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Delikt Folge 5Der Fall Wolfgang Ott: Die Spuren führten in die Obersteiermark

Im Sommer 1995 – vor 25 Jahren – gab es mehrere Entführungen und zwei Morde. Die Spuren führten zu dem Filmproduzenten Wolfgang Ott (38) und in die Obersteiermark.

© Max Behounek
 

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Großeinsatz in Wien: Eine 39-Jährige macht – nackt und gefesselt – durch laute Schreie auf einer Loggia auf sich aufmerksam. Tags davor war sie beim Einparken von einem Mann gewürgt und gefesselt und in eben jenes Haus entführt worden, aus dem sie nun befreit werden konnte. Dabei kam nicht nur ihr Martyrium zutage. In dem Haus fand man auch Spuren einer anderen Frau, die seit einigen Tagen vermisst wurde.

Wolfgang Ott, der Bewohner des Hauses, stand unter dringendem Tatverdacht. Dem hoch verschuldeten 38-jährigen Filmemacher gelang aber die Flucht. Wenig später verschwanden weitere Frauen. Die Spuren führten in die Obersteiermark, zu der Ott – er war begeisterter Paddler – einen besonderen Bezug gehabt hatte. 

Bis Ott gefasst werden konnte, mussten zwei Frauen sterben, zwei weitere wurden entführt und vergewaltigt. Bei den Befragungen und vor Gericht gab er immer nur das zu, was man ihm nachweisen konnte. Mitleid kannte er dabei keines – außer mit sich selbst.

„Er ist wie eine Zeitbombe, die man nie richtig entschärft hat“

Im Herbst 1996 wurde Ott der Mordprozess gemacht. Allerdings nur in einem Fall, für den zweiten fehlten da noch Beweise. 

Viel war schon vor dem Prozess über Ott bekannt geworden, viel war auch dort Thema: Schon mit zehn Jahren sei der Bursche verhaltensauffällig gewesen – mit 16 stand er wegen mehrerer Sexualdelikte vor Gericht. Damals kam er mit einer bedingten Strafe davon, die angeordnete Therapie machte er nie. „Er ist wie eine Zeitbombe, die man nie richtig entschärft hat“, sagte sein erster Verteidiger im Fall Svec über ihn.

Ott fasste Lebenslang aus: Der 39-Jährige wurde einstimmig wegen Mordes, Freiheitsentzugs und Vergewaltigung verurteilt. Wegen seiner Gefährlichkeit wurde er in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Zweieinhalb Jahre später wurde er dann auch des zweiten Mordes schuldig gesprochen, nachdem die sterblichen Überreste des Opfers gefunden wurden. 

Beate Pichler berichtet im Podcast-Gespräch mit David Knes über den Fall, den Prozess und ihre Recherchen in der Obersteiermark.

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