abfertigung bei der Einreise nach Kroatien anpassen. Sonst wäre der Stauraum im Niemandsland wohl bei weitem nicht ausreichend.

shaba88
7
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Kommentar

Ich finde es schrecklich, aber leider muss ich das bestätigen.

ialiofen
5
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Ich frage mich ob

Ihre Betrachtungsweise objektiv ist. Ich fahre selbst gern nach Kroatien, und hasse diesen Grenzstau auch. Aber ob ihn wirklich die Slowenen mit Absicht provozieren????

Ich traue mir bei meine 3 bis 4 Fahrten in der Sommersaison diesen Rückschluss nicht zu unterschreiben. Bei der Heimreise letzten Freitag haben die Slowenen schneller abgefertigt als die Kroaten.

Ich tue mir den Grenzstau aber auch nicht mehr an. Ich -als Steirer - fahre nach Maribor bis Slovenica Bistrica weiter, und suche mir dann am Weg nach Kroatien eine kleine Grenze, und komme bei Zabok wieder auf die kroatische Autobahn. Etwas mehr Handarbeit beim Fahren, Zeitverlust ja, aber besser als x stunden in Macelj zu stehen...

lombok
6
1
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@ialiofen

Naja, es wurde ja eh gesagt: 1-2 Spuren offen, 15minütige Pausen mit Totalsperren, langsames Arbeiten ... So geht es halt einfach nicht! Und denkt man dann an Provokation (bzw Futterneid, weil jeder in Slowenien nur durchfährt und nicht bleibt), wird man von unterbelichteten Forenmitgliedern als Kärntner Nazi beschimpft. Mehr braucht man nimmer ...

Stemocell
12
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Grenzstaus sollten eigentlich seit

über 30 Jahren der Vergangenheit angehören.
Aufgrund einer inkompetenten Europapolitik haben wir es in nur 1,5 Jahren geschafft, sämtlichen Fortschritt der vergangenen Jahrzehnte zunichte zu machen. An den Grenzen stehen wieder Bewaffnete, jedes Land macht, was es will und statt gar keinen Dokumenten muss man jetzt 3-4 herzeigen. Bravo!
Dabei könnte es so einfach sein: Ist die Lage aufgrund der Pandemie zu gefährlich? Passt, keine Ein -oder Ausreisen aus touristischen Gründen erlaubt, Punkt.
Ist die Lage nicht zu gefährlich? Super, Grenzen uneingeschränkt öffnen und den undurchsichtigen Fleckerlteppich aus QR-Codes, Pässen in den unterschiedlichsten Farbschattierungen, Einreiseformularen, PC-irgendwas Tests usw. sofort beenden.

Kaine
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wunderbar

schön, dass die welt nur schwarz und weiß ist. und alles immer ganz simpel und einfach ist. :)

ingvier1977
22
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Ja ja

Dann bleib eben in Österreich und nicht das Geld ins Ausland tragen

samro
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ganz meine meinung

ingvier977!
und wenns nur das geld waere das dort bleibt und nicht die netten coronaimporte wie eben voriges jahr.

aber die umfragen zeigen wenigstens dass dieses jahr weniger ins ausland fahren als im vorjahr.
hoffen wir das stimmt und sie unterstuetzen unseren tourismus.

rouge
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Brav aufgepasst, @samro

Hat doch schon der Jungkanzler festgestellt: Das Virus kommt mit dem Auto.

samro
3
9
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nein von den

lustigen staaten die wenig testen und froehliche zahlen praesentieren damit der tourismus dann dort brav brummt.
und dem verhalten der urlauber die auch brav dazu beitragen dass es so richtig ab geht wie voriges jahr.

tut mir leid aber ich unterstuetze zur zeit lieber unsere gastro und tourismusbetriebe als die auslaendischen. das ist meine sichtweise.
und das tun auch sonst einige. sommer, was vom wirt geholt und ab inden garten und geniessen.
urlaub kann auch hier schoen sein, sehr sogar.

ronin1234
2
15
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Reaktion

Ja 3,5 Stunden im Moment in Krapina da viele von den überraschenden neuen Einreisebestimmungen nichts gewußt haben.