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Uni SalzburgUmfrage unter Volksschülern: "Ich möchte wieder mein altes Leben zurück"

Die Coronakrise ist für viele Kinder belastend. Das zeigt einmal mehr eine aktuelle Studie der Uni Salzburg. 531 Volksschüler wurden befragt, acht von zehn Kindern geben an, dass es ihnen schlechter geht als vorher.

Volksschulkinder leiden unter Corona © Markus Traussnig
 

"Ich möchte bitte wieder mein altes Leben zurück. Ich möchte die Tests in der Schule nicht mehr haben. Mir macht das alles Angst. Das hat jetzt meine Oma für mich geschrieben, da ich noch nicht alle Buchstaben schreiben kann." Es sind Sätze von Volksschülern wie diese, die als Rückmeldung auf eine Kinder-Befragung der Universität Salzburg gekommen sind.

Im Zuge der Studie "Jetzt sprichst du" von Manuel Schabus und Esther-Sevil Eigl vom Zentrum für Kognitive Neurowissenschaften der Uni Salzburg wurden 3800 Kinder und Jugendliche befragt. Eine erste Auswertung zeigt die Ergebnisse der Befragung von 531 Volksschülern. "Auf sie wurde neben den Jugendlichen bisher wenig Augenmerk gelegt. Es ist schwieriger die Jungen zu erreichen", so der Studienleiter und Psychologe Manuel Schabus.

Wunsch nach Freunden und Sport groß

Am meisten vermissen die Befragten Normalität. Jeweils rund ein Drittel wünscht sich laut Umfrage, die Maske nicht mehr tragen zu müssen, Sport machen und Freunde ohne Einschränkungen treffen zu können. Ebenfalls ein Drittel hat seit Ausbruch der Pandemie Verwandte und Freunde (fast) gar nicht mehr gesehen. "Mich nervt alles an Corona, es gibt kein anderes Thema mehr und meine Eltern haben nur wegen Corona viel mehr Arbeit und viel weniger Zeit für mich", schreibt ein Kind in seinen Fragebogen.

Knapp über die Hälfte der Kinder macht die aktuelle Situation Angst. Acht von zehn Kindern geht es schlechter als vor der Pandemie. Sie geben an, dass sie öfter genervt, traurig und einsam sind. Auch leidet jeder Dritte unter Schlafstörungen. "Das hat uns sehr überrascht. Normalerweise ist das in dem Alter kein Thema" zeigt sich Schabus besorgt.

Am meisten Angst haben die Befragten davor, dass es noch lange dauern wird, bis das Leben so wie vorher wird, dass das Leben gar nicht mehr so wie vorher werden könnte bzw. dass jemand aus der Familie stirbt. Vor dem Coronavirus selbst scheint die Angst geringer zu sein: Nur rund ein Drittel halten das Virus für (sehr) gefährlich, 40 Prozent schätzen es wie die Grippe ein.

Kindern geht die Schule ab

Einem Großteil der Kinder (75 Prozent) geht der normale Schulalltag inklusive Schulkollegen und Sport ab. "Dass ich meine Freunde umarmen kann", antwortet ein Kind auf die Frage, was es denn am meisten vermisse an der Schule. "Dass wir normal singen dürfen und turnen dürfen", lautet eine andere Antwort.

Drei Viertel der Befragten verbringen seit Corona mehr Zeit mit dem Handy, mit Fernsehen, Spielkonsole oder Tablet. Dazu passt, dass hingegen fast neun von zehn Kindern weniger aktiv sind als vorher.

Insgesamt am meisten nervt die Kinder der Studie zufolge das Maskentragen (40 Prozent), dass sie ihre Freunde nicht wie sonst treffen können (20 Prozent) und die Coronatests in der Schule (16 Prozent). Die Nasenbohrertests findet fast jeder zweite Befragte unangenehm, jedem Dritten machen sie sogar Angst.

In nächster Zeit sollen laut Studienleiter Schabus die vollständigen Ergebnisse der 3800 Befragten veröffentlicht und Handlungsempfehlungen für die Politik formuliert werden.

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