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PlastikgipfelMögliches Pfand auf Plastikflaschen - Details werden ausgearbeitet

Österreich muss bis zum Jahr 2029 eine Plastik-Sammelquote von 90 Prozent erfüllen. Wie das gelingen kann, wird heute bei einem Runden Tisch im Klimaministerium diskutiert.

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Wie kann mehr Plastikmüll gesammelt werden? Zu dieser Fragestellung wird aktuell getagt. © APA/HERBERT PFARRHOFER
 

Bei einem Runden Tisch im Klimaministerium sind am Dienstag Möglichkeiten zur Vermeidung von Plastikmüll diskutiert worden. Als nächsten Schritt werden jetzt "konkrete Details eines möglichen Einwegpfandsystems für Österreich" entwickelt, hieß es in einer Aussendung der Gastgeberin, Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne), am Mittwoch.

Österreich muss bei der Vermeidung von Plastikmüll eine EU-Vorgabe erfüllen. Diese EU-Richtlinie zu Single-Use-Plastic sieht vor, dass Getränkeflaschen aus Kunststoff, von denen in Österreich gegenwärtig 1,6 Milliarden jährlich in Verkehr gesetzt werden, bis zum Jahr 2025 zu zumindest 77 und bis zum Jahr 2029 zu zumindest 90 Prozent getrennt gesammelt und auch recycelt werden müssen. Aktuell beträgt die Sammelquote in Österreich noch 70 Prozent. Ein Pfandsystem würde die Lücke am effizientesten schließen, ergab eine Anfang 2020 publizierte Studie.

Bei dem Runden Tisch erwarteten Gewessler und ÖVP-Staatssekretär Magnus Brunner über 40 Vertreter von NGOs, des Handels, Recyclingfirmen oder Experten für Kreislaufwirtschaft zum Meinungsaustausch. "Für alle Beteiligten am Runden Tisch war es wichtig, rasch Klarheit zu haben. Das ist auch mein Interesse. Wir müssen das Problem des ständig steigenden Plastikmülls in unserer Natur lösen und sicherstellen, dass wir die EU-rechtlich verbindlichen Sammelziele für Kunststoffgetränkeflaschen erreichen", sagte die Umweltministerin.

Neben der Ausarbeitung von Details eines möglichen Einwegpfandsystems soll auch der Stakeholder-Dialog zu Plastik-Verpackungen wieder aufgenommen werden, "um Kreislaufwirtschaft als Ganzes zu betrachten. Schon im Juni wird es dazu weitere Gespräche geben. Wir wollen rasch alle Entscheidungsgrundlagen vorliegen haben", so Gewessler.

Kommentare (9)

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FySy
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Warum überhaupt Kunststoffflaschen

Pfand macht sicher Sinn damit die Menschen die Flaschen nicht achtlos wegwerfen. Aber warum muss jeder Hersteller auch sein Produkt in Kunstoffflaschen abfüllen? Hier könnten auch Hersteller „grüne“ Punkte sammeln. Mineralwasser aus Glasflaschen schmeckt auch besser.

melahide
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Ein Pfand

löst das Problem nicht. Beispiel: Mineralwasser wird in Plastik abgefüllt. Die Plastik-Flaschen werden wieder in Plastik eingepackt, damit man 6er-Trays hat. Wurst und Käse werden in Plastik eingepackt. Joghurt in Plastik. Schokolade in Plastik. Obst in Plastik. Überall Plastik, Plastik, Plastik.

Man kann den Menschen sehr wohl zumuten, dass sie Getränke in Mehrweg-Flaschen kaufen. Oder Obst unverpackt. Oder Joghurt in Mehrwegglas. Das ist nur eine Erziehungssache. Ja ich weiß - der geneigte Österreicher kauft sich gern sein Cola in Plastik und schmeißt dies dann weg. Der ganze scheiß muss halt auch einfacher werden. Glasrückgabe-Automaten sollten Flächendeckend aufgebaut werden, im besten Fall auch schon vor dem Geschäft. Ich kauf mir mein Wasser im Supermarkt, trink es draußen aus. Um die Flasche zurückzugeben müsste ich dann ja wieder rein ... nein. Das müsste schon draußen passieren. Und ich müsste die Pfandflaschen überall zurückgeben können. An Tankstellen, beim Billa, beim Spar, überall wo das Zeug verkauft wird muss auch so ein Automat stehen. Fertig! Es muss für den Konsumenten so einfach wie nur irgendwie möglich gemacht werden! Und dies einheitlich. Nicht, dass ich Spar-Flaschen nur bei Spar zurückgeben kann zur Kundenbindung ...

ichbindermeinung
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EU Einwegplastikverbotsrichtlinie

leider hat die EU Einwegplastikverbotsrichtlinie nur die mengentechn. unbedeutenden Luftballonhalter Wattestäbchen Einwegessgeschirr und Trinkhalme verboten nicht jedoch die wahren Plastikmengenbringer wie alle Flaschen, Kanister, Tuben, Microplastik, Windeln, Käse/Wurst/Süssikeitenverp. Tablettenblisterverpackungen, Blisterverp., Einwegtrinkbecher etc. So kann das natürlich nichts werden mit dem Umweltschutz und der Meerreinhaltung. Und zur Rettung braucht es auch keine EU-Plastiksteuern als neue Eigenmittelfinanzierungsquelle der EU-Verwaltung

hgw22
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Warum muß man so lange nachdenken?

In Deutschland funktioniert das Pfandsystem seit 10 Jahren einwandfrei.

Sabine19666
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Getränkeflaschen sind eine kleine Teilmenge von Plastik

Im Zuge der Pfanddiskussion vermisse ich ein wesentliches Element- was ist mit all den nicht Getränke PET wie Folien wo Kekse warten verspeist zu werden auch aus PET, Oder Plastik- Eierverpackungen, Waschmittelflaschen, die Kunststoffdosen und Tierfutterbeutel, Joghurtplastkbecher, Schokolade und Zuckerlverpackungen, Ketchup und Saucen usw
Was passiert mit diesem Plastik Abfällen- die EU Quote ist hier 55% bis 2025 und 65% bis 2030....
Ich bin nicht gegen Pfand - Wünsche mir aber kein Minderheitenprogramm das medial Aufmerksamkeit erfährt. Die großen Mengen an Plastik, die schon jetzt kaum gesammelt und verwertet werden, das wird völlig ignoriert.
Was ist in diesem Zusammenhang Zum Thema Vermeidung zu sagen, weniger Plastik, weniger Abfall?

47er
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Gebe dir schon recht, es gibt soviel, teils unnötige Plastikverpackungen,

trotzdem sollte man mE zumindest einmal bei den nicht so wenigen PET-Flaschen beginnen. In allen Getränkelagern der Supermärkte
stehen tausende Flaschen, warum will man nichts tun, sperrt sich die ARA. Scheinheilig hat man bei den kleinsten Mengen großsprecherisch begonnen und dann war es auch schon. Dabei muss man nicht mal Deutschland als Beispiel nehmen, es gibt europaweit schon bessere Systeme, warum kann man nicht das Beste nehmen. Die EU schläft sowieso schon wieder, bei den Gurken, Glühlampen und ähnlichen hat sie nur den Konzernen geholfen, auf die Umwelt vergessen. Könnte eventuell ein Barcode-Kleinschredder mit Sortieranlage eine Lösung sein, der ein im Geschäft einlösbaren Guthaben-Bon ausdruckt, vielleicht für Juniors oder Bedürftige ein Zusatzeinkommen.

Mezgolits
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Mögliches Pfand auf Plastikflaschen

Ich meine: JAWOHL - und wie viel? - Ich meine
weiters: Genau so viel, wie das leere Gebinde,
gekostet hat. Erfinder Mezgolits Draßburg

Sabine19666
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Kosten des leeren Gebinde

... ob das Anreiz für eine Rückgabe ist, bezweifel ich... die Flaschen wiegen fast nichts.
Amerikanische Pfandsysteme mit wenigen Cents umgerechnet 3-8 EURcts sind alle nicht mit hohen Rücklaufquoten gesegnet.

Mezgolits
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Vielen Dank - ich möchte keinen x-fachen

Gebinde-Preis, als Start-Pfand empfehlen. E. M.