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NamensänderungDie Mittelschule ist jetzt nicht mehr neu

Mit dem Start des Schuljahrs 2020/21 firmieren die Neuen Mittelschulen flächendeckend nur mehr als Mittelschulen. Die Schüler werden je nach Leistungsstand auf zwei Schienen beurteilt.

© APA
 

Die Mittelschule ist namenstechnisch nicht mehr neu: Mit dem Start des Schuljahrs 2020/21 firmieren die Neuen Mittelschulen (NMS; ehemals Hauptschulen) flächendeckend nur mehr als Mittelschulen. Augenfälligste Änderung: Bereits ab der 2. Klasse erhalten sie zwei Leistungsniveaus ("Standard" und "Standard-AHS") mit je fünfteiliger Notenskala.

Die Reform geht auf das sogenannte Pädagogik-Paket 2018 zurück. An einigen Schulen ist sie zumindest teilweise bereits umgesetzt - die einzelnen NMS hatten nämlich die Möglichkeit, bereits im Vorjahr die Änderungen in Kraft zu setzen. Ab heuer sind sie verpflichtend.

Trotz des neuen Namens bleibt das Grundsystem erhalten: Die Schüler werden je nach Leistungsstand auf zwei Schienen beurteilt, von denen ein "Nicht Genügend" in der höheren einem Dreier, Vierer oder Fünfer in der niedrigeren entspricht. Die Umstellung auf die zwei Spuren erfolgt aber nicht erst in der dritten, sondern schon der zweiten Klasse.

Statt der bisherigen Einteilung in die zwei Niveaus "grundlegende Allgemeinbildung" und "vertiefende Allgemeinbildung" ab der dritten Klasse kommt nun eine Teilung in "Standard" (entspricht in etwa der bisherigen grundlegenden Allgemeinbildung) und "Standard AHS" (entspricht der vertiefenden Allgemeinbildung) in Deutsch, Mathe und lebender Fremdsprache bereits ab der zweiten Klasse. An die Stelle einer de facto siebenteiligen Notenskala treten zwei einander überlappende fünfteilige Notenskalen.

Ein Zweier im "Standard" entspricht dabei einem Vierer im "Standard AHS", ein Einser im "Standard" je nach Leistung einem Einser, Zweier oder Dreier im "Standard AHS". Umgekehrt bedeutet ein Fünfer im "Standard AHS" je nach Leistungsstand ein Befriedigend, Genügend oder Nicht Genügend im "Standard". Dementsprechend dürfen Schüler mit Fünfer im "Standard AHS" in die nächsthöhere Schulstufe aufsteigen, müssen dort dann aber in dem Fach gemäß dem Leistungsniveau "Standard" unterrichtet werden.

Gleichzeitig bleiben die bisherigen Differenzierungsmöglichkeiten in der NMS wie Teamteaching erhalten, werden aber durch eine zusätzliche Möglichkeit ergänzt: Schulen können in Deutsch, Mathe und Englisch ab der zweiten Klasse auch dauerhafte Gruppen einrichten. In diesen Gruppen soll dann anhand der beiden Leistungsniveaus unterrichtet werden.

Unterschied zu den Leistungsgruppen im NMS-Vorgänger Hauptschule: Die Schüler können während des Schuljahrs von einer Gruppe bzw. von einem Leistungsniveau in die bzw. das andere wechseln. Voraussetzung ist die Zuteilung durch die Lehrer.

Mit den beiden Standards sind auch unterschiedliche Berechtigungen beim Wechsel an eine höhere Schule verbunden: Nach der Mittelschule kann ohne Aufnahmsprüfung in eine AHS oder BHS gewechselt werden, wenn man die vierte Klasse erfolgreich abschließt sowie in Deutsch, Mathe und Fremdsprache entweder im "Standard AHS" benotet wurde oder im "Standard" mindestens einen Zweier im Zeugnis stehen hat. Ein Wechsel in eine mittlere Schule (z.B. Fachschule, Handelsschule) ist auch dann ohne Aufnahmsprüfung möglich, wenn in Deutsch, Mathe und Fremdsprache im "Standard" nur ein Dreier erreicht wurde.

Kommentare (8)

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beneathome
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Abwertung von Qualifikation

Und in 10 Jahren schließt der 12-jährige Lehrling seine einjährige Lehre der Science of Bakery mit einem Doktortitel ab. Er braucht dann eh nur mehr die Backmaschine einschalten, denn die fertigen Backmischungen kommen eh aus China.

solder
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was die matura heute wert ist

sieht man schon daran, dass an den unis aufnahmeprüfungen stattfinden.
so wie früher ins gym.

egubg
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Schreiben, Lesen, Rechnen

Das wäre schon etwas nach 8 Jahren Schulunterricht, aber wie man aus den Erhebungen bei Lehrbetrieben erkennen kann, ist das bei vielen Schulabgänger nicht vorhanden.
Die neue Wissenschaft der Notengebung, das ist es womit Lehrer und deren Verbildungsbeamte sich beschäftigen? Schule als solche kann warten, das war einmal, heute ist anderes wichtig, nur nicht die auszubildenden Kinder, - irgendwie eine verrückte Gesellschaft, vielleicht hat man als Ziel, mehr Privat und weniger Staat.

Irmiernst
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Nichts...

...als eine neuerliche Namenskosmetik, um den Eltern weiszumachen, dass im "Standard AHS" eh gleich viel gelehrt wird wie im GYM und es eh wurscht ist, ob das Kind jetzt in der MS oder im GYM zur Schule geht.
Es geht um Schulstandorte und den Kampf um jeden Schüler / jede Schülerin

esoterl
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NMS?

Neue Bezeichnungen haben im Schulsystem noch nie zu Verbesserungen von Arbeits- bzw. Lernbedingungen und auch nicht zu besseren Leistungen geführt! Das belegen die unterschiedlichsten Studien!

selbstdenker70
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...

So macht man aus einer Hauptschule eine Mittelschule und die Mittelschule wurde zum Gymnasium. Das einzige Ziel der ganzen Aktion, die negativ behaftete Hauptschule wurde namentlich aufgewertet. Leistungsgruppen gibt es schon ewig, trotzdem hat die Leistungsgruppe in der Realität kein AHS Niveau. Die Kinder werden trotzdem von teilweise reinen Hauptschullehrern unterrichtet die alles 3x durchkauen(müssen) , wohingegen im Gymnasium diverse Professoren es 1x erklären und entweder hat man es begriffen oder man rasselt durch.

Mezgolits
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Die Mittelschule ist jetzt nicht mehr neu

Vielen Dank - ich meine - und besser unterteilt - als in A + B? Erfinder M.

walterkaernten
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36
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schulsystem und kosten

Haben die verantwortlichen KEINE anderen SORGEN als einen namen ????
Wieder ändern auf Aufschriften, Briefpapier etc ??

KOSTEN....… KOSTEN..... KOSTEN... und der dumme steuerzahler zahlt brav für die privilegierten systeme.....